Krieg gegen die Ukraine

Selenskyj warnt vor nuklearer Bedrohung für Europa

14.8.2022, 09:04 Uhr
Hinsichtlich der anhaltenden Angriffe auf das  Atomkraftwerk Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Angaben der Tagesschau Russland aufs Neue "Erpressung" vorgeworfen.

© Ukrainian Presidential Press Off/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa/Archiv Hinsichtlich der anhaltenden Angriffe auf das  Atomkraftwerk Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Angaben der Tagesschau Russland aufs Neue "Erpressung" vorgeworfen.

+++ Atomare Gefahr: Hinsichtlich der anhaltenden Angriffe auf das Atomkraftwerk Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Angaben der Tagesschau Russland aufs Neue "Erpressung" vorgeworfen. Die "Besatzer" nutzten das Akw, um "auf extrem zynische Weise", Angst zu verbreiten, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Er warf den russischen Truppen zudem vor, sich hinter dem AKW Saporischschja zu "verstecken", um die ukrainisch kontrollierten Städte Nikopol und Marhanez zu beschießen. Jeder Tag, den das russische Kontingent auf dem Gebiet des Akw verbliebe, erhöhe "die nukleare Bedrohung für Europa", so Selenskyj. Moskau und Kiew beschuldigten sich seit Tagen gegenseitig bez. der Angriffe in der Nähe des größten AKWs Europas, das seit Anfang März von der russischen Armee besetzt ist. Selenskyj forderte "neue Sanktionen" gegen Russland mit dem Ziel, die russische Atomindustrie zu "blockieren" und sagte weiter, über die Verantwortlichen dieser "Erpressung" müsse "vor einem internationalen Gerichtshof" geurteilt werden. Nach den ersten Angriffen auf das AKW Saporischschja am 05.08.22 musste bereits ein Reaktor heruntergefahren werden. Bei den Angriffen drei Tage später wurden eine Pumpstation und Strahlungssensoren beschädigt. Die ukrainischen Behörden und westliche Verbündete fordern eine entmilitarisierte Zone rund um das Akw und einen Abzug der russischen Truppen.

+++ Zehn russische Flugzeuge nach Luftraum-Sperrung noch in Deutschland: Fast ein halbes Jahr ist es mittlerweile her, dass die EU als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine ihren Luftraum für Flugzeuge aus Russland gesperrt hat. Einem Medienbericht zufolge stünden zehn Maschinen russischer Eigentümer oder unter russischer Kontrolle noch immer in Deutschland. Dies berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium. "Da die Maschinen aufgrund des EU-Sanktionsregimes einem Start- und Flugverbot unterliegen, können sie durch den Eigentümer nicht genutzt und nicht an einen anderen Ort verbracht werden.", wurde das Ministerium zitiert. In Leipzig stehen demnach drei russische Maschinen des Typs Antonov AN-124, in Köln eine Bombardier BD-100-1A10 Challenger 300 und eine Boeing 737 sowie in Frankfurt-Hahn eine Boeing 747 auf dem Boden. Weitere vier Flugzeuge stehen demnach in Baden-Baden: eine Cessna 750 Citation X, zwei Embraer ERJ-135BJ Legacy 600 und eine Bombardier BD-700-1A10 Global Express XRS.

+++ Zwischen der EU und Russland fliegt kein Flugzeug. Russen können nur über Land in drei EU-Länder einreisen. Nach allem, was die russische Besatzung in der Ukraine getan habe, könne es zu Russland nur eine Haltung geben, nämlich es als Terrorstaat zu betrachten. Das sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Freitag in Kiew. "Von diesem Standpunkt aus sollte auch die Haltung zu den Bürgern Russlands bestimmt werden." Er dankte Tschechien und den baltischen Staaten, dass sie offiziell in der EU die Frage von Touristenvisa für russische Bürger aufgeworfen haben.

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