Zusammen mit Heroldsbach

Hausen surft bald schneller auf der Datenautobahn

12.1.2022, 14:32 Uhr
Flächendeckender Glasfaserausbau in Hausen und Heroldsbach ist das Ziel.

Flächendeckender Glasfaserausbau in Hausen und Heroldsbach ist das Ziel. © picture alliance / Guido Kirchner/dpa

Nachdem bereits die Nachbargemeinde Heroldsbach Mitte Dezember hier eine Vorreiterrolle übernommen hatte und im Gemeinderat eine Kooperation mit der UGG (Unsere Grüne Glasfaser) beschlossen hatte, damit zukünftig die Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde noch schneller auf der Datenautobahn unterwegs sein können, tat es der Hausener Gemeinderat mit der ersten Sitzung im neuen Jahr gleich und entschied ebenfalls, mit der UGG zu kooperieren.

Bevor jedoch der Beschluss gefasst wurde, sagte Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU), dass man sich in dieser Angelegenheit mit der Nachbargemeinde Heroldsbach vorabgestimmt habe und lobte hier die Zusammenarbeit mit dem Heroldsbacher Geschäftsleiter Sebastian Kramer, der dieses Thema für die Großgemeinde, gemeinsam mit Rupperts Bürgermeisterkollegen Benedikt von Bentzel (CSU), forciert habe.

Man sei unter Abwägung aller Vor- und Nachteile (Ausbauzeit, Ausbaukosten, Vorvermarktungsquote, Anbieteroffenheit) von Verwaltungsseite her zu dem Entschluss gekommen, dass die UGG wohl – wie auch in der Nachbargemeinde – das wirtschaftlich günstigste Angebot abgegeben habe, so Ruppert in seinem Sachvortrag.

Wenn man sich für die UGG entscheide, dann würden für die Gemeinde Hausen keinerlei Kosten anfallen und es bedürfe auch keinem langen Förderverfahren, so der Rathaus-Chef. Eine Vorvermarktungsquote sei bei diesem Anbieter nicht erforderlich.

Ausbau noch 2022?

Einen Ausbau könnte die UGG voraussichtlich noch im Jahr 2022 realisieren, kündigte Ruppert an. Ein weiterer Pluspunkt, dass die UGG Anbieteroffenheit gewähre, so Ruppert. Neben der UGG hatte in den zwei Gemeinden auch noch die Deutsche Glasfaser Angebote abgegeben, wobei hier die Gemeinde vertraglich zu einem Förderverfahren mit kommunaler Kostenbeteiligung verpflichtet wäre und mindestens 33 Prozent der möglichen Anschlussnehmer auch einen Glasfaseranschluss „buchen“ müssten (Vorvermarktungsquote).

Auch die Telekom hatte für die beiden Gemeindeteile ein Angebot abgegeben. Hier wurde zwar für Hausen ein eigenwirtschaftlicher Ausbau ohne kommunale Kostenbeteiligung angeboten, für den Ortsteil Wimmelbach hätte allerdings ein Förderverfahren mit kommunaler Kostenbeteiligung durchgeführt werden müssen. Einen Ausbau hätte sich die Telekom erst im Zeitraum 2024 bis 2026 vorstellen können. Eine Vorvermarktungsquote sei hier auch nicht erforderlich gewesen.

Bevor jedoch über den Beschlussvorschlag abgestimmt wurde, wurde im Hausener Ratsgremium diskutiert: Herbert Kemeth (UWG) führte aus, dass die Deutsche Glasfaser ja in „der Umgebung“ sehr aktiv sei, aber schlechte Kritiken über die Umsetzung der Projekte bekäme. Man komme offenbar nicht mit dem Service hinterher.

Roland Garcon (UWG) wollte wissen, ob es für die Vergabe von solchen Aufträgen eine Ausschreibungspflicht geben würde. Diese Frage blieb an diesem Abend offen. Bernd Ruppert wies darauf hin, dass man "natürlich" von Seiten der Gemeindeverwaltung versuche, die Aufgrabungsarbeiten für die Trassenführungen der Glasfaserleitungen mit den Arbeiten für die Nahwärmenetztrasse zu koordinieren.

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