Lange Schlangen am Eingang

Königsbad Forchheim: Großer Frust statt lustiger Badespaß

Maria Däumler
Maria Däumler

Redaktion Forchheim

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7.1.2022, 16:30 Uhr
Eine lange Schlange vor dem Eingang des Königsbades: Viele warteten vergebens.

© Berny Meyer, NN Eine lange Schlange vor dem Eingang des Königsbades: Viele warteten vergebens.

Eine junge Familie aus Erlangen steht schon seit 9.30 Uhr in der Schlange vor dem Königsbad, in der Hoffnung, dass sie bald baden gehen dürfen. Seit über einer halben Stunde warten sie mit ihren fünf Kindern zwischen eineinhalb und sieben Jahren geduldig in der Kälte – zusammen mit rund 50 anderen Menschen, meist Familien, auf Einlass. Papa Max erzählt, dass gerade das Gerücht die Runde gemacht habe, dass das Bad doch schon voll sei. Und Mama Anne meint: „Wir warten jetzt noch fünf Minuten, wenn sich dann nichts tut, gehen wir.“

Doch aus dem geplanten Badevergnügen wird nichts: Um 10.10 Uhr informiert eine Service-Mitarbeiterin die Wartenden: „Wir sind leider komplett voll. Sie können gerne warten, aber es könnte über eine Stunde dauern, bis die ersten Badegäste wieder gehen“, sagt die junge Mitarbeiterin. Man sieht ihr an, dass es ihr furchtbar leid tut, solch schlechte Nachrichten weiter zu geben.

Warum gibt es keine Online-Reservierung?

Die Enttäuschung in der Warteschlange ist riesig. „Oh, ich hab mich doch schon so gefreut“, sagt auch die kleine Nora, die ein Mini-Surfbrett unterm Arm hat. Papa Max versteht nicht, warum es denn kein Online-Anmeldesystem für das Königsbad gibt, damit man nicht umsonst anreist und so lange ansteht. „Am letzten Dienstag wollten wir ins Palm Beach nach Fürth. Aber da war die Warteschlange schon über 100 Meter lang, da sind wir gleich wieder gegangen“, erzählt der junge Familienvater.

Kein Einlass mehr möglich: Nach 45 Minuten geduldigem Warten fuhren viele Familien wieder heim.

Kein Einlass mehr möglich: Nach 45 Minuten geduldigem Warten fuhren viele Familien wieder heim. © Berny Meyer, NN

Was nun? Sie beraten sich mit einer befreundeten Familie, die ebenfalls baden gehen wollte. Doch viele Möglichkeiten bleiben an diesem eiskalten, grauen Vormittag nicht: „Wir fahren jetzt wieder heim“, sagt Mama Anne schließlich.

"Das gibt es doch nicht"

Gerade kommt Olga Luft mit ihren Enkeln Konstantin (10) und Julian (3) zum Eingang des Königsbades gelaufen. Sie sehen, wie viele Menschen wieder zum Parkplatz laufen. „Was ist hier los?“, fragt sie irritiert und die Service-Mitarbeiterin schildert ihr dann die Situation, dass das Bad voll sei und vermutlich frühesten in einer Stunde wieder Leute eingelassen werden. Olga Luft ist leicht fassungslos: „Das gibt es doch nicht. Das Bad ist doch so groß“, sagt sie. „Wir sind jetzt extra von Aschbach bei Schlüsselfeld hergefahren“, erzählt sie. Doch den Großeltern bleibt nichts anderes übrig, als wieder mit ihren Enkeln abzuziehen.

Nichts geht mehr: Frustriert fahren die Familien wieder heim.

Nichts geht mehr: Frustriert fahren die Familien wieder heim. © Berny Meyer, NNZ

„Ja, die Situation ist angespannt“, gesteht Jörg Mann, der technische Leiter des Königsbades. „Wir dürfen aufgrund von Corona nur 150 Menschen einlassen.“ Eine Viertelstunde nach Öffnung des Bades, um 9.45 Uhr, seien schon 73 Badegäste da gewesen. Dazu waren nochmal so viele an der Schnellteststation im Haus, denn jeder Badegast muss unter den Augen von der Teststation einen aktuellen Test machen. Das dauert natürlich seine Zeit.

"Dumm gelaufen"

Gegen 10.10 Uhr war klar, dass man niemanden mehr einlassen dürfe. Dass die Menschen enttäuscht sind, versteht Jörg Mann. „Das läuft wirklich ganz dumm.“ Man versuche, die Leute auch über Ticker im Internet zu informieren, der stündlich aktualisiert werde. Aber das hilft nur bedingt weiter, denn das System ist träge: Um 10 Uhr war dort noch zu lesen, dass 150 Plätze im Bad frei sind, um 10.30 Uhr wurde der Ticker aktualisiert, dann waren alle Plätze weg. Für Leute draußen in der Warteschlange nützt das wenig.

Und warum gibt es kein Online-Reservierungssystem? „Online-Reservierungen für das Königsbad sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht angedacht, jede Besucherin und jeder Besucher soll das Bad spontan und ohne Voranmeldung besuchen können“, informiert die Pressesprecherin der Stadt, Birgit Herrnleben. Und Jörg Mann weiß, dass auch Online-Reservierungen Nachteile haben: „Wenn die Leute Plätze buchen und dann doch nicht kommen, dann nehmen sie den anderen den Platz weg.“

Keine schnelle Lösung in Sicht

Die ganze Situation sei vor allem in der Ferienzeit schwierig, so Mann. Das Hallenbad in Herzogenaurach habe aktuell wegen technischen Problemen geschlossen und auch an den anderen benachbarten Hallenbädern wie in Bamberg gebe es lange Warteschlangen.
Eine Lösung des Problems gebe es aktuell nicht, meint er und auch die Pressesprecherin kann nur den Tipp geben: „Wir freuen uns sehr, dass das Königsbad auch außerhalb der Landkreisgrenzen sich großer Beliebtheit erfreut. Deswegen wird empfohlen, gerade jetzt am letzten Ferien-Wochenende, sich vor dem Besuch des Bades über die aktuellen Besucherzahlen im Live-Ticker zu informieren unter www.koenigsbad-forchheim.de.“

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