Berufsschule wird erweitert

Der Landkreis investiert in Gunzenhausen Millionen

Wolfgang Dressler
Wolfgang Dressler

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10.1.2022, 16:42 Uhr
So stellt sich das Architektenbüro Planbau die Erweiterung der Berufsschule Gunzenhausen vor, im Vordergrund der Neubau, dahinter der Gebäudebestand, wo im Obergeschoss einige Sanierungsarbeiten vom Schulausschuss des Kreistags mitbeschlossen wurde.

So stellt sich das Architektenbüro Planbau die Erweiterung der Berufsschule Gunzenhausen vor, im Vordergrund der Neubau, dahinter der Gebäudebestand, wo im Obergeschoss einige Sanierungsarbeiten vom Schulausschuss des Kreistags mitbeschlossen wurde. © Architektenbüro Planbau Gunzenhausen, NN

Von Baukosten in Höhe von zehn Millionen Euro war bei der Juli-Sitzuung des zuständigen Ausschusses die Rede gewesen. Damals hatten Architektin Sonja Mark (Planbau Gunzenhausen) und Ingenieur Walter Schröder (IPG Gunzenhausen) dem Kreisräten Informationen gegeben, wie das Projekt vonstatten gehen könnte. Es ist an einen Umbau eines bestehenden zweigeschossigen Gebäudes und an den Neubau eines eingeschossigen Flachdach-Baus gedacht. Landrat Manuel Westphal (CSU) konnten nach den vielen

Stattlicher Baum bleibt erhalten

Diskussionen sicher sein, dass der politische Wille im Kreisparlament für die Investition vorhanden ist, er wusste aber auch, dass die zehn Millionen Euro doch einen hohen Betrag darstellen, den der Landkreis finanzielle erst einmal verkraften muss.

Inzwischen haben die Planer ihre Vorstellungen konkretisiert, und der Schulausschuss hat sich vor kurzem die Räumlichkeiten angesehen. Auf dieser Grundlage machte der Ausschuss nun bei seiner Sitzung im Kloster in Heidenheim Nägel mit Köpfen.

Wie Sonja Mark sagte, braucht der Landkreis von der Stadt Gