Grenzwert erhöht

ÖDP kritisiert Emissionen bei Pfleiderer: "Das ist keine Nachhaltigkeit"

Philip Hauck

Redakteur

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30.9.2023, 16:30 Uhr
Die ÖDP kritisiert den Formaldehydausstoß bei Pfleiderer.

© Eduard Weigert, NN Die ÖDP kritisiert den Formaldehydausstoß bei Pfleiderer.

Der ÖDP-Kreisverband Neumartkt bezieht Stellung zu einem NN-Artikel über die Nachhaltigkeit von Pfleiderer. In einer Mitteilung an die Presse kritisiert die Partei einen "erhöhten Formaldehydausstoß" und eine einseitige Betrachtung der Nachhaltigkeits-Kriterien bei Pfleiderer.

Beim Einsatz von Recyclingprodukten, sei es Bauschutt oder Altholz, gebe der deutsche Staat durch Gesetze, Verordnungen und technische Anleitungen in Sachen Inhaltsstoffe und Emissionen klare Rahmenbedingungen vor, schreibt die ÖDP. "Altholz ist ein sehr dehnbarer Begriff und wird gemäß Altholz-Verordnung grob in Industrieholz und Gebrauchtholz differenziert."

Altholz ist nicht gleich Altholz

Industrieholz seien Holzreste, die bei der Holzverarbeitung anfallen. Gebrauchtholz kann dagegen aus Verbundstoffen mit überwiegendem Holzanteil, dass gemäß Altholz-Verordnung auch verleimtes, gestrichenes oder lackiertes Holz sein könne, bestehen. Derartige recycelte Hölzer können auch alte Spanplatten mit erhöhten Formaldehydgehalten (beispielsweise geschredderte alte Möbel) enthalten.

In Deutschland gibt es laut ÖDP klare Emissionsgrenzwerte gemäß der Technischen Anleitung Luft (TA-Luft vom 18.08.2021). Für indirekt beheizte Spänetrockner, wie sie bei Pfleiderer in Neumarkt mit einer Abluftmenge von größer 100.000 Kubikmeter pro Stunde betrieben würden, sei gemäß Stand der Technik ein Formaldehydgrenzwert von "10 mg pro Kubikmeter" Abluft festgesetzt. Formaldehyd ist ein Stoff, der vom Bundesinstitut für Risikobewertung und vom Umwelt-Bundesamt als krebserzeugend gilt.

Die Neumarkter ÖDP kritisiert, dass Pfleiderer eine Erhöhung des Grenzwertes für Formaldehyd auf "20 mg pro Kubikmeter" durch das Neumarkter Landratsamt genehmigt bekommen habe, weil die Einhaltung des Grenzwertes gemäß Technischen Anleitung Luft „unverhältnismäßig“ sei. "Es ist sehr bedauerlich, dass sich exakt dieses Unternehmen in Sachen Umwelt eine Goldmedaille von einem Rating-Unternehmen umhängen lässt und gute Gewinne mit vermeintlicher Nachhaltigkeit erzielt. Wirklich nachhaltiger wäre es aber, wenn dies nicht auf Kosten der Neumarkter Luftqualität ginge."

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