Solarzellen im Dach

Lightyear 0: Diese superteure Limousine fährt mit Solarstrom

20.6.2022, 15:17 Uhr
Zunächst sollte die Solar-Limousine "Lightyear One" heißen, daraus ist jetzt "Lightyear 0" geworden.

© Lightyear Zunächst sollte die Solar-Limousine "Lightyear One" heißen, daraus ist jetzt "Lightyear 0" geworden.

Fahren mit Solarstrom: Das ist eine Idee, die seit Anbeginn der E-Mobilität buchstäblich elektrisiert. Das Start-up Sono Motors hat sie bei seinem – immer noch nicht erhältlichen – Minivan Sion aufgegriffen, Toyota wiederum setzt dem Prius und, ab 2023, dem neuen bZ4X ein Solardach auf, ähnlich verfährt Hyundai beim Ioniq 5.

Solarzellen auf der Haut

Zur ausschließlichen Erzeugung des Fahrstroms reicht die Photovoltaik allerdings nicht aus. Das ist auch bei der Solar-Limousine Lightyear 0 so, die das gleichnamige niederländische Unternehmen ab November dieses Jahres ausliefern will. Doch fünf Quadratmeter an Solarzellen, integriert in die Motorhaube und ins Dach, sollen an einem sonnigen Sommertag immerhin 70 Kilometer Extra-Reichweite bescheren. Wenn keine Langstreckenfahrt ansteht, muss die Solar-Limousine bei entsprechender Wetterlage im Alltag also weder an der Wallbox noch an der Ladestation andocken.

Der Lightyear 0 bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in zehn Sekunden.

Der Lightyear 0 bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in zehn Sekunden. © Lightyear

Insgesamt verspricht der Hersteller bei komplett gefülltem Akku einen WLTP-Aktionsradius von bis zu 625 Kilometern. Der Normverbrauch liegt nach offiziellen Angaben bei 10,5 kWh/100 km.

Aerodynamisches Leichtgewicht

60 kWh Akkukapazität – das ist nicht allzu viel für eine veritable und 5,10 Meter lange Limousine. Dass das trotzdem reicht, ist einerseits dem niedrigen Fahrzeuggewicht von lediglich 1575 Kilogramm zu verdanken (350 Kilogramm entfallen auf die Batterien) und andererseits dem sehr guten Luftwiderstandsbeiwert. Dieser cW-Wert beträgt gerade einmal 0,19. Zum Vergleich: Der VW Golf VII weist 0,27 auf, der derzeitige Rekordhalter Mercedes EQS bringt es auf 0,20.

Im Innenraum gibt es ein digitalisiertes Bedienkonzept.

Im Innenraum gibt es ein digitalisiertes Bedienkonzept. © Lightyear

Günstigeres folgt

Angetrieben wird der Lightyear 0 von vier Radnaben-Elektromotoren mit insgesamt 130 kW/170 PS. Die ab September im finnischen Uusikaupunki produzierte Kleinserie ist auf 946 Einheiten limitiert, der Preis mit 250.000 Euro exorbitant hoch. In etwa zwei bis drei Jahren will Lightyear aber ein günstigeres Solarmobil auf den Markt bringen, das dann nur etwa 30.000 Euro kostet.

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