Rückblick

Wiederentdeckt - Wir zeigen Ihnen hier bemerkenswerte Bildschätze aus dem Pressearchiv.

10.7.2024, 15:15 Uhr
In Kunstbetrachtung versunken: Einen Moment der Muße gönnen sich zwei Raumpflegerinnen auf unserem Motiv aus dem Jahre 1975, welches seinerzeit unter dem Titel "Kunstpflege" erschienen ist. Ihre geblümten Arbeitskittel bilden einen reizvollen Kontrast zu den ausgestellten abstrakten Kunstwerken. Um welche Ausstellung es sich handelt, ist leider nicht bekannt.
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In Kunstbetrachtung versunken: Einen Moment der Muße gönnen sich zwei Raumpflegerinnen auf unserem Motiv aus dem Jahre 1975, welches seinerzeit unter dem Titel "Kunstpflege" erschienen ist. Ihre geblümten Arbeitskittel bilden einen reizvollen Kontrast zu den ausgestellten abstrakten Kunstwerken. Um welche Ausstellung es sich handelt, ist leider nicht bekannt. © Rainer Fechter

Als man in der Pegnitz noch schwimmen durfte: Bei frühsommerlichen 23 Grad läuteten diese beiden Nixen in ihren modischen Badekappen in der Pegnitz nahe der Wöhrder Wiese die Badesaison ein und genehmigten sich ein Ballspiel in den kühlen Fluten. Auch die städtischen Schwimmbäder waren zu diesem Zeitpunkt im Jahre 1954 bereits gut gefüllt und sind es im Sommer bis heute, das Flussbaden ist in Nürnberg legal leider nicht mehr möglich.
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Als man in der Pegnitz noch schwimmen durfte: Bei frühsommerlichen 23 Grad läuteten diese beiden Nixen in ihren modischen Badekappen in der Pegnitz nahe der Wöhrder Wiese die Badesaison ein und genehmigten sich ein Ballspiel in den kühlen Fluten. Auch die städtischen Schwimmbäder waren zu diesem Zeitpunkt im Jahre 1954 bereits gut gefüllt und sind es im Sommer bis heute, das Flussbaden ist in Nürnberg legal leider nicht mehr möglich. © Gertrud Gerardi

Heimliche Wünsche einiger Nürnberger Stadträte erfüllten sich 1965 in der Halle des SC 04 Maxvorstadt. An diesem Ort konnten sich die Parteien wöchentlich wie im Flug übereinander hinwegsetzen, wenn auch nur beim Bocksprung. Auf unserem Bild hüpft gerade CSU-Stadtrat Georg Holzbauer über SPD-Stadtrat Rolph Mader. Über alle feindlichen Lager hinweg hatte sich ein kleiner Frühsport-Club gebildet, der jeden Dienstag um 7:30 Uhr auf das Kommando eines Turnlehrers in Schwung gebracht wurde. Vier Wochen trainierten die Stadtväter heimlich, ehe sie sich zum ersten Mal bei ihrer Frühgymnastik von Vertretern der Presse zuschauen und fotografieren ließen.
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Heimliche Wünsche einiger Nürnberger Stadträte erfüllten sich 1965 in der Halle des SC 04 Maxvorstadt. An diesem Ort konnten sich die Parteien wöchentlich wie im Flug übereinander hinwegsetzen, wenn auch nur beim Bocksprung. Auf unserem Bild hüpft gerade CSU-Stadtrat Georg Holzbauer über SPD-Stadtrat Rolph Mader. Über alle feindlichen Lager hinweg hatte sich ein kleiner Frühsport-Club gebildet, der jeden Dienstag um 7:30 Uhr auf das Kommando eines Turnlehrers in Schwung gebracht wurde. Vier Wochen trainierten die Stadtväter heimlich, ehe sie sich zum ersten Mal bei ihrer Frühgymnastik von Vertretern der Presse zuschauen und fotografieren ließen. © Friedl Ulrich

