Wichtiger Heimsieg für Frankens Vorzeigehandballer

Befreit zum Final Four: Der HCE wirft schweres Gepäck ab

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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8.4.2022, 11:57 Uhr
Auch weil Antonio Metzner fünf Treffer glückten, war der HCE gegen die Gäste aus dem Bergischen Land obenauf.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Auch weil Antonio Metzner fünf Treffer glückten, war der HCE gegen die Gäste aus dem Bergischen Land obenauf.

Das Gepäck, das sie zuletzt mit sich herumgetragen hatten? Wäre enorm schwer gewesen, erklärte Erlangens erleichterter Trainer nach der Partie. Nach dem hochververdienten 30:23 (13:8) gegen den Bergischen HC. Nach drei sieglosen Spielen, in denen der HCE, wie Alonso auf Pressekonferenz akzentuierte, bereits "vieles richtig gemacht" hätte. Nur eben nicht über 60 Minuten.

Weil Erlangen dies gegen den BHC überaus gut gelang, belastet vor dem Pokalwochenende in Hamburg nichts mehr das fränkische Handball-Gemüt. Ein nahezu durchgängig gefälliger HC Erlangen, das hielt auch sein Trainer fest, ging mit der nach dem Stuttgart-Spiel spürbaren "Drucksituation hervorragend um". Und das schon früh in der Partie.

Schön und dreckig

Antonio Metzner, der nach dem 0:1 die einzige BHC-Führung der Begegnung krachend egalisierte und fünf Tore zum stimmungsvollen Heimsieg beisteuern sollte, freute sich nach der Schlusssirene ebenfalls gewaltig.

"Teilweise schön, teilweise dreckig. Am Ende haben wir die Punkte", resümierte Erlangens Rückraumrechter den Offensivvortrag seines Teams. Um zu ergänzen, dass man besonders in der ersten Hälfte "eine super Abwehr gestellt und einen super Torwart hatte".

Mit einer Fangquote von zwischenzeitlich über 40 Prozent hatte Klemen Ferlin im HCE-Gehäuse elementaren Anteil daran, dass Erlangen den Gästen aus dem Bergischen Land in Durchgang eins nur acht Treffer gestattete. "Ein entscheidener Faktor bei uns" nannte Raul Alonso den Auftritt des Slowenen. Grundsätzlich. Aber auch gegen den BHC. Wieder in Form und im Zusammenspiel mit der Abwehr verhinderte Ferlin nicht nur Tore. Sondern ermöglichte bei nachfolgenden Angriffen auch viele wichtige für die Gastgeber.

Balldiebstahl und Magdeburg

Weil bei energisch zupackenden Erlangern Christopher Bissel "in Unterzahl die Bälle klaute, die Mannschaft nach vorne trieb, andere ansteckte" (Alonso) und Simon Jeppsson als Torjäger und Vorlagengeber erneut beindruckte, setzte sich der HCE in der zweiten Hälfte ab.

Das Publikum trommelte, klatschte, sang. Erlangens Fans stimmten sich ein für das Final Four in Hamburg, das nach der Länderspielpause auf dem Programm steht. Auf das bislang größte Ereignis der Vereinsgeschichte, dem man mit wiedererrungenem Selbstvertrauen etwas leichter entgegenblicken kann. Selbst gegen ein Schwergewicht wie Magdeburg.

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