Machbarkeitsstudie vorgestellt

Neunkirchen: Wo wird künftig die Verwaltung sitzen?

13.1.2022, 16:17 Uhr
Das Raiffeisengebäude hat die Gemeinde 2018 gekauft.

Das Raiffeisengebäude hat die Gemeinde 2018 gekauft. © Pauline Lindner, NN

Derzeit befindet sich die Gemeindeverwaltung in zwei Gebäuden: dem Alten Rathaus bei der Kirche und im historischen Klosterhof. Die Räumlichkeiten sind beengt; benötigt werden knapp 50 Arbeitsplätze, also Schreibtische mit Zubehör. Das entspricht in etwa 1000 Quadratmeter Bürofläche. Deswegen erwarb der Markt 2018 das frühere Raiffeisengebäude am Kirchplatz. Insbesondere der Pandemiesituation geschuldet, wurden bereits einige Dienststellen in Räume des Raiba-Hauses verlegt.

Klosterhof könnte frei werden

Wie künftig die Verwaltung untergebracht sein könnte, dazu legte Planer Lutz Pasemann und sein Team eine Machbarkeitsstudie vor, die im Haupt- und Personalausschuss diskutiert wurde. Dabei wurden größere Umbauten ausgeklammert; mit dem Ergebnis, dass alle Dienststellen so untergebracht werden können, dass der Klosterhof einer anderen Nutzung zugeführt werden könnte.

Sitzung in der Kapelle oder dem Speicher?

Der Klosterhof.

Der Klosterhof. © Pauline Lindner, NN

Allerdings gäbe es vorerst keinen eigenen Ratssitzungssaal. Dafür ist die Fläche geeignet, die derzeit eine Zahnarztpraxis beherbergt. Ratssitzungen könnten nach Pasemanns Studie entweder in der Katharinenkapelle oder im Zehntspeicher stattfinden. Verwaltungsnahe Einrichtungen wie Räume für die VHS oder ein Seniorenbüro müssten nach diesem Konzept in anderen Gebäuden wie dem alten Bahnhof untergebracht werden. Für ein Tourismusbüro brachte stellvertretende Bürgermeisterin Ute Löffler auch das Rothhaus in Ermreuth ins Gespräch.

Ein Hotel als Wunschtraum

Bedenken gegen eine derartige „Verkleinerung“ hatte keine Fraktion. Man war zufrieden, dass ein Gebäude leer würde. Günstig schien, dass das der Klosterhof sein könnte, den man sich gut als Hotel mit historischem Flair vorstellen kann. Eine neue Nutzung für das Alte Rathaus ließe sich wohl schwerer finden.

Gut fand man allgemein, dass so die Katharinenkapelle mehr genutzt würde. Dort finden bislang nur Trauungen und gelegentliche Konzerte statt. Allerdings braucht man für eine intensivere Nutzung ein Heizkonzept für den mittelalterlichen ehemaligen Sakralraum, das laut Pasemann aber technisch machbar ist.

Fast ohne Umbauten

Für das Raiba-Gebäude präsentierte der Architekt ein Nutzungskonzept fast ohne Umbauten. Die bisherige Eingangshalle soll demnach ein Bürgerbüro mit Besprechungszimmern werden. Im ersten und zweiten Stock könnten 19 Arbeitsplätze entstehen; weitere fünf im dritten Stock, dem ehemaligen Notariat, und die Registratur. Im Kellergeschoss blieben die vorhandenen Tagungsräume.

Barrierefrei nach derzeitigen Baustand wäre nur das Erdgeschoss. Anstelle der Innentreppe könnte aber ein Aufzug eingebaut werden. Oder später das Haupttreppenhaus mit Aufzug umgebaut werden, so dass dann alle Etagen des Raiba-Gebäudes für alle zugänglich wären. Bis dorthin müssten die Verwaltungsmitarbeiter bei Bedarf in die Besprechungszimmer im Erdgeschoss kommen. Der Bürgermeister und das Hauptamt würden ins alte Rathaus ziehen.

"Bitte nicht zu eng"

Martin Mehl (CSU), der selbst in einer Verwaltung arbeitet, legte sein Augenmerk auf die Verbesserung der Bedingungen für die Mitarbeiter. „Bitte nicht zu eng“ wünscht er sich die einzelnen Arbeitsplätze. Bei Mehrfachnutzungen dachte er auch an das Problem des Umräumens samt Sitzgelegenheiten und technischem Equipment. Dass das bisherige Rathaus nicht mehr für Büroräume tragbar sei, bestätigte auch Andreas Pfister (SPD).

Das Vorhaben wird als nicht aktuell betrachtet, soll aber langsam verfolgt werden. „2022/23 geschieht nichts Wesentliches“, betonte in seiner Zusammenfassung auch Bürgermeister Martin Walz (CSU).

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