Den Druck erhöht

Verdi-Warnstreik in Nürnberg: Protest auch aus Fürther Kitas

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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11.5.2022, 18:00 Uhr
Beim Kita-Streik blieben und bleiben auch in Fürth Einrichtungen dicht.

© Daniel Karmann/dpa, NN Beim Kita-Streik blieben und bleiben auch in Fürth Einrichtungen dicht.

und 17. Mai verstärkt die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber im Kita-Tarifstreit. An Streikaktionen in Nürnberg haben sich am Mittwoch, 11. Mai, 130 pädagogische Fachkräfte aus Fürth beteiligt, ebenso viele dürften es beim bayernweiten Streiktag in München am Donnerstag, 12. Mai, sein.

Laut Gewerkschaft hat es in den ersten zwei Verhandlungsrunden für die Beschäftigten keine Bewegung gegeben. Für das Personal in der Sozialarbeit, in den Kitas und den Betreuungseinrichtungen für behinderte Menschen seien die Reaktionen der Arbeitgeber in keinster Weise nachvollziehbar, sagt Katja Klose-Harrer, Verdi-Gewerkschaftssekretärin in Mittelfranken. Entlastung und Aufwertung seien aber zwingend erforderlich. Die Devise laute: "Come in and burn out."

Verdi fordert mehr Zeit und mehr Geld

Verdi fordert unter anderem eine finanzielle Anerkennung der Arbeit, einen Entlastungsausgleich für Arbeiten mit zu wenig Personal, Vor- und Nachbereitungszeiten, damit Fachkräften mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern bleibt; Zeiten zur Begleitung von Praktikanten und einen Anspruch auf Weiterqualifizierung.

Erneut kamen die Hilfe- und Protestrufe bei den Warnstreiks auch aus Fürth. Laut Tobias Thiem, im Jugendamt zuständig für den Bereich Kindertageseinrichtungen, machten bereits am 4. Mai 108 Fürther Mitarbeitende (von 277) mit, fünf Einrichtungen blieben geschlossen. Jetzt besuchten 95 Beschäftigte eine Demo in Nürnberg, wo 2000 Menschen ihrem Groll Luft machten. Thiem zufolge ruhte der Betrieb am Mittwoch in drei Fürther Kitas.

Notbetrieb beim Streik "gut geklappt"

Er war froh, dass der Notbetrieb an den anderen Standorten "gut geklappt hat", die Hotline kaum gefragt war. Thiem, der Fürths Beteiligung als "klares Bekenntnis" wertet, kann die Forderungen teils gut nachvollziehen, gerade wenn es um eine bessere Bezahlung dieser Berufe mit ihren stets wachsenden Anforderungen geht, und auch um den Wunsch nach Entlastungskräften für Einrichtungsleitungen, "die wir aber zum Glück schon haben".

Laut Sonja Dollhopf, Verdi-Vertrauensleute-Sprecherin der Stadt Fürth, brauchen auch die Beschäftigten der sozialen Dienste der Stadt eine Aufwertung ihrer Arbeit, Pädagogen etwa in Jugendhäusern oder im Bezirkssozialdienst. "Sie studieren, verdienen aber von Anfang an im Monat 200 Euro weniger als Ingenieure." 30 von ihnen streikten mit.

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