Gelb und vitaminreich

Irische Butter: Was ist der Unterschied zu normaler Butter?

6.12.2022, 09:09 Uhr
Irische Butter, die im Inland verkauft wird, ist immer salzig. In Deutschland werden auch ungesalzene Produkte angeboten.

© Mareike Graepel/dpa Irische Butter, die im Inland verkauft wird, ist immer salzig. In Deutschland werden auch ungesalzene Produkte angeboten.

Zwei Besonderheiten kennzeichnen die irische Butter, nämlich ihre cremige Konsistenz und dass sie auch nach der Lagerung im Kühlschrank streichzart bleibt. Doch warum schmeckt diese Butter so besonders? Das erfahren Sie in diesem Beitrag zusammen mit der Bedeutung des Produkts für die irische Wirtschaft.

Warum irische Butter besonders schmeckt

Laut dem Museum in Cork zu der Geschichte und dem Siegeszug der irischen Butter können Rinder in Irland fast das ganze Jahr auf der Weide stehen und frisches Gras fressen. Rund 300 Tage im Jahr verbringen sie unter freiem Himmel. Der Grund dafür ist das vergleichsweise milde Klima entlang des Golfstroms, wodurch fast das ganze Jahr hindurch Gras wächst.

Die Ernährung der Kuh mit frischem Gras macht die Butter demnach besonders streichfähig, gelb und vitaminreich. Zudem enthält sie dadurch mehr ungesättigte Fettsäuren. Denn im Gras ist mehr Carotin als im Futtermais, und es ist naturgemäß mit Kräutern durchsetzt. Außerdem sind Weidekühe seltener krank als die Artgenossen, die Kraftfutter erhalten und häufiger an Labmagenverdrehungen leiden. Zudem "müssen" irische Milchkühe nur 5000 Liter Milch pro Jahr geben, etwa 2000 Liter weniger als Hochleistungskühe anderswo.

Im Buttermuseum wird auch eine Besonderheit erklärt: Irische Butter ist noch immer salzig. "Das liegt daran, dass sie so länger haltbar gemacht wurde, bevor man Möglichkeiten der Kühlung hatte", erklärt Peter Foynes, Chef des Museums. "Ich habe noch nie ungesalzene Butter gegessen." Das hat sich im englischsprachigen Raum bis heute durchgesetzt. Ins europäische Ausland und in den USA verkaufen die Hersteller sie auch in ungesalzener Form.

Geräte zur Butterherstellung im Buttermuseum in Cork. Dort erfahren Besucher allerhand Interessantes.

Geräte zur Butterherstellung im Buttermuseum in Cork. Dort erfahren Besucher allerhand Interessantes. © Mareike Graepel/dpa

Irische Butter: Ihre Geschichte und Bedeutung für Irland

Seit 3500 Jahren wird in Irland Butter hergestellt. Der Südwesten ist am erfolgreichsten, weil es selbst in den Sommermonaten in der Provinz Munster relativ kühl bleibt. Der Buttermarkt in Cork war lange der größte der Welt. Heute verkaufen "Creameries" in kleineren Städten ihre Butter noch direkt, den internationalen Markt dominieren aber große Firmen wie Kerrygold und Dairygold.

Das Land erlebte zuletzt 2018 einen wahren Butter-Boom, die Iren exportierten Butter im Wert von mehr als einer Milliarde Euro. Irland ist führender EU-Exporteur von Butter in Drittländer, wie aktuelle Zahlen der Milchmarktbeobachtungsstelle (MMO) in Brüssel bestätigen. Zum Vergleich: Für eine ähnlich hohe Summe wurden im gleichen Jahr Guinness, Baileys und andere irische Getränke zusammen ins Ausland verkauft. Für Deutschland ist Irland - neben den Niederlanden - der wichtigste Butter-Lieferant.

Irische Butter in Deutschland

"Mit mehr als 15 Prozent wertmäßigem Marktanteil im deutschen Buttermarkt sind wir Marktführer", sagt Kerrygolds Marketing-Manager Stephen Hurley. 2020 vertrieb die Ornua Co-operative Ltd., eine Genossenschaft der irischen Bauern und Molkereien, über ihre deutsche Firmentochter rund 79.000 Tonnen Butter und Käse der Marke Kerrygold. Die zweite große irische Buttermarke Dairygold hat sich in Deutschland vom Supermarktgeschäft verabschiedet und verkauft an ihre Produkte an die Gastronomie.