Rachid Azzouzi erklärt

Weiter mit Schneider! Warum der Kleeblatt-Trainer trotz Krise bleiben darf

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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14.9.2022, 15:25 Uhr
"Der Trainer war sehr überzeugend": Deshalb durfte Marc Schneider auch am Mittwochvormittag das Training des Kleeblatts leiten - und bleibt im Amt.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink "Der Trainer war sehr überzeugend": Deshalb durfte Marc Schneider auch am Mittwochvormittag das Training des Kleeblatts leiten - und bleibt im Amt.

Am Mittwochvormittag war in Fürth alles wie immer. Als der Regen um kurz vor Elf aufgehört hatte, bat Trainer Marc Schneider 23 Feldspieler zur ersten Einheit dieser Woche, die ja doch etwas turbulent begonnen hatte. Unter anderem damit, dass Schneiders Chef ausführliche Gespräche über die Zukunft des Übungsleiters angekündigt hatte. Am Tag nach dem 1:2 in Magdeburg und dem Sturz auf den 18. Tabellenplatz sagte Geschäftsführer Rachid Azzouzi, dass man "nochmal intensiver sprechen" müsse.

Das Ergebnis dieses Intensiv-Sprechens konnte man ein paar Stunden später bereits erahnen. Beim "Doppelpass" in der Fürther Stadthalle wirkte Azzouzi weitaus zuversichtlicher, was eine gemeinsame Zukunft mit Schneider anbelangt. Und am Dienstagnachmittag verschickte das Kleeblatt eine Einladung für die Pressekonferenz am Freitagnachmittag vor dem Spiel gegen Spitzenreiter Paderborn am Sonntag - "mit Trainer Marc Schneider".


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Deshalb überraschte es auch niemanden mehr, dass Schneider am Mittwochvormittag das Training leiten durfte. "Ich habe kein Fragezeichen, aber auch kein klares Ausrufezeichen gemacht", sagte Azzouzi zu seinen Worten vom Wochenbeginn. Nach dem Schock über die "Nicht-Leistung" der Mannschaft und einer kurzen Nacht habe man "Gespräche in alle Richtungen führen müssen, um ein Gefühl zu entwickeln", so der Geschäftsführer. Offenbar entwickelten beide Seiten ein gutes Gefühl, sodass einer gemeinsamen Zukunft nichts im Weg stand.

"Der Trainer war sehr überzeugend", berichtete Azzouzi aus den Gesprächen. "Er wirkt sehr fokussiert, ganz klar und nicht niedergeschlagen." Deshalb sah er keinen Anlass, sich nach neun sieglosen Pflichtspielen von seinem Trainer zu trennen - stattdessen machte Azzouzi aus den vielen Fragezeichen ein Ausrufezeichen. Schneider bleibt! Es gelte jetzt, als Trainer "widerstandsfähig zu sein, Zuversicht und Vertrauen auszustrahlen und das auf die Spieler zu übertragen".

Auf die Mannschaft, die der Geschäftsführer nach der blamablen Leistung beim 1:2 in Magdeburg in die Pflicht genommen hatte. Was er vom leblosen Auftritt beim Aufsteiger hielt, hat Rachid Azzouzi den Spielern ganz deutlich gesagt - und erwartet jetzt eine "Reaktion" am Wochenende, "eine Reaktion nicht nur spielerisch, sondern auch so, dass wir Ergebnisse erzielen", wie der Geschäftsführer erklärte.

Nur: Was, wenn die ausbleibt? Was passiert, wenn das Kleeblatt gut spielt - und trotzdem gegen Paderborn verliert? Wird aus dem Ausrufe- dann wieder ein Fragezeichen? So weit wollte Azzouzi nicht denken. "Wir versuchen jetzt, zusammen den Dreier einzufahren - und dann schauen wir weiter", sagte er. "Wir haben eine schwierige Phase, was im Fußball mal vorkommt. Es gilt, jetzt nicht die Nerven zu verlieren und sich nicht vom Druck von Außen beeinflussen zu lassen."


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Dennoch soll es nicht einfach so weitergehen. "Es gibt genügend Maßnahmen, die von Marc initiiert werden", erzählte der Geschäftsführer. Eine dieser Maßnahmen ist, dass Spieler, Trainer und Verantwortliche in dieser Woche auch abseits des Trainings "viel Zeit miteinander verbringen", um die Gemeinschaft zu stärken und "den Fokus auf das zu legen, was wichtig ist".

Und so war dann doch nicht alles wie immer in Fürth. Nach dem Training redete Marc Schneider lange mit Kapitän Branimir Hrgota, Sebastian Griesbeck und Oussama Haddadi - den Spielern, die er anscheinend als seine drei wichtigsten Führungsspieler auserkoren hat.

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