Paxis statt Theorie

Studierende und Azubis trainieren im Erlanger Uni-Klinikum

14.1.2022, 10:30 Uhr
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Bei der "Skills Night" können Erlanger Studierende und Auszubildende ihre Fähigkeiten trainieren. © Uni-Klinikum Erlangern, NN

Samstagabend in der Notaufnahme. Dem Patienten läuft das Blut übers Gesicht; er stolpert durch den Untersuchungsraum: „Wo bin ich? Mein Kopf tut so weh. Ich will nach Hause!“ Der Gesundheits- und Krankenpfleger und die Ärztin haben sichtlich Mühe, den älteren Herrn behutsam auf einen Stuhl zu bugsieren. Die Untersuchung fällt schwer, doch eine Viertelstunde später kann Herr Meyer mit einem Druckverband auf der Stirn entlassen werden. Plötzlich tritt eine junge Frau in blauer Dienstkleidung vor: „Ok, danke, dann starten wir jetzt mit dem Feedback.“

Das Blut und das Stolpern: Alles nur Show. Inszenierung für einen guten Zweck. Zehn solcher realistischen Fälle wurden in einer Nacht in den Räumen des Universitätsklinikums Erlangen inszeniert. Im Rahmen der 6. Interdisziplinären Erlanger Skills Night trainierten 24 angehende Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit 24 angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern ihre Fähigkeiten.

"Richtig und sicher anwenden"

„Während des Studiums und in der Ausbildung müssen unsere angehenden Kolleginnen und Kollegen wahnsinnig viel Theorie lernen“, sagt Dr. Anita Schmidt, ärztliche Leiterin des Skills Lab PERLE. „Das umfangreiche Fachwissen auch in der Praxis richtig und sicher im Team anzuwenden, ist allerdings eine große Herausforderung. In der Skills Night können die jungen Frauen und Männer das in geschütztem Rahmen üben. Fehler zu machen, ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Nur so lernen sie.“

Zahlreiche Herausforderungen

Für die sehr beliebte Skills Night mussten sich die insgesamt 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerben. In acht Gruppen – bestehend aus je drei Medizinstudierenden und drei Auszubildenden bzw. Studierenden in der Gesundheits- und Krankenpflege – bewegen sie sich im Laufe der Nacht durch die inszenierte Notaufnahme, begleitet von einer Gruppentutorin oder einem Gruppentutor.

Zehn ganz unterschiedliche Fälle stehen auf dem Programm: Die Simulationspatientinnen und -patienten, die sowohl schmerzhafte Verletzungen als auch ernste Erkrankungen gekonnt schauspielern, werden realistisch geschminkt und ausgestattet; Mitglieder des Organisationsteams mimen den Hintergrunddienst, die Röntgenabteilung und das Labor. Jede Behandlung wird im Anschluss im Team besprochen.

Das Feedback kommt sowohl aus der Gruppe selbst als auch von den Schauspielerinnen und Schauspielern aus der Patientensicht. Die Gruppentutorin bzw. der Gruppentutor gibt schließlich auch immer noch eine Rückmeldung zur Arbeit im Team. „Ich habe 2017 selbst an einer Skills Night teilgenommen“, berichtet Katharina Beeke aus dem Organisationsteam. „Dabei erhielt ich nicht nur Feedback zu meinen Fertigkeiten, sondern auch zu meiner Zusammenarbeit im interdisziplinären Team und zu meinem Umgang mit Patientinnen und Patienten. Das war äußerst hilfreich und hat mich sehr gut auf meine ersten richtigen Dienste am Uni-Klinikum Erlangen vorbereitet.“

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