Saisoneröffnung in Erlangen

Wohlfühlstart im Wohnzimmer: Der HCE schießt auf dem Schlossplatz scharf

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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28.8.2022, 12:14 Uhr
Rein damit ins Publikum: Erlangens Neuzugang Simon Obling wählte auf dem Schlossplatz eine besondere Verteilungsmethode der HCE-Trikots. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Rein damit ins Publikum: Erlangens Neuzugang Simon Obling wählte auf dem Schlossplatz eine besondere Verteilungsmethode der HCE-Trikots. 

Dass es am Samstag Sonne in Erlangen geben würde, galt aufgrund der Anwesenheit von Torwart Kim Sonne-Hansen als sicher. Die hohe Regenwahrscheinlichkeit sprach jedoch dagegen. Pünktlich zur Saisoneröffnung des Handball-Bundesligisten zeigt sich das Wetter allerdings von seiner besten Seite. Dass sich auch der HCE in der bald beginnenden Spielzeit von seiner besten Seite zeigen will, vermittelt er den knapp 1000 Besuchern auf dem Schlossplatz glaubhaft.

Als "gutes Omen" für eine erfolgreichen Saison – am Donnerstag beginnt sie gegen Wetzlar – versteht Aufsichtsratschef Carsten Bissel die äußeren Bedingungen.

"Man merkt, dass die Leute Bock haben"

Nach der anstrengenden Vorbereitung bietet sich dem HCE die Gelegenheit, es sich in der guten Stube der Stadt gemütlich zu machen. In Liegestühlen etwa. Eine Möglichkeit, die Neuzugang Manuel Zehnder und Raul Alonso zwischenzeitlich nutzen. In Liegestühlen, auf Bierbänken, in Kinderwägen oder stehend bekommen die Zuschauer eine Vorstellung, wie sich der HCE in der anstehenden Bundesliga-Runde verbessern will. "Man merkt, dass die Leute Bock haben. Diese positive Erwartung gilt es nun in Freude umzuwandeln", erklärt Christopher Bissel, wie Sebastian Firnhaber seit diesem Sommer Kapitän, auf der Bühne.

"Mit super Neuzugängen verstärkt und in der Breite besser aufgestellt" sieht Geschäftsführer René Selke seinen HCE. Eine bessere Platzierung als in der Vorsaison gibt dieser als Ziel aus. Das Potenzial für einstelligen Tabellenplatz sei vorhanden, sagt Selke. Statt sich starr auf Tabellenplätze festzulegen, gelte vor allem aber, "die Schritte der positiven Entwicklung weiterzugehen", die den HCE in der zurückliegenden Spielzeit ins Final-Four-Pokalturnier nach Hamburg brachte. Und die manchmal noch fehlenden "zwei oder drei Prozent" draufzupacken, damit es auch in der Liga nach oben geht.

"Gerne so weitergehen" darf es auch aus Sicht von Simon Jeppsson. Der Scharfschütze, der den Ball aus dem Rückraum zielsicher auf über 130 km/h beschleunigen kann, war in der zurückliegenden Saison drittbester Feldtorschütze der deutschen Eliteklasse. Nicht so gute Erfahrungen mit Simon Jeppsson machte zuletzt Steffen Fäth. Der Europameister von 2016 kollidierte bei einem Trainingsunfall unglücklich mit dem Schweden. In etwa drei Wochen, erklärt Fäth mit Manschette am rechten Arm, soll die Ellbogenverletzung weitestgehend auskuriert sein.

Fortschritte seit Januar

Dass der HCE von weiteren Verletzungen in der Vorbereitung verschont blieb, macht auch seinem Coach Hoffnung auf einen guten Saisonstart. "Wir haben eine homogene, sympathische Truppe, die immer ihr Bestes gibt", sagt Raul Alonso. Und erntet Applaus. Die Entwicklung, von der sie viel und gerne sprechen beim HCE, habe seit dem Trainerwechsel im Januar "bereits stattgefunden", berichtet Christoph Steinert. Dieser habe das Team "zusammengeschweißt", es agiere jetzt "taktisch reifer".

Es sind aber nicht nur die vermeintlich schweren Entwicklungsfragen, welche das Publikum auf dem Schlossplatz aufsaugt. Wenn Torwart-Zugang Bertram Obling mit der Trikotkanone Erlanger Arbeitskleidung quer über das Wohnzimmer der Stadt schießt, johlt die Menge. Ebenso, wenn der Däne sein stetes Lachen auf dem Parkett mit einem "Es ist einfach immer geil, Handball zu spielen" erklärt.

Klarheit am Mittwoch

"Dieses Jahr wird’s noch mehr", verspricht Johannes Sellin, der das Final Four in Hamburg als schönstes Erlebnis der vergangenen Saison benennt. Und wie die Teamkollegen am Mittwoch Klarheit über Erlangens ersten Pokalgegner der neuen Spielzeit erhalten wird.

Als "starke Einheit", die einen Heimvorteil und viel Enthusiasmus aufbaut, wünscht sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann seinen Lieblingsverein. "Wir wollen rocken, die ersten Spiele gewinnen und eine Einheit mit den Fans bilden", stößt Kapitän Sebastian Firnhaber ins gleiche Horn.

Die Sonne brennt. Es soll wieder heiß werden auf der Platte in Nürnberg. In etwa so wie mittlerweile auf der Platte des Autors. Gleich wird Bertram Obling wieder Trikots über den Schlossplatz schießen.

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