Neues aus den Museen

Stadtmuseum Neumarkt: Mit Künstler Christoph Gerling abtauchen ins Meer der Farben

31.3.2024, 19:15 Uhr
Christoph Gerling in seiner Ausstellung.

© Günter Gloser, NNZ Christoph Gerling in seiner Ausstellung.

Christoph Gerling, der 1937 in Würzburg geboren wurde und in Deckersberg lebt und arbeitet, schenkt der Stadt Neumarkt rund 300 Arbeiten aus verschiedenen Phasen seines Schaffens, darunter seine gesamten Siebdrucke, etliche Aquarelle sowie bemalte Fliesen, Teller, Platten und Kopfformen aus Keramik. Seine Bildwelt bewegt sich im Gegenständlichen und Erzählerischen ebenso wie im Ungegenständlichen: Portraits und Figurationen, Darstellungen von Fauna und Flora, Impressionen von Meereslandschaft, Topografisches und Typografisches sowie Ornamentales und Konstruktives.

Von vorne herein begabt für ausgewogene Kompositionen und den Umgang mit Farben, widmet sich Gerling bis heute den Reaktionen zwischen verschiedenen Farbtönen. „Schlechtes Kolorit und falsche Proportionen waren mir schon immer zuwider“, so der Künstler. Unter anderem entwickelt er intensiv-farbige Siebdrucke - für ihn ein wichtiges Ausdrucksmittel.

Der Künstler mit seinen Siebdrucken.

Der Künstler mit seinen Siebdrucken. © A. Pitsch

Schon zu Zeiten seiner Lehrtätigkeit in der Druckwerkstatt der Nürnberger Akademie arbeitete Gerling intensiv an diesem Teil seines Werks. In komplexer Drucktechnik lässt er noch heute nuancierte Farbgebungen mit teils transparenter Überlagerung und illusionistischem Raum entstehen. Seinen intuitiven Bildideen lässt Gerling freien Lauf, und er erzählt verschmitzt von Begegnungen und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Ein Siebdruck von Christoph Gerling (o.T.) aus dem Jahr 2005.

Ein Siebdruck von Christoph Gerling (o.T.) aus dem Jahr 2005. © Petra Henseler

Ein Hauch von Italien: Der bekennende Liebhaber Sardiniens und Siziliens bereichert seine Arbeiten häufig mit den Eindrücken seiner vielen Reisen dorthin. Die südliche Atmosphäre sowie Farben und Geschichten von allerlei Menschen schlagen sich sowohl in den Aquarellen als auch in der Bemalung seiner Keramik nieder. Speziell in den Aquarellen überzieht er das Papier Format füllend mit einem Geflecht aus vielen Pinselstrichen. Den Freunden seiner Kunst ermöglicht er damit eine lange Betrachtung nebst Suchen und Finden von Details mancher vom Meer seiner Farben überlagerten Gegenstände.

Seine Keramiken aus sizilianischen Fa-
briken – teils von ihm selbst geformt –, die er vor Ort bemalte und brennen ließ, zeigen sich reich an Motiven und Sentenzen. Klar beeinflusst von der dortigen traditionellen Keramikmalerei, bleibt Gerlings Handschrift dennoch erkennbar. Der Kopf und das stilisierte Antlitz sind ihm in seinem gesamten Werk stete Begleiter; er schuf sinnierend dreinblickende Selbstportraits oder schrullig-charmante Interpretationen von Menschen, denen er begegnete. Letztere finden ihren Höhepunkt in seinen pfiffigen Kugelköpfen aus Keramik.

https://stadtmuseum.neumarkt.de

Dieser Text ist in der Museumszeitung erschienen, einer Kooperation zwischen dem Verlag Nürnberger Presse und den Museen.

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