Nach 1:3 gegen Dortmund

"Die beste Leistung gebracht": Fürths Trainer Leitl adelt Kapitän Branimir Hrgota

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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10.5.2022, 06:00 Uhr
"Alles versuchen, es nächstes Jahr wiedergutzumachen": Kapitän Branimir Hrgota am Samstagabend im Ronhof.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink "Alles versuchen, es nächstes Jahr wiedergutzumachen": Kapitän Branimir Hrgota am Samstagabend im Ronhof.

Der Samstagabend war ein sehr emotionaler für alle, die es mit dem Kleeblatt halten. Erst bedankte sich Branimir Hrgota über das Stadionmikrofon bei den Fans für die Unterstützung in dieser oft so schwierigen Saison, dann setzte Stefan Leitl zu einer Lobeshymne an. Die Worte, die der scheidende Trainer wählte, als er auf seinen Kapitän angesprochen wurde, kamen einer Liebeserklärung gleich. Mehrere Minuten lang redete Leitl über Hrgota und dessen Rolle im Fürther Gesamtgefüge.

"Branimir ist zu einer zentralen Figur hier geworden, auch für mich", begann Leitl - und blickte dann erstmal zurück. Zu den ersten Monaten seines Engagements in Fürth. Nachdem Leitl die sportlich strauchelnde Mannschaft 2019 zum souveränen Ligaverbleib geführt hatte, dachte er weiter. An das, was noch möglich sein könnte. In seinen Gedanken über die Zukunft spielte ein Name eine große Rolle: Branimir Hrgota. "Ich kenne ihn schon sehr lange und habe seinen Weg immer verfolgt", erzählte Leitl, der im Angreifer, der damals bei Eintracht Frankfurt gerade keine einfache Zeit erlebte, eine große Verstärkung sah.

"Ich lag Rachid Azzouzi permanent im Ohr, dass ich diesen Spieler haben möchte", erinnert sich Leitl. Der Geschäftsführer erfüllte seinem Trainer diesen Wunsch und machte ihn damit sehr glücklich. Im Sommer 2019 wechselte Hrgota tatsächlich nach Fürth, "nach seiner Verpflichtung habe ich gesagt, dass das ein herausragender Transfer für die Spielvereinigung Greuther Fürth ist", so Leitl. "Er hat alle Erwartungen erfüllt, nicht nur sportlich."

In seiner ersten Saison schoss er zehn Tore und bereitete vier vor, im Jahr darauf führte er das Kleeblatt mit 16 Toren, acht Assists und der Kapitänsbinde am Arm zum Aufstieg in die Bundesliga. Dort erlebte der 29-Jährige, genauso wie all seine Kollegen, viele traurige Momente und wirkte manchmal auch glücklos, ging aber trotzdem immer mit viel Einsatz und Willen voran. "Über die Saison hinweg hat er die beste Leistung gebracht", lobte Leitl. "Er war ein herausragender Kapitän in der Kommunikation und hat zusammen mit Sascha Burchert dafür gesorgt, dass die Mannschaft immer intakt war und die Kabine gelebt hat."

Wie wichtig Branimir Hrgota für diese Mannschaft war und ist, lässt sich nicht nur an seinen Statistiken ablesen. Mit neun Toren und sechs Vorlagen war Hrgota an 15 von 27 Fürther Toren direkt beteiligt, seinen Platz in den Geschichtsbüchern des Fürther Fußballs hat er damit längst sicher. Hrgota ist der Rekordtorschütze des Kleeblatts in der Bundesliga und wird das wohl auch erstmal für längere Zeit bleiben. Doch abseits dieser Zahlen scheinen Hrgota und der zum Ersatztorhüter degradierte Burchert ihre Kollegen immer wieder aufgerichtet und motiviert zu haben.

Respekt und Anerkennung

Denn es ist ja eine der größten Leistungen, dass diese Mannschaft nach einer desaströsen Hinrunde mit nur fünf Punkten nicht zerfiel und unterging, sondern (fast) jede Woche ein guter Gegner war. Ein Team, das selbst gegen den FC Bayern oder Borussia Dortmund mutig Fußball spielte und sich so nicht nur in Fürth viel Respekt erarbeitete. Respekt und Anerkennung reichen allerdings nicht, um in der Liga zu bleiben.

Deshalb wird das Kleeblatt ab Juli wieder zweitklassig spielen. Mit Branimir Hrgota als Anführer? Zumindest klangen seine Worte am emotionalen Samstagabend so. "Wir werden uns sammeln", sprach der Kapitän in das Stadionmikrofon, "und zusammen werden wir alles versuchen, es nächstes Jahr wiedergutzumachen."

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