Schulstart

"Wir fühlen uns im Klassenzimmer nicht sicher"

Christoph Benesch
Christoph Benesch

Erlangen

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10.1.2022, 08:00 Uhr
Masken, Abstand, Lüften und vor allem viel mehr Testen: Ab heute startet – ungeachtet der Omikron-Variante – der Schulunterricht wieder in Präsenz.
 

Masken, Abstand, Lüften und vor allem viel mehr Testen: Ab heute startet – ungeachtet der Omikron-Variante – der Schulunterricht wieder in Präsenz.   © Günter Distler, NNZ

Die Ferien sind vorbei, auch die Schüler in Erlangen, Herzogenaurach, Höchstadt und dem Landkreis müssen ab heute wieder in die Schule. Damit auch die Lehrer, deren Verbandsvorsitzende vor den Weihnachtstagen angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante noch Distanzunterricht ins Gespräch gebracht hatten. Sie alle müssen ab heute wieder mit mehr als 20 unterschiedlichen Haushalten mehrere Stunden in geschlossenen Räumen verbringen. Eine Situation, die in der Pandemie, in der der Bundesarbeitsminister erst „zu Homeoffice, wo immer möglich“ aufgerufen hatte, wohl einzigartig sein dürfte.

"Es ist Unbehagen da"

„Es ist schon Unbehagen da“, sagt auch Anna König stellvertretend für die Schülerschaft. Die 17-Jährige war bis vergangenes Jahr Bezirks- und Landesschülersprecherin und geht in die 12. Klasse des Gymnasium Eckental. „Wir fühlen uns in den Klassenräumen nicht wirklich sicher. Es ist aber gut, dass eine Entscheidung zu Präsenzunterricht nicht mehr für Wochen gültig ist, sondern wir schon das Gefühl haben, hier wird dynamisch reagiert.“ Kultusminister Michael Piazolo hatte angekündigt, dass Schulen in Bayern ungeachtet der stark steigenden Infektionsfälle wieder mit Präsenzunterricht starten. In einem Schreiben der Staatsregierung an die Eltern heißt es: „Die Corona-Schutzkonzepte an unseren Schulen wirken. So kann auch bei erhöhten Inzidenzwerten Präsenzunterricht stattfinden.“
Allerdings wird der Infektionsschutz ausgeweitet: Auch geimpfte und genesene Schüler müssen sich wieder testen lassen, noch vor dem ersten Schulbesuch wurde die Bitte ausgesprochen, die Kinder zu Hause oder bei Testzentren vor dem Aufbruch zum Schulhaus zu testen.
„Das Wohlbefinden von vor Corona existiert im Schulhaus nicht mehr“, findet Anna König. Auch die Gymnasiastin hält aber grundsätzlich Präsenzunterricht aus psychischen Gründen vor allem für die Kinder aus jüngeren Jahrgangsstufen für wichtig: „Nicht jeder hat zu Hause optimale Bedingungen, da ist das Toben mit Freunden im Schulhof und auch ein besseres Lernen unter strengeren Test- und Infektionsschutzauflagen richtig – ich bin der Meinung, wir alle müssen uns da an den Schwächsten orientieren.“

"Es wird niemand ausgegrenzt"

Zwar gebe es keine Demos im Schulhof, wohl aber gibt es auch in der Schülerschaft Gegner der Maßnahmen. „Am Schlimmsten ist es aber für die, die noch keine 18 sind, sich gern impfen lassen würden – aber die Eltern dagegen sind“, so König. Daher werde grundsätzlich niemand ausgegrenzt, der nicht geimpft ist. „Aber man meidet das Thema dann schon.“
In Sachen Infektionsschutz hätten die Schulen „Luft nach oben“, so König. Eine spontane Umfrage unter Schülersprechern in Erlangen habe ergeben, dass noch immer nicht alle Klassenzimmer mit Luftfilteranlagen versorgt seien. „Das ist nicht nur angesichts der Omikron-Variante enttäuschend.“