Wer hoch hinaus will, braucht gelegentlich eine Leiter. Aus einem reichhaltigen Fundus an gut sortierten Holzleitern könnte sich dieser ordnungsliebende Lagerist, wie unser Foto aus dem Jahr 1982 zeigt, durchaus bedienen, um einen Nagel in die Wand zu schlagen. Allerdings schien ihm die Benutzung einer Leiter wohl nicht das geeignete Mittel der Wahl gewesen zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass sein waghalsiger Balance-Akt auf dem Stuhl keinen Fehltritt zur Folge hatte.
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Wer hoch hinaus will, braucht gelegentlich eine Leiter. Aus einem reichhaltigen Fundus an gut sortierten Holzleitern könnte sich dieser ordnungsliebende Lagerist, wie unser Foto aus dem Jahr 1982 zeigt, durchaus bedienen, um einen Nagel in die Wand zu schlagen. Allerdings schien ihm die Benutzung einer Leiter wohl nicht das geeignete Mittel der Wahl gewesen zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass sein waghalsiger Balance-Akt auf dem Stuhl keinen Fehltritt zur Folge hatte. © Rainer Fechter

Trockenen Fußes über den Dutzendteich: Im Rahmen der IENA 1981 führte der Nürnberger Ernst Zeitler sein Wasserfahrrad vor. Mittels Pedalbetrieb wurde die Antriebsschraube in Schwung gehalten, das Vorderrad war mit einem Ruder verbunden. Leider schaffte es diese sympathische Erfindung nicht in die Serienfertigung, ein Hingucker war dieses außergewöhnliche Fortbewegungsmittel aber allemal.
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Trockenen Fußes über den Dutzendteich: Im Rahmen der IENA 1981 führte der Nürnberger Ernst Zeitler sein Wasserfahrrad vor. Mittels Pedalbetrieb wurde die Antriebsschraube in Schwung gehalten, das Vorderrad war mit einem Ruder verbunden. Leider schaffte es diese sympathische Erfindung nicht in die Serienfertigung, ein Hingucker war dieses außergewöhnliche Fortbewegungsmittel aber allemal. © Reinhard Kemmether

Für Aufsehen und Gesprächsstoff sorgte im Dezember 1979 die 2,44 m große Bronzeplastik „Großer Totemkopf“ des berühmten Bildhauers Henry Moore nach ihrer Enthüllung in der Karolinenstraße unweit der Lorenzkirche. Die Karstadt AG hatte die abstrakte Skulptur für 400 000 DM gekauft und der Stadt Nürnberg geschenkt. Die Meinungen waren geteilt. „Ohr zur Welt“, „Kaffeebohne“ oder „Knoblauchzehe“, so lauteten einige der Assoziationen der Betrachtenden auf Nachfrage unseres Redakteurs. Unser Foto zeigt die Rückseite der Plastik, die auch heute noch an dieser Stelle zu finden ist.
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Für Aufsehen und Gesprächsstoff sorgte im Dezember 1979 die 2,44 m große Bronzeplastik „Großer Totemkopf“ des berühmten Bildhauers Henry Moore nach ihrer Enthüllung in der Karolinenstraße unweit der Lorenzkirche. Die Karstadt AG hatte die abstrakte Skulptur für 400 000 DM gekauft und der Stadt Nürnberg geschenkt. Die Meinungen waren geteilt. „Ohr zur Welt“, „Kaffeebohne“ oder „Knoblauchzehe“, so lauteten einige der Assoziationen der Betrachtenden auf Nachfrage unseres Redakteurs. Unser Foto zeigt die Rückseite der Plastik, die auch heute noch an dieser Stelle zu finden ist. © Hagen Gerullis

„I'm swimming in the rain!“ konnten Badegäste im Hallenbad in Stadeln aus gegebenem Anlass eine Weile lang singen, denn es regnete durch das Dach hinein. An dem erst im Jahr 1973 eröffneten Bad mussten bereits 1977 Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Auf unserem Archivbild sieht man nicht etwa die Schirmherren des Schwimmbades, sondern einige Badegäste, die bei den Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung trockenen Humor bewiesen.
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„I'm swimming in the rain!“ konnten Badegäste im Hallenbad in Stadeln aus gegebenem Anlass eine Weile lang singen, denn es regnete durch das Dach hinein. An dem erst im Jahr 1973 eröffneten Bad mussten bereits 1977 Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Auf unserem Archivbild sieht man nicht etwa die Schirmherren des Schwimmbades, sondern einige Badegäste, die bei den Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung trockenen Humor bewiesen. © Knut Meyer

Von Dampf umhüllt, so lichtete unsere Fotografin im Februar 1963 diese archaisch anmutende alte Lokomotive ab, die in dieser dramatischen Einstellung an „The General“ aus dem gleichnamigen Buster Keaton – Film erinnert. In Ermangelung eines vorne an der Lok angebrachten Kuhfängers hat der Herr im Vordergrund seinerzeit jedoch glücklicherweise darauf verzichtet, die Stunts des Stummfilmstars nachzuahmen.
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Von Dampf umhüllt, so lichtete unsere Fotografin im Februar 1963 diese archaisch anmutende alte Lokomotive ab, die in dieser dramatischen Einstellung an „The General“ aus dem gleichnamigen Buster Keaton – Film erinnert. In Ermangelung eines vorne an der Lok angebrachten Kuhfängers hat der Herr im Vordergrund seinerzeit jedoch glücklicherweise darauf verzichtet, die Stunts des Stummfilmstars nachzuahmen. © Gertrud Gerardi

Man konnte ihn um seinen Job beneiden: Im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Werbeaktion verbrachte der Student Jörg Tropp im März des Jahres 1988 fünf Tage und Nächte in einem ergonomisch geformten „Naturbett“ im Schaufenster eines Möbelgeschäftes in der Peter-Vischer-Straße 21. Täglich um 10 Uhr stand er jedoch zur Morgengymnastik auf, zu welcher auch die Schaulustigen vor dem Fenster eingeladen waren. Das Bett im Wert von 1890 DM wurde nach diesem Dauerbelastungstest zugunsten des Bundes Naturschutz versteigert. In den wachen Stunden neben der Morgengymnastik bereitete sich der Marathon-Schläfer auf seine Semesterprüfungen vor. Wie viele Betten während seiner 120stündigen Ruhephase verkauft wurden, ist uns leider nicht überliefert.
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Man konnte ihn um seinen Job beneiden: Im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Werbeaktion verbrachte der Student Jörg Tropp im März des Jahres 1988 fünf Tage und Nächte in einem ergonomisch geformten „Naturbett“ im Schaufenster eines Möbelgeschäftes in der Peter-Vischer-Straße 21. Täglich um 10 Uhr stand er jedoch zur Morgengymnastik auf, zu welcher auch die Schaulustigen vor dem Fenster eingeladen waren. Das Bett im Wert von 1890 DM wurde nach diesem Dauerbelastungstest zugunsten des Bundes Naturschutz versteigert. In den wachen Stunden neben der Morgengymnastik bereitete sich der Marathon-Schläfer auf seine Semesterprüfungen vor. Wie viele Betten während seiner 120stündigen Ruhephase verkauft wurden, ist uns leider nicht überliefert. © Rudolf Contino

Eine äußerst ungewöhnliche Konzertbühne hatte sich am 23.02.1966 die Beat-Band „Jonah and the Whales“ (aus der später die Band „Ihre Kinder“ hervorgehen sollte) in der Nürnberger Altsstadt gesucht. Die Band kletterte durch die Fenster auf das ungesicherte Vordach des Geschäftes Photo Porst in der Karolinenstrasse 3 und legte los, sehr zur Begeisterung des, bedingt durch die Karnevalszeit, reichlich auf der Straße vorhandenen Publikums. Auch ein Fotograf traute sich damals mit auf das Dach, neben ihm sieht man von links Sonny Hennig, Wuffel Stumm, Roland Multhaupt am Schlagzeug im Fenster, Günter Gast und Ernst Schultz. Der damalige Band-Manager Jonas Porst hat es leider nicht auf unser Bild geschafft.
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Eine äußerst ungewöhnliche Konzertbühne hatte sich am 23.02.1966 die Beat-Band „Jonah and the Whales“ (aus der später die Band „Ihre Kinder“ hervorgehen sollte) in der Nürnberger Altsstadt gesucht. Die Band kletterte durch die Fenster auf das ungesicherte Vordach des Geschäftes Photo Porst in der Karolinenstrasse 3 und legte los, sehr zur Begeisterung des, bedingt durch die Karnevalszeit, reichlich auf der Straße vorhandenen Publikums. Auch ein Fotograf traute sich damals mit auf das Dach, neben ihm sieht man von links Sonny Hennig, Wuffel Stumm, Roland Multhaupt am Schlagzeug im Fenster, Günter Gast und Ernst Schultz. Der damalige Band-Manager Jonas Porst hat es leider nicht auf unser Bild geschafft. © Gertrud Gerardi

„Und du?“ Diese Frage bekam gestellt, wer sich zahllose Portraits unbekannter europäischer Frauen und Männer in einem der Waggons des „Europa-Zuges“ ansah, der im Mai 1951 Halt am fahnengeschmückten Nürnberger Hauptbahnhof machte. In weiteren sechs – von MAN in Nürnberg gebauten - Waggons warb der Europa-Zug für den Marshall-Plan, die „Zusammenarbeit der Völker für wirtschaftlichen Wiederaufbau, für Frieden und Freiheit“ und nicht zuletzt dafür, ein Gefühl der Gemeinschaft in Europa zu entwickeln. General Bixby (links) und District Officer Harald T. Lund (Mitte) betrachten die rundum angebrachten Exponate mit interessierter Miene.
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„Und du?“ Diese Frage bekam gestellt, wer sich zahllose Portraits unbekannter europäischer Frauen und Männer in einem der Waggons des „Europa-Zuges“ ansah, der im Mai 1951 Halt am fahnengeschmückten Nürnberger Hauptbahnhof machte. In weiteren sechs – von MAN in Nürnberg gebauten - Waggons warb der Europa-Zug für den Marshall-Plan, die „Zusammenarbeit der Völker für wirtschaftlichen Wiederaufbau, für Frieden und Freiheit“ und nicht zuletzt dafür, ein Gefühl der Gemeinschaft in Europa zu entwickeln. General Bixby (links) und District Officer Harald T. Lund (Mitte) betrachten die rundum angebrachten Exponate mit interessierter Miene. © Gertrud Gerardi

Darf ich in der Öffentlichkeit rauchen, und wenn ja, wo? Fragen dieser Art beschäftigen uns auch heute wieder. Nein, es geht an dieser Stelle nicht um das Thema Cannabis-Legalisierung, sondern um die Frage, ob Rauchen in der Straßenbahn erlaubt bleiben oder verboten werden sollte. Darüber wurde in Nürnberg im April 1961 hitzig diskutiert und mit großer Wahlbeteiligung abgestimmt. Die kleinen gelben Stimmzettel konnten von den Fahrgästen direkt in den Straßenbahnen ergattert, und in Sammelkästen an den Haltestellen eingeworfen werden. Am Ende der Abstimmfrist zählten zehn Schaffner und zwei Schaffnerinnen ein deutliches Ergebnis aus, das für dunkle Wolken am Raucherhimmel sorgte: 71.000 befürworteten ein Rauchverbot, 15.000 waren dagegen.
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Darf ich in der Öffentlichkeit rauchen, und wenn ja, wo? Fragen dieser Art beschäftigen uns auch heute wieder. Nein, es geht an dieser Stelle nicht um das Thema Cannabis-Legalisierung, sondern um die Frage, ob Rauchen in der Straßenbahn erlaubt bleiben oder verboten werden sollte. Darüber wurde in Nürnberg im April 1961 hitzig diskutiert und mit großer Wahlbeteiligung abgestimmt. Die kleinen gelben Stimmzettel konnten von den Fahrgästen direkt in den Straßenbahnen ergattert, und in Sammelkästen an den Haltestellen eingeworfen werden. Am Ende der Abstimmfrist zählten zehn Schaffner und zwei Schaffnerinnen ein deutliches Ergebnis aus, das für dunkle Wolken am Raucherhimmel sorgte: 71.000 befürworteten ein Rauchverbot, 15.000 waren dagegen. © Gertrud Gerardi

Stellen Sie sich vor, Sie wollen Kaffee kochen, aber es fehlen Ihnen die dazu nötigen Utensilien. In den sechziger Jahren war das mancherorts kein Problem, denn man konnte sich für fünf DM rund um die Uhr einen Kaffeefilter-to-go aus Porzellan aus einem Automaten mit Haushaltswaren holen. Im Fach darunter gab es auch einen Topf zu kaufen, falls man vergessen hatte, sich rechtzeitig bei Ladenöffnungszeiten einen zuzulegen. Automatenläden sind auch heute wieder in Mode, doch dort sind nicht Dinge wie Braukessel, sondern Getränke, die man sofort genießen kann, die Verkaufsschlager.
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Stellen Sie sich vor, Sie wollen Kaffee kochen, aber es fehlen Ihnen die dazu nötigen Utensilien. In den sechziger Jahren war das mancherorts kein Problem, denn man konnte sich für fünf DM rund um die Uhr einen Kaffeefilter-to-go aus Porzellan aus einem Automaten mit Haushaltswaren holen. Im Fach darunter gab es auch einen Topf zu kaufen, falls man vergessen hatte, sich rechtzeitig bei Ladenöffnungszeiten einen zuzulegen. Automatenläden sind auch heute wieder in Mode, doch dort sind nicht Dinge wie Braukessel, sondern Getränke, die man sofort genießen kann, die Verkaufsschlager. © Hilde Stümpel

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