Hinterhältige Maschen

Kripo warnt: Die unendliche Geschichte der Liebes- und WhatsApp-Betrüger in Oberfranken

Datum: 20.12.2019, Abrechnung: Pauschale Motiv: Philipp Rothenbacher, Portrait, Porträt, Mitarbeiterportrait, NN-Redakteur, Verlag Nürnberger Presse, VNP
Philipp Peter Rothenbacher

Nordbayerische Nachrichten Forchheim-Ebermannstadt

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20.9.2022, 14:16 Uhr
Betrüger setzen verstärkt auf die Onlinekommunikation und Messenger-Dienste wie WhatsApp.

© Britta Pedersen (dpa) Betrüger setzen verstärkt auf die Onlinekommunikation und Messenger-Dienste wie WhatsApp.

Denn die Täter setzen verstärkt auf die Onlinekommunikation und verbergen sich in der Anonymität des Internets. Aktuell hat die Kriminalpolizei wieder zwei neue Fälle auf dem Tisch - einen vollendeten Liebesbetrug sowie ein folgenloser Kontaktversuch einer vermeintlichen Tochter.

Geldforderungen von unbekannten Nummern oder Personen, die man noch nie gesehen hat? Dem kann man auch anders begegnen, als leichtgläubig den Geldbeutel zu öffnen. Dies bewies eine 65-Jährige am Sonntagabend im Landkreis Forchheim.


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Sie wurde laut Polizei von einer ihr unbekannten Nummer bei WhatsApp angeschrieben. "Hallo Mama, das ist meine neue Nummer!". Unter der bekannten Masche und der Legende, das Handy sei kaputt gegangen und man bräuchte schnell finanzielle Unterstützung oder eine dringende Überweisung sei zu leisten, versuchten es die Gauner auch bei der gewieften Frau.

Diese ließ sich jedoch ganz und gar nicht aus der Ruhe bringen und bestand auf einen einfachen Trick: „Ohne persönlichen Anruf, bekommst du von mir gar nichts!“ Mit dieser Nachricht befanden sich die Betrüger nun in einer Sackgasse. Der Weg aus der Anonymität war zu riskant und im Telefongespräch wäre die Lüge ohnehin aufgeflogen. Sie ließen den Kontakt abreißen. Daraufhin ging die 65-Jährige zur Polizei, die das Verhalten der Dame mehr als begrüßte.

Ein Fall von "Romance-Scamming"

Eine 48-jährige Frau aus dem Bamberger Landkreis erhielt Anfang des Jahres wiederum eine Freundschaftsanfrage über Facebook, doch nicht von irgendwem - ein "berühmter spanisch-deutscher Popsänger" war auf ihr Profil aufmerksam geworden.

Sie schrieben viel über die zur Plattform gehörenden Messengerdienste. Schnell überzog die vermeintliche Berühmtheit die Dame mit schwulstigen Liebesbekundungen. Dabei blieb es aber nicht. Ohne je persönlichen Kontakt gehabt zu haben, bat er sie nach einiger Zeit um einen Gefallen. Er sei in finanzielle Schieflage gekommen und benötige Geld. Er würde es ihr schnell zurückzahlen, so schrieb der "Popsänger" es zumindest.

Die Frau zeigte sich hilfsbereit und zahlte mehrere Summen über digitale Geschenkkarten ("Steam-Cards"). Über die Monate summierten sich die derart getätigten Überweisungen auf rund 10.000 Euro. Die Geschichten, warum der berühmte Popstar eine Finanzspritze bräuchte, wurden dabei immer abenteuerlicher. Zuletzt behauptete er, eine sechsstellige Summe sei auf dem Weg zu seiner "Liebsten", lediglich für Zoll und Gepäckversand wären Gebühren fällig.

Die einzige Wahrheit in dem Fall ist jedoch, dass die 48-Jährige einem Liebesbetrüger auf den Leim gegangen war. Sie vertraute sich, als sie es letztlich begriffen hatte, der Polizei an.