Ein schöner Handball-Abend

Der HCE überzeugt im Heimspiel - und darf sich nun auf Hamburg freuen

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

zur Autorenseite

7.4.2022, 20:55 Uhr
Nicht aufzuhalten: Nico Büdels Erlanger zeigten sich gegen den Bergischen HC in enormer Spiellaune.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Nicht aufzuhalten: Nico Büdels Erlanger zeigten sich gegen den Bergischen HC in enormer Spiellaune.

Vorteilhaft für den HCE sollte ein Heimsieg gegen den Bergischen HC in doppelter Hinsicht sein. Das hatten sie beim HC Erlangen schon vor dem Kräftemessen mit dem Tabellenelften am Kurt-Leucht-Weg festgestellt. "Wichtig für die Tabelle und das Gefühl" nannte Toptorschütze Simon Jeppsson das angestrebte Erfolgserlebnis gegen den Fusionsverein aus Wuppertal und Solingen. Und blickte nach drei sieglosen Spielen in Folge und vor dem Final-Four-Turnier in Hamburg erwartungsfroh auf die Hausaufgabe gegen den BHC. Auf eine anspruchsvolle Prüfung, welche Erlangens Erstliga-Handballer beim 30:23 (13:8) erfreulich konzentriert und überzeugend lösten.

Jeppson trifft und lenkt

Wach und aufmerksam präsentierte sich der HCE dabei vom Anwurf weg. Antonio Metzner, der bei seinem Prachtwurf die Mithilfe des Innenpfostens bemühte, konterte die frühe Gästeführung. Christopher Bissel, der BHC-Leistungsträger Arnesson bei einem Pass belauscht hatte, brachte nach einem energischen Antritt Erlangens 2:1 auf den Videowürfel. Wenig später - Simon Jeppsson hatte sowohl vom Siebenmeterstrich als auch mit einer gelungenen Vorlage auf Sebastian Firnhaber wesentlichen Anteil daran - waren die Hausherren gar mit 4:1 vorne, was für gute Stimmung in Nürnberg sorgte.

Ein kampfstarker und im Rückzugverhalten geschickter HCE stoppte die Bemühungen der Löwen, ins Tempospiel zu kommen, immer wieder gekonnt. Dass mit dem Gut-Reinkommen war in der jüngeren Vergangenheit nicht das Erlanger Problem gewesen. Eher das Dranbleiben. Weniger mit einem Spannungsverlust als mit Pech war zu erklären, dass der HCE diesen Vorsprung in der Folge nicht halten konnte. Bissel traf in einer zusehends zerfahrenen Auseinandersetzung Aluminium. Und musste vor Viertelstundenfrist von der Platte, nachdem er Arnor Thor Gunnarsson in Steffen Fäth hineingeschubst hatte. Es war bereits die dritte Zeitstrafe für die Hausherren. Während vor der Arena ein Frühjahrssturm tobte, tobte in ihr das Heimpublikum.

Ferlins Paraden helfen

Im ersten Heimspiel ohne Corona-Maßnahmen seit einer gefühlten Ewigkeit wurde der HCE getragen von seinen Fans. "Sie bringen uns extrem viel Extra-Energie" hatte Simon Jeppsson vor der Partie gesagt. In der Partie bedeuteten kernige Freiwürfe des Schweden, dass der HCE sich in einer Phase, in der seine Führung zu schwinden drohte, schnell wieder berappelte. Weil Schlussmann Ferlin - zweimal etwa gegen Tomas Babak - tolle Paraden in Serie glückten, schlug auch nicht ins Kontor, dass die Erlanger in der Chancenverwertung sich einige Lässigkeiten erlaubten. 18:13 hieß es zur Pause.

Konzentriert, zupackend und da, wenn gefordert, zeigte sich der HCE auch nach Wiederbeginn. Nach 35 Minuten musste er es jedoch ohne Firnhaber richten, ein Wechselfehler und eine damit verbundene weitere persönliche Strafe, hatten dessen Ausschluss zur Folge. Erlangen ließ sich davon nicht beirren, traf konsequent und variabel weiter. Während rotgekleidete Gäste blass und auch im Fortlauf der Partie im Passspiel schlampig blieben, hielt der HCE die Spannung hoch. Und führte, nachdem Jeppsson Neu-Nationalspieler Zechel in Szene gesetzt hatte, nach 50 Minuten mit 27:18.

Und jetzt Hamburg!

Der Rest war Schaulaufen. Als Jeppsson die 30 voll machte, hatte sich die Arena längst in eine große Feierzone verwandelt. Der HCE, der vor dem Duell mit dem Team aus dem Bergischen in den Rückspiegel schauen musste, schafft Distanz zur Abstiegszone. Das Final-Four-Turnier in Hamburg? Kann jetzt kommen.

HC Erlangen: Ferlin - Jeppsson 7/2, Metzner 5, Olsson 4/1, Fäth 3, Firnhaber 3, Büdel 3, Bissel 3, Zechel 2, Link, Leban, Seitz, Sellin, Jaeger, Marschall.

Keine Kommentare