Der HCE analysiert sich selbst

Zwischen den "Monsteraufgaben": Alonsos Erlanger schnaufen durch

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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20.11.2022, 10:59 Uhr
Knapp dran ist nicht immer drin: HCE-Chefcoach Raul Alonso hadert mit seinem Team - und ist auf es trotzdem stolz.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Knapp dran ist nicht immer drin: HCE-Chefcoach Raul Alonso hadert mit seinem Team - und ist auf es trotzdem stolz.

Ein großes Kompliment mit viel Wahrheitsgehalt darin machte Gäste-Coach Sebastian Hinze dem HCE nach dem Spiel. "Ich bin glücklich, denn wir sind ehrlich: Es hätte heute auch in die andere Richtung laufen können", sagte dieser. Nachdem seine Rhein-Neckar Löwen die Partie beim HC Erlangen - zum dritten Mal in der Bundesliga-Geschichte übrigens - außerhalb Mannheims für sich entschieden hatten. Mit einem 33:30 (16:18), über das sich Frankens Handball-Bundesligist wie schon in den Begegnungen mit Deutschlands derzeit besten Teams zuvor reichlich ärgern durfte.

Vorteile im ersten Durchgang

Die Niederlage vorhersehbar, das hört der HCE freilich nicht zum ersten Mal, war diese über weite Strecken einer packenden Partie und besonders im ersten Durchgang keineswegs gewesen. Erlangen, das vor stimmungsvoller Heimkulisse hinten mit Ferlin-Paraden und vorne mit Heiny-Sellin-und-Steinert-Treffern glänzte, hatte nach einer überaus gelungenen Hälfte noch eine Zwei-Tore-Führung inne, dann aber nachlassender Abschlussqualität und schwindenden Kräften Tribut zollen müssen.

Nach der dritten "Monsteraufgabe" binnen acht Tagen, wie Raul Alonso den Treff mit dem Tabellendritten im Anschluss nannte, machte der 43-Jährige seiner Mannschaft dennoch ein "Riesenkompliment". Dass die von Sebastian Hinze, dem neuen Löwen-Dompteur, beeindruckend zurück auf Erfolgskurs getrimmten Kurpfälzer seinem HCE in Nürnberg das Nachsehen gaben? War aus Sicht des HCE-Trainers "enttäuschend". Aber sachlich irgendwo auch nachvollziehbar.

"Wir sind stolz, dass wir..."

Der Spielplan hat es hart gemeint mit dem HCE in der jüngeren Vergangenheit. Sein Team wäre aber ohne Klagen und "wieder mit großer Leidenschaft, Einstellung und Qualität durch diese Partie gegangen", sagte Alonso. Der auch einem "einzigartigen Publikum" im Anschluss dankte. "Wir sind stolz, dass wir es wieder geschafft haben, einen ganz großen Gegner so lang zu beschäftigen, obwohl wir viel in den Beinen hatten", erklärte Erlangens Trainer auf der Pressekonferenz.

In der Rückschau gegen die Rhein-Neckar-Löwen, darauf was wohl entscheidend war, erklärte Alonso, dass Mannheim nach der Pause die Momente, etwa durch eine starke Torhüterleistung von Mikael Appelgren, für sich hatte. Und sein Team - auch durch einen im Vergleich zum Heimspiel gegen Kiel deutlich verbesserten Johannes Sellin - in wichtigen Phasen nicht mehr ins Tor traf. Zumindest nicht mehr in dieser Regelmäßigkeit. Auch wenn der HCE davor und danach zeigte, dass er in der Lage ist "Feuer mit Feuer zu bekämpfen", Mannheims Tempohandball also mit Tempohandball antwortete.

Lemgo und dann Berlin

"Eine schwere Serie", die Begegnung mit den ausschließlich absoluten Spitzenteams endet für die von Raul Alonso trainierten Erlanger nun. Ehe nach der Auswärtsaufgabe in Lemgo (Sonntag, xx Uhr, Sky) mit den Füchsen Berlin in Form des Tabellenzweiten die nächste Monsterprüfung bei der Black Night wartet. Mit der Punkteausbeute aus den letzten, herausfordernden Partien war der HCE-Coach und sein Team "nicht zufrieden . Aber absolut mit der Einstellung". Das letzte Kompliment an diesem Samstagabend machte Erlangens Trainer seiner Mannschaft selbst.

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