Marktstart Anfang 2024

Vollelektrischer EX30: Das ist Volvos neuer Stadt-Stromer

Ulla Ellmer

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13.6.2023, 11:10 Uhr
Der Volvo EX30 wird in China gebaut.

© Hersteller Der Volvo EX30 wird in China gebaut.

Auch Volvo macht Tempo, was die Umstellung vom Verbrenner auf Elektromobilität betrifft. In sieben Jahren, 2030 also, wollen die Schweden nurmehr E-Modelle verkaufen. Dazu braucht es ein breit aufgestelltes Produktangebot. Mit dem XC40 Recharge und dem C40 Recharge führt man bereits ein kompaktes Elektro-SUV beziehungsweise SUV-Coupé im Programm, Anfang nächsten Jahres stößt der große und bis zu siebensitzige Luxus-Stromer EX90 hinzu. Nach unten abgerundet wird das Portfolio vom nun vorgestellten EX30. Erste Exemplare sollen ebenfalls zum Jahresbeginn 2024 ausgeliefert werden, wie beim großen Bruder sind Bestellungen aber schon jetzt möglich.

Der Kunde hat die Wahl zwischen Heck- und Allradantrieb.

Der Kunde hat die Wahl zwischen Heck- und Allradantrieb. © Hersteller

Formal stellt sich der EX30 als SUV vor, für Volvo-Verhältnisse ist er aber geradezu ein Kleinwagen. Gerade einmal 4,23 Meter misst der Stadt-Stromer in der Länge, damit bleibt er fünf Längenzentimeter hinter der Referenzgröße VW Golf zurück. Elektroautotypisch hält sich die Front geschlossen, kombiniert haben die Designer das mit kurzen Überhängen, großen Rädern, einem verhältnismäßig steil abfallenden Heck und überhaupt einem sehr cleanen, schnörkellosen Outfit.

Kobaltfreie Basis-Batterie

Der EX30 ist aber nicht nur der kleinste Volvo, sondern auch der preisgünstigste. Als Einstiegspreis werden – noch vor Abzug der Umweltprämie – 36.590 Euro aufgerufen. Zu diesen Konditionen bekommt der Kunde die sogenannte „Single Motor“-Basisvariante, die bereits erstaunlich leistungsstark agiert: 200 kW/272 PS bietet der im Heck installierte E-Motor auf. Die 51-kWh-Kapazität der (kobaltfreien!) Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie (LFP) soll für 344 Kilometer Strecke reichen.

Die „Extended Range“-Version (die dann schon mindestens 41.790 Euro kostet) nutzt einen anderen Akku mit einer Mischung aus Lithium, Nickel, Mangan und eben doch Kobalt (NMC). Während Volvo die Vorteile der LFP-Batterie als „kostengünstiger und weniger ressourcenintensiv“ beschreibt, sei der NMC-Speicher effizienter, wie es heißt. Dank 69 kWh Kapazität verlängert sich die Reichweite auf maximal 480 Kilometer.

Kommt ebenfalls 2024: Volvo EX30 als "Cross Country".

Kommt ebenfalls 2024: Volvo EX30 als "Cross Country". © Hersteller

Im 315 kW/428 PS starken Topmodell „Twin Motor Performance AWD” (ab 48.490 Euro) wiederum generiert ein zweiter E-Motor an der Vorderachse Allradantrieb. Der NMC-Akku bleibt derselbe, als maximal möglicher Aktionsradios werden 460 Kilometer angegeben. Gemäß der Volvo-Tradition besteht außerdem die Aussicht auf eine betont robust eingekleidete Cross-Country-Ausführung mit erhöhter Bodenfreiheit, Unterfahrschutz und schwarzen Paneelen.

Fehlt da nicht was? Nein: Zentrale Schaltstelle ist ein großer Hochkant-Touchscreen.

Fehlt da nicht was? Nein: Zentrale Schaltstelle ist ein großer Hochkant-Touchscreen. © Hersteller

Und die Ladeleistung? Sie fällt ordentlich, aber nicht überragend aus. Der kleine Akku soll sich an der DC-Schnellladestation mit bis zu 134 kW versorgen, der große mit maximal 153 kW. Das bedeutet, dass der Ladestand im Idealfall binnen 26 Minuten von zehn auf 80 Prozent klettert.

Veganer Innenraum

Im veganen Innenraum pflegt der EX30 skandinavisch reduzierten Minimalismus. Die Volvo-Philosophie markiert einen Gegenpol zu jenen teils bunt flimmernden Bildschirmlandschaften, die im spektakulären Hyperscreen von Mercedes ihre wohl extremste Ausprägung finden. Und so ist der Armaturenträger des neuen Schweden weitestgehend leergeräumt, so gut wie alle Lebensfunktionen werden über einen 12,3-Zoll-Touchscreen im Hochformat gesteuert, der auch das Google-basierte Infotainment beherbergt. Statt vielerlei Lautsprechern gibt es eine sogenannte Soundbar, die sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht.

Das Smartphone kann mithilfe einer entsprechenden App als digitaler Fahrzeugschlüssel dienen. Unter den Assistenzsystemen sei die jüngste Generation des „Park Pilot“ hervorzuheben, eine automatisierte Ein- und Ausparkfunktion, die auch mit schräg zur Fahrbahn stehenden Parklücken umgehen kann und das Rangiermanöver startet, wenn der Fahrer/die Fahrerin die gewünschte Stelle auf der 3D-Benutzeroberfläche des Bildschirms markiert hat. Ein Fahrer-Monitoring-System überwacht Augenbewegungen und Mimik, um bei drohender Übermüdung Alarm zu geben, die Ausstiegswarnung soll die gefürchteten „Dooring“-Unfälle mit herannahenden Radlern verhindern.

Rundum-Sorglos-Paket

Der EX30 lässt sich übrigens nicht nur kaufen oder leasen, sondern auch im Abo mieten. Die monatliche Gebühr von (mindestens) 599 Euro umfasst unter anderem Service, Wartung, Versicherung und Steuer, letztlich muss nur noch der benötigte Fahrstrom bezahlt werden.

Hat Plattform-Brüder: Der Volvo EX30 ist eng mit dem Smart#1 und dem Zeekr X verwandt.

Hat Plattform-Brüder: Der Volvo EX30 ist eng mit dem Smart#1 und dem Zeekr X verwandt. © Hersteller

Volvo kultiviert noch immer sehr erfolgreich seine nordische Identität, auf winzige Schweden-Fläggchen hie und da verzichtet kein Modell. Tatsächlich gehört die skandinavische Marke aber zum chinesischen Geely-Konzern. Deshalb reiht sich der EX30 auch in eine Geschwisterriege ein: Die Plattform teilt er sich nicht nur mit dem neuen Smart#1, sondern ebenso mit dem Zeekr X von Geelys neuer Edelmarke, die ihr Glück auch in Deutschland sucht.

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