"Mit Christentum unvereinbar"

"Sachbeschädigungen und Erpressung": Bamberger Erzbischof kritisiert Halloween

Nuernberg , 21.02.2019..Ressort: Sonstiges Fotografie: Stefan Hippel..Mitarbeiterportrait Maria Segat
Maria Segat

Nürnberger Nachrichten

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2.11.2021, 15:46 Uhr
Ein Fest mit keltischen Ursprüngen begeistert heute viele Grusel-Fans - aber nicht den Bamberger Erzbischof Schick.

© Thomas Warnack, dpa Ein Fest mit keltischen Ursprüngen begeistert heute viele Grusel-Fans - aber nicht den Bamberger Erzbischof Schick.

Wenn Kinder in gruseliger Verkleidung von Haus zu Haus ziehen und spielerisch die Nachbarschaft erschrecken, um Süßigkeiten zu erbeuten, ist Halloween-Zeit: Das Fest, das ursprünglich auf einen keltischen Brauch zurückgeht, bei dem Ende Oktober böse Geister vertrieben werden sollen, ist auch in Deutschland schon seit Jahren zunehmend beliebt.

Nicht nur bei Kindern, auch bei Jugendlichen und Erwachsenen findet die Nacht des 31. Oktober großen Anklang.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick jedoch gehört nicht zu ihnen: In einem Text, der auf der Seite des Erzbistums erschienen ist, beklagt der Geistliche die Kommerzialisierung des Brauchtums, das demzufolge ursprünglich dazu gedacht war, Allerheiligen "einzuläuten" - und das, obwohl im gleichen Text steht, dass der Brauch vermutlich auf keltische Traditionen aus der Zeit vor Christus in Irland zurückgeht.

Der 1. November wurde demzufolge dagegen erst 835 nach Christus vom Papst zum Gedenktag der Heiligen erklärt.

Dass sich das "Party-Spektakel" verselbständigt habe, wird in dem Text auch auf einen Trick der Verkleidungsindustrie zurückgeführt: Erst als 1991 Karneval in Deutschland wegen des Golfkriegs ausfiel, sei die Verkleidungsindustrie auf den Gedanken gekommen, Kostüme zusätzlich an Halloween zu verkaufen.

"Halloween-Feiern verbreiten Angst und Schrecken; die Sachbeschädigungen sind immens und Menschen werden erpresst", kritisiert der Erzbischof.

Tatsächlich kommt es an Halloween immer wieder zu eskalierenden Streichen oder sogar Straftaten. Unter anderem in Schwabach musste die Polizei in diesem Jahr wegen Angriffen mit Pfefferspray und einem Schlagstock ausrücken.

Doch vielerorts laufen die Feierlichkeiten üblicherweise friedlich und mit viel Freude ab - zum Beispiel im Neumarkter Stadtteil Woffenbach, wo ein reich geschmücktes Halloween-Haus wieder Grusel-Freunde anlockte.

Der Bamberger Erzbischof Schick appelliert an Feiernde: "Halloween kann seinen religiösen Sinn wiedererlangen, wenn ein Gottesdienst mitgefeiert wird und wir die biblischen Texte, die an Allerheiligen und Allerseelen in der Kirche gelesen werden, hören und betrachten."

Statt sich gegenseitig zu erschrecken, könnten Kinder und Jugendliche mit Lichtern und Kerzen Verwandte und Nachbarn besuchen, um ihnen "Segen zu schenken".

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