30:34 gegen Melsungen

Erfolgloser Heimatabend: Die Pokalreise des HCE endet in Erlangen

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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19.10.2022, 21:20 Uhr
Gesprächsbedarf: Für Johannes Sellin und Trainer Raul Alonso ist der Cup-Wettbewerb vorbei.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Gesprächsbedarf: Für Johannes Sellin und Trainer Raul Alonso ist der Cup-Wettbewerb vorbei.

Schon als der HCE der MT Melsungen das letzte Mal in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle begegnete, war das Ergebnis aus Erlanger Sicht unerfreulich. Im Pokal-Achtelfinale 2013 hatte man gegen klassenhöhere Nordhessen mit 24:32 das Nachsehen. Verantwortlich dafür: Johannes Sellin, mit acht Toren einer der treffsichersten Werfer der Turngemeinde damals.

Seit Mitte 2017 trägt Sellin das Trikot des HC Erlangen, der seine Heimspiele seit Mitte 2014 in Nürnberg austrägt. Beim neuerlichen Auftritt in der alten Heimat, im Dezember hatte man dort gegen Wetzlar noch einen wunderbaren Pokalabend, konnte auch der erfahrene Rechtsaußen nicht dafür sorgen, dass die emotionale Rückkehr eine erfolgreiche wurde. Durch das 30:34 (14:17), das der HCE in bestmöglicher Atmosphäre quittierte, ist die Pokalreise des diesjährigen Final-Four-Teilnehmers beendet.

Mit viel Tatendrang, aber ohne Simon Jeppsson startete der HCE in die Partie. Erlangens schwedischer Scharfschütze hatte sich im Abschlusstraining eine Knieblessur eingehandelt. Tim Zechel blockte einen Wurf, Bertram Obling parierte, in Führung ging die MT durch Kai Häfner dennoch. Obwohl sich Hampus Olsson in der fünften Minute erstmals Sprungfedern anschnallte, war der HCE kurz darauf mit 1:4 hinten. Zu umständlich agierte das Team von Raul Alonso in den Anfangsminuten.

Als Zechel das Spielgerät nach flotter Ballzirkulation im Tor untergebracht und Christoph Steinert zweimal vom Siebenmeterstrich getroffen hatte, war der HCE jedoch wieder dran. Die Halle nahm dies begeistert wahr. Nico Büdel bediente Zechel, der auf 5:5 stellte. Ein Büdel-Zuspiel später beförderte Firnhaber Erlangen ins Vordertreffen. Und verwandelte die Hiersemannhalle damit erstmals in eine herrliche Indoor-Partyzone.

Metzner hält die Spannung hoch

Der HCE war im Dauerapplaus seiner Fans jetzt voll da. Firnhaber zauberte den Ball zum 8:8 ins Gäste-Gehäuse. Als Erlangens Kapitän wenig später jedoch am linken Pfosten gescheitert war und Steinert erstmals vom Siebenmeterstrich, schien es, als ob Melsungen wieder davonziehen könnte. Antonio Metzners magnetischer Zug zum Tor – belohnt mit vier Treffern binnen kurzer Zeit - hielt den HCE gleichwohl in Schlagdistanz. 14:17 hieß es zur Pause.

Obwohl nach dieser Steinert und Fäth einnetzten, wurde die Aufgabe zunehmend komplizierter für Erlangen. Nachdem unter anderem Sellin am starken MT-Schlussmann Nebojsa Simic verzweifelt war, notierte man ein 16:20. Wenig später betrug der Rückstand gar fünf Treffer. Sellins Treffer ins leere Tore und Tim Zechels Durchsetzungsstärke beendeten das Zwischentief nur scheinbar. Abgezockte Gäste bestraften einfache Erlanger Ballverluste und nun weitgehend ausbleibende Torwart-Paraden gnadenlos, rund zwölf Minuten vor dem Ende lag Erlangen 21:27 zurück.

Am Ende reicht's nicht

"Wir wollen euch siegen sehen", sangen die tapferen HCE-Fans. Der Glaube daran schien trotz ihres Singens, Klatschens und Trommelns allerdings zunehmend zu schwinden. Oblings Parade und Büdels Bude zum 25:30 weckte die Anhänger und Spieler jedoch wieder auf. Die Hiersemannhalle tobte, als Büdel zwei Siebenmeter versenkte. Erlangen robbte sich heran, deckte entschlossen. Sellin erzielte das 29:32 (58.). Trotz viel Courage und Kampf sollte das an diesem Abend vor 1250 Zuschauern aber nicht fürs Weiterkommen reichen.

HC Erlangen: Zechel 5, Metzner 5, Büdel 5, Firnhaber 4, Sellin 3, Steinert 3, Fäth 2, Zehnder 1, Bissel 1, Olsson 1.

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