2:5 gegen Wolfsburg

Auch die Ice Tigers haben gegen Wolfsburg keine Chance

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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20.11.2022, 11:33 Uhr
Beinahe unüberwindlich: Auch in dieser Szene scheitern Gregor MacLeod und Roman Kechter an Justin Pogge. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Beinahe unüberwindlich: Auch in dieser Szene scheitern Gregor MacLeod und Roman Kechter an Justin Pogge. 

Im Eishockey kommt es auf die Kleinigkeiten an. Gut, das behauptet nun wirklich jede Sportart von sich. Am späten Freitagabend aber zeigte sich in Köln durchaus, wie wichtig Details in dieser schnellen Sportart sind. Die Ice Tigers hatten auswärts vier Tore geschossen, drei Führungen verspielt und in der Verlängerung gute Chancen nicht genutzt, als der Linienrichter vier Sekunden vor dem Penalty-Schießen zu einem Bully vor dem Nürnberger Tor bat.

Die Haie gewannen das Bully, mit sichtbarer Verzögerung drückten die Zeitnehmer auf den Knopf, Nick Bailen schoss und von Marcus Webers Schläger fand der Puck den Weg an Niklas Treutle vorbei ins Nürnberger Tor. In letzter Sekunde hatten die Haie 5:4 gewonnen, den Ice Tigers blieb ein Punkt und dennoch ein ungutes Gefühl. Zwei Tage später hatten die Grizzlys aus Wolfsburg bereits einen glücklichen Treffer vorgelegt, als Dominik Bittner aus dem Hintergrund abzog und die Scheibe diesmal von Marcus Webers Schlittschuh ins Tor prallte. 0:2. 49 Minuten später hatte Nürnberg auch das zweite Spiel des Wochenendes verloren.

Mit dem Puck ins Tor gecheckt

Vor dem 2:5 (0:2, 1:1, 1:2) hatte es für Tom Rowe gute Nachrichten gegeben. Auf Nick Welsh, Ryan Stoa und Charlie Jahnke wird der Cheftrainer noch lange warten müssen. Aber Tim Fleischer meldete sich zurück, nachdem er am Köln noch vorsorglich hatte aussetzen dürfen. Rowe hatte so die Möglichkeit, dem aufstrebenden Roman Kechter einen starken Mittelstürmer an die Seite stellen und vier potenziell torgefährliche Sturmreihen aufbieten zu können. Und tatsächlich brachten die Ice Tigers vom Eröffnungsbully weg ihr Tempo ein. Dennis Lobach hatte in Unterzahl die frühe Führung auf dem Schläger und dann traf der keineswegs als Torjäger bekannte Björn Krupp mit einem verdeckten Handgelenkschuss mit Ablauf der Strafe gegen Weber (8.). Das unglückliche 0:2 nahm den Ice Tigers vier Minuten später dann jegliche Souveränität.

Sie hatten Probleme im Aufbau, sie schafften es nicht, den Puck hinter die personell arg dezimierte Wolfsburger Verteidigung zu bringen, und dem verkünstelten Power-Play mangelte es wie so oft an Power. Zudem steigerte sich Justin Pogge, wie schon bei beiden Auswärtsniederlagen in Wolfsburg, zu einem herausragenden DEL-Torhüter. Der Fanghand-Save des Kanadiers ließ nicht nur Fleischer vor ihm verzweifeln. Immerhin hatte Weber nicht nur Pech an seinen Arbeitsgeräten kleben. Seine Vorlage ermöglichte Patrick Reimer den Anschluss (27.). Schon im Gegenzug verhinderte aber Niklas Treutle den nächsten Gegentreffer. Einem weiteren versagten die Schiedsrichter die Anerkennung, weil Darren Archibald die Scheibe samt Treutle ins Netz gecheckt hatte.

Wenn der Gegner klar besser ist

Nach dem zweiten Seitenwechsel hatten die Gastgeber ihre beste Phase. Der ansonsten auffällig unauffällige Tyler Sheehy traf mit einem perfekten Handgelenkschuss über die Stockhand Pogges (45.). Es war aber kein Sonntag für eine Aufholjagd. Stattdessen nutzte Machacek abermals Nürnbergs mittlerweile peinliche Schwäche in Unterzahl (51.), traf auch Archibald noch (55.). Diesmal ohne irregulären Körpereinsatz, allerdings war Hayden Shaw zuvor klar gefoult worden.

Nürnberg hatte aber nicht aufgrund dieser Fehlentscheidung verloren. Die Ice Tigers blieben weit von ihrer Normalform entfernt, Wolfsburg stellte, wie nebenan im Max-Morlock-Stadion, die klar bessere Mannschaft. Manchmal sind es nicht die Kleinigkeiten, die letztlich den Unterschied machen.

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