Keine Zukunft für Willems

Lichtblick in dunkler Zeit: Fürths Marco John debütiert in Hannover direkt

Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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30.8.2022, 14:00 Uhr
Abklatschen mit dem neuen Chef: Marco John mit Rachid Azzouzi.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink Abklatschen mit dem neuen Chef: Marco John mit Rachid Azzouzi.

Die größte Überraschung versteckte sich in der Mitte des Aufstellungsbogens. Zwischen den Namen "Tobias Raschl" und "Armindo Sieb". Marco John war ja erst am Freitagnachmittag für ein Jahr von Hoffenheim nach Fürth gewechselt, hatte am Samstag nur einmal mit seinen neuen Kollegen trainiert - und durfte dann beim Auswärtsspiel in Hannover gleich mal von Beginn an auf der linken Abwehrseite mitspielen. Dort, wo normalerweise Luca Itter spielt.

Der aber hatte sich unter der Woche am Oberschenkel verletzt, wie sein Trainer nach dem 1:2 verriet. Genauso wie Jeremy Dudziak, der im Training einen "Schlag auf den Fuß" bekommen habe, soll Itter aber beim nächsten Heimspiel gegen den FC Sankt Pauli wieder fit sein. Jetro Willems hingegen, der ja ebenfalls den Linksverteidiger hätte geben können, durfte gar nicht erst mitreisen nach Niedersachsen.

Während der 28-Jährige zuletzt immerhin noch auf der Bank hatte Platz nehmen dürfen, saß dort diesmal mit Natanas Zebrauskas ein Außenverteidiger der U23. Willems? Verschollen. "Wir sind in völlig offenem Austausch mit Jetro, beide Seiten wissen, wie die Situation aussieht", sagte Trainer Marc Schneider etwas kryptisch auf Nachfrage. "Es ist nichts zwischen uns passiert, dass das die Folge wäre. Es geht um die Gesamtsituation, die ihn und uns beschäftigt. Dementsprechend ist die Situation wie sie ist."

Wie bereits berichtet, will die Spielvereinigung Willems bis kommenden Donnerstag unbedingt noch verkaufen - auch wenn Schneider das in Hannover nicht so benannte. "Natürlich hat er den Anspruch zu spielen", betonte der Trainer, "es geht darum, Lösungen zu finden." Die muss allerdings nicht Schneider finden, für den es offenbar keine Zukunft mit Willems gibt, sondern Geschäftsführer Rachid Azzouzi.

Der hatte am Freitag bereits Marco John für ein Jahr ausgeliehen, mit dem Schneider und seine Trainerkollegen vor dem Anpfiff erstmal noch einen kurze Taktik-Stunde machen mussten - ohne den Spieler aber zu überfordern. "Wir wollten den Druck wegnehmen und ihn nicht mit Informationen bombardieren", erzählte Schneider. "Wir haben gesagt: Mach' deinen Job - das hat er sehr, sehr gut gemacht." Der Auftritt des 20-Jährigen sei "sicherlich ein positiver Lichtblick", schwärmte Schneider. "Man sieht seine Qualität, das wird ein Mehrwert für uns sein."

Ein neuer Linksverteidiger sei der Wunsch des Trainerteams und der sportlichen Leitung gewesen, so der Trainer, "wir wollen das Bestmögliche für Fürth machen. Deshalb haben wir diesen Transfer getätigt."

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