25:32-Niederlage beim Tabellendritten

"Alte Muster": In Flensburg überzeugt der HC Erlangen nur in der Anfangsphase

Sebastian Gloser

Sportredakteur

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11.2.2024, 19:15 Uhr
"Wir müssen es schaffen, konstanter zu werden" forderte HCE-Trainer Hartmut Mayerhoffer nach der Partie gegen Lemgo - und dürfte das auch nach der Niederlage in Flensburg so sehen.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr "Wir müssen es schaffen, konstanter zu werden" forderte HCE-Trainer Hartmut Mayerhoffer nach der Partie gegen Lemgo - und dürfte das auch nach der Niederlage in Flensburg so sehen.

Wie groß die Erleichterung war, ließ sich am Donnerstagabend in jedem Winkel der Arena Nürnberger Versicherung erkennen. Auf dem Feld purzelten die Spieler des HC Erlangen übereinander als hätten sie gerade einen Titel gewonnen. Auf den Rängen lagen sich Fans in den Armen und nutzten ihre Klatschpappen so intensiv, dass man sich um manche Handfläche sorgen musste. Hinter der Bande gratulierten sich die Verantwortlichen des Klubs zu den Sonderschichten, die sie an den Weihnachtsfeiertagen eingelegt hatten, um die sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft wieder in eine andere Richtung zu lenken.

Der knappe Sieg gegen Lemgo nach drei Toren Rückstand kurz vor Schluss hatte allen Beteiligten das Vertrauen zurückgegeben, dass sich die tägliche Arbeit auszahlt. "Extrem wichtig" nannte Trainer Hartmut Mayerhoffer den Gewinn der zwei Punkte mit Blick auf die Tabelle, "vor allem aber, weil wir gesehen haben, dass es Früchte trägt, was wir uns in vielen Bereichen erarbeitet haben."

Dass sie weiter noch jede Menge Arbeit vor sich haben, das sagte Mayerhoffer dann allerdings auch noch. "Wir müssen es schaffen, konstanter zu werden, dass die Wellenbewegungen bei unseren Leistungen nicht so groß sind", sagte er, bevor er sich der Vorbereitung auf den nächsten Gegner widmete.

Zu hohe Wellen an der Ostsee

Als Beleg durfte ihm die 25:32 (9:17)-Niederlage drei Tage später bei der SG Flensburg-Handewitt dienen. Die Wellenbewegungen an der Ostsee waren zu groß, um etwas Zählbares mitzunehmen. Allerdings war die Erwartungshaltung vor der Begegnung beim dreimaligen deutschen Meister und nach nur zwei Tagen Pause auch geringer als beim Start in die Restrückrunde.

Beim Tabellendritten führte der HCE zunächst sein neues Selbstvertrauen und vor allem seine bekannten Stärken in der Deckung vor. Ein einziger Treffer glückte den Gastgebern in den ersten zehn Minuten, weil die Abwehr wie ein gut gebauter Deich den Flensburger Wellen stand hielt und Klemen Ferlin, der erneut im Tor beginnen durfte, auf dem Posten war. Beim Stand von 3:1 für Erlangen nahm SG-Trainer Nicolej Krickau eine Auszeit - mit Wirkung.

Dem HCE gehen die Time-Outs aus

Bald stand es 3:3 und lagen die Gäste fortan kein einziges Mal mehr in Führung. Vor allem Lukas Jörgensen (11 Tore) setzte den Erlangern arg zu, von 4:8 wuchs der Rückstand auf 6:12, als es 6:14 stand, drückte Mayerhoffer schon wieder auf den Time-Out-Knopf, hatte allerdings nicht bedacht, dass er bereits zwei Auszeiten in dieser ersten Hälfte beantragt hatte. Mit 9:17 ging es in die Kabine.

Als weitere 30 Minuten Bundesliga-Handball absolviert waren, stellte Christopher Bissel fest, dass sein HCE "in alte Muster" verfallen sei. Freie Würfe fanden nicht ihr Ziel, vor allem Christoph Steinert hatte kein Wurfglück, dazu kamen wie in der Hinrunde viele technische Fehler. "Wir dürfen nicht so schlampig spielen", kritisierte Linksaußen Bissel, nachdem die Gäste in der zweiten Halbzeit den Rückstand zwar noch etwas verkürzen konnten, den Sieg der Gastgeber aber nie ernsthaft in Gefahr brachten.

Erlangen: Ferlin, Obling; Zechel 6/3, Svensson 6, Bissel 3, Büdel 3, Olsson 2, Guardiola 1, Heiny 1, Seitz 1, Bauer 1, Steinert 1, Link, Jeppsson, Bialowas.

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