Am Samstag scheppert es ohne Ende

Crash-Chaos am Norisring: Porsche landet ersten DTM-Sieg

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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2.7.2022, 14:05 Uhr
Porsche kann auch DTM: Thomas Preining fuhr in Nürnberg den ersten Sieg für den Debütanten der Rennserie ein. 

© Sportfoto Zink / Schumacher, Sportfoto Zink / Schumacher Porsche kann auch DTM: Thomas Preining fuhr in Nürnberg den ersten Sieg für den Debütanten der Rennserie ein. 

Im Vorjahr hatte Kelvin van der Linde den Gesamtsieg am Norisring vor Augen. In der ersten Kurve bereits verlor der Südafrikaner diesen aber aus dem Blick und rempelte Liam Lawson, den Zweiplatzierten, im Oktober unnachsichtig aus dem Titelrennen. Mit seinem Harakiri-Manöver brachte er nicht nur Lawson, sondern auch sich selbst im letzten Rennen der Saison um den finalen Triumph.

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Davon gut erholt zeigte sich der Abt-Audi-Pilot bei seiner Rückkehr nach Nürnberg. Während Bruder Sheldon, der vor der ersten Entscheidung im fränkischen Monaco von der Spitze des Tableaus grüßte, im zweigeteilten Qualifying in der ersten Startgruppe nicht über Platz elf hinauskam, schnappte sich Kelvin van der Linde die sechste Pole seiner DTM-Karriere.

Einen Vorteil auf dem Stadtkurs durfte sich der Ältere der beiden in einer Motorsport-WG in Kempten beheimateten van der Lindes dadurch ausrechnen. "Ich blicke nach vorne, fokussiere mich darauf, das Rennen zu gewinnen" sagte der 26-Jährige just vor dem Rennen im festen Vorhaben, das Titel-Drama des Vorjahres abzuhaken.

Auch Wittmann erwischt's

Die Erinnerung, wie eng und oft auch ruppig es in der Grundig-Kehre zugeht, wurde am 2. Juli jedoch rasch wieder wachgerufen. Porsche-Pilot Thomas Preining, der Zweite nach dem Qualifying, verbremste sich. Hinter dem Österreicher brach das blanke Chaos aus. Arrjun Meini wurde in seinem Mercedes von Franck Perera umgedreht. In den Rückstau wurden zahlreiche Autos geschoben. Auch Lokalmatador Marco Wittmann, der sich bereits nach dem Qualifying recht unzufrieden gezeigt hatte, war darunter. Von den 27 Boliden, die sich auf den Weg in die erste Kurve gemacht hatten, waren nach dieser schon sieben demoliert und aus dem Rennen.

Einem Schrottplatz sollte der Norisring auch in der Folge ähneln. Verkleidungen hingen schief, Aufhängungen wurden malträtiert. Carbonteile säumten zwischenzeitlich immer wieder die Strecke. Nach der ersten Safety-Car-Phase ging es allerdings etwas disziplinierter zu. Preining war alsbald in Führung und sollte diese bis zur Zieleinfahrt behaupten. Für Porsche, das in dieser Saison in der DTM debütiert, war es der erste Sieg. Dennis Olsen, der Ende der letzten Runde Audi-Fahrer René Rast überholte, sollte diesen sogar zu einem Doppelerfolg machen. In den engen Spitzkehren hatte Porsche vom engen Radstand seiner Autos besonders profitiert.

Bevor dieser Erfolg amtlich war, schepperte es jedoch noch einige Male. Und das ordentlich. Nicht zwischen Preining und Rast, Letzteren musste der Österreicher nach einem neuerlichen Re-Start noch einmal überholen, was unfallfrei gelang. Wohl aber im Rest des immer kleiner werdenden Fahrerfeldes. Lamborghini-Pilot Deledda schoss Esteban Muth raus, Lambo-Kollege Mirko Bortolotti holzte noch wilder durch das Feld - etwa, als er auf der Gegengerade Maro Engel ins Heck knallte.

Nachtarbeit für die Mechaniker

Porsche war vorne, BMW hinten. Preining brachte den Sieg souverän ins Ziel. In einem Rennen, an dessen Ende von 27 Autos nur elf noch auf der Strecke waren. Nach einem Rennen, das es in seiner Unfallhäufigkeit in den letzten Jahren so nie gegeben hatte in Nürnberg. Nach einer Knall-und-Krach-Veranstaltung, welche den Mechanikern bis zum zweiten Rennen mindestens eine arbeitsreiche Nachtschicht bescheren wird.

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