Kriminalität

Einbruch bei Rösterei Espressone: Zeugen winkt hohe Belohnung

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

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11.1.2022, 21:00 Uhr
Kriminelle klauten in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Espressone Kaffeemaschinen im Wert von mehreren zehntausend Euro.

Kriminelle klauten in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Espressone Kaffeemaschinen im Wert von mehreren zehntausend Euro. © Hans-Joachim Winckler

Die Firma Espressone aus Cadolzburg will bei der Suche nach dem Einbrecher ein wenig nachhelfen und hat eine Belohnung ausgesetzt: 1000 Euro winken Menschen, die Informationen haben, die zur Festnahme der Diebe führen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag stahlen sie dort Kaffeemaschinen im Wert von mehreren zehntausend Euro. "Habt Ihr Beobachtungen gemacht? Eventuell im Internet ungewöhnlich angebotene Neuware von Kaffeemaschinen der Marken Nivona, Jura und ECM gesehen?", fragt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite.

Generell hat die Kripo nichts gegen private Zeugenaufrufe. Nur Videoaufnahmen, so Michael Dietsch, Chef der Fürther Kriminalpolizei, dürfen nicht veröffentlicht werden, denn: "Auch ein Einbrecher hat ein Persönlichkeitsrecht." 2014 hatte der Fürther Juwelier Kuhnle nach einem Überfall mit Videoaufnahmen nach dem Täter gesucht - er musste sie schließlich löschen.

Für Dietsch ist es kein ungewöhnliches Phänomen, wenn es zu mehreren Einbrüchen in wenigen Tagen kommt. "Es gibt immer wieder Wellenbewegungen", sagt er. Mal komme es zu mehreren Taten in kurzen Zeiträumen, anschließend bleibe es eine, zwei oder gar drei Wochen ruhig. Noch sind die Daten für die Kriminalstatistik nicht komplett, doch Dietsch schätzt, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche 2021 zurückgegangen ist.

Grundsätzlich schlagen Kriminelle ihm zufolge lieber in den Wintermonaten zu, wenn sie im Schutz der Dunkelheit operieren können und die Dämmerung dann einsetzt, wenn viele Menschen bei der Arbeit sind. "Wenn jemand zuhause ist, wird ungern eingebrochen", erklärt der Kripo-Chef.

Sein Kollege Rainer Seebauer, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, weiß, was Ganoven das Leben schwer macht: Er rät beispielsweise, bei Abwesenheit die Fenster zu schließen, die Türen abzusperren und eine Lampe brennen zu lassen, wenn man abends unterwegs ist.

In Fürth waren die Täter stets unbemerkt zugange. Sie stiegen zwischen 26. Dezember und 6. Januar in eine Pizzeria in der Innenstadt, ein alleinstehendes Einfamilienhaus in der Westvorstadt und zwei Mehrfamilienhäuser in Ronhof sowie in der Theaterstraße ein. Bislang, so Dietsch, gebe es keine neuen Erkenntnisse zu den vier Rauben, bei denen die Kriminellen Schmuck, Bargeld, hochwertige alkoholische Getränke und elektronische Geräte erbeuteten. Auch zwischen den drei Wohnungseinbrüchen könne man momentan keinen Zusammenhang herstellen. Die Zahl der eingegangenen Hinweise zu den fünf Vorfällen der vergangenen Wochen beschreibt Dietsch als "dürftig".