Acht Prozent mehr Geld gefordert

"Wir lassen unsere Stärke aufblitzen": 10.000 Metaller bei Warnstreiks in der Region

mak

4.11.2022, 15:12 Uhr
So bildstark wie diese Aktion waren die Warnstreiks in Nürnberg nicht:  Die Frühschichten der Betriebe beendeten ihre Arbeit vorzeitig, spätere Schichten traten ihren Dienst gar nicht erst an.

© Thomas Frey, dpa So bildstark wie diese Aktion waren die Warnstreiks in Nürnberg nicht:  Die Frühschichten der Betriebe beendeten ihre Arbeit vorzeitig, spätere Schichten traten ihren Dienst gar nicht erst an.

MAN, Siemens, Bosch, Vitesco, ZF und viele Unternehmen mehr: Von Nürnberg aus machte die IG Metall am Freitag ernst - und rief die Beschäftigten in sämtlichen Metall- und Elektrobetrieben der Stadt zu Warnstreiks auf. "Wir lassen erstmals die Stärke der Beschäftigten aufblitzen", sagt Bayerns IG-Metall-Chef Johann Horn. Die Frühschichten der Betriebe beendeten ihre Arbeit vorzeitig, spätere Schichten traten ihren Dienst gar nicht erst an. Mehr als 10.000 Beschäftigte machten laut Gewerkschaft im Großraum Nürnberg mit.

Alle Schaeffler-Werke beteiligt

An den Warnstreiks beteiligten sich auch bundesweit alle Schaeffler-Werke, in der Region die Standorte Höchstadt und Gunzenhausen. Der Konzern- und Gesamtbetriebsrat des Zulieferers nahm den eigenen Arbeitgeber in die Pflicht: "Als Schwergewicht im Arbeitgeberband sollte Schaeffler sich für seine Beschäftigten einsetzen und einsehen, dass sie sich acht Prozent mehr Lohn verdient haben. Die Arbeitnehmer*innen haben bei Schaeffler trotz aller Herausforderungen in den letzten Jahren an einem Strang gezogen und hervorragende Arbeit geleistet", heißt es in einem Schreiben des Betriebsrats. Bestreikt wurden in der Region auch Betriebe in Lauf, Schwaig, Röthenbach, Rückersdorf, Feucht, Langenzenn, Pegnitz, Amberg und Forchheim.

Die vierte Runde der Tarifverhandlungen, die im September in Nürnberg begonnen hatten, findet am Dienstag in München statt. "Nach unserer ersten Warnstreikwoche erwarten wir von der Arbeitgeberseite ein deutlich verbessertes substanzielles Angebot", sagt IG-Metall-Chef und Verhandlungsführer Horn.

Die Gewerkschaft fordert für die 850.000 Beschäftigten im Freistaat acht Prozent mehr Geld. Der Arbeitgeberverband vbm hatte in der dritten Tarifverhandlung eine prozentuale Entgelterhöhung nach Ansicht der Gewerkschaft "lediglich vage" in Aussicht gestellt.

Konkret angeboten hatten die Arbeitgeber indes eine steuerfreie Inflationsprämie von 3000 Euro für jeden Beschäftigten. Ihre Zurückhaltung begründen sie mit einem Rückgang der Produktion, der Energiekrise und einer drohenden Rezession. vnp

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