"Komplette Überraschung"

Verstärkung fürs Viertelfinale: Erlangens Zechel reist zur WM nach

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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24.1.2023, 10:40 Uhr
Aufstehen, es geht nach Danzig! HCE-Kreisläufer Tim Zechel nimmt nun auch an der WM teil. 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Aufstehen, es geht nach Danzig! HCE-Kreisläufer Tim Zechel nimmt nun auch an der WM teil. 

Dass er zunächst einmal ordentlich Frust geschoben hatte, nachdem er zwei Tage vor Deutschlands Turnierstart noch aus dem vom Bundestrainer kurzfristig verkleinerten Kader gerutscht war, wollte Tim Zechel gar nicht bestreiten. "Natürlich war ich unfassbar enttäuscht", sagte der Kreisläufer des HCE noch am Sonntag. Am frühen Dienstagmorgen wurde aus Frust dann Freude.

Anruf um 7.45 Uhr

Verantwortlich für Zechels kolossalen Stimmungswandel? Der 26-Jährige – darüber informierte diesen DHB-Teammanager Oliver Roggisch um 7.45 Uhr am Telefon – wird als 17. Spieler zur deutschen Nationalmannschaft stoßen und dieser im Viertelfinale gegen Olympiasieger und Rekordweltmeister Frankreich am Mittwoch (20.30 Uhr, ZDF) damit zusätzliche, auch taktische Möglichkeiten eröffnen.

"Für mich war das eine komplette Überraschung", erklärt Tim Zechel wenige Stunden später am Handy. "Ich habe ein paar Sachen zusammengeklaubt und bin jetzt mit unserem Teammanager Ricco Wolf bereits auf dem Weg zum Flughafen nach Frankfurt, von wo aus es weiter nach Danzig geht", berichtet Erlangens Abschlussexperte von der für ihn sehr erfreulichen Nachricht. Und vom positiven Stress seit dem Aufscheinen des entsprechenden Sekundenprotokolls.

Das Spiel am Vorabend, das 26:28 der DHB-Auswahl gegen Norwegen im letzten Hauptrundenspiel, hat sich Zechel selbstverständlich angeschaut. Zuhause, auf der Couch. "Als Handball-Profi natürlich auch aus einem ganz anderen Blickwinkel als vielleicht ein Laie", sagt der siebenmalige Nationalspieler, der die komplette Vorbereitung auf das Weltturnier vom 2. Januar an absolviert hat und, bei der technischen Besprechung am 13. Januar gemeldet, trotz seiner Abwesenheit formal bereits durchgehend zum WM-Kader gehört.

"Ich lass das jetzt erstmal auf mich zukommen. Wir werden sicherlich noch einmal zusammen Video schauen und ich individuell vorbereitet", erklärt Zechel. Und blockt ein bisschen ab, wenn es darum geht, ob er unterbewusst – vielleicht am Vorabend – schon erkannt hat, wie er der Nationalmannschaft bei ihrer Herkulesaufgabe gegen Frankreich, der von der individuellen Qualität her wohl stärksten Mannschaft bei der WM, helfen kann. "Wir werden sehen, ob und wieviel Einsatzzeit es geben wird. Erstmal freue ich mich sehr".

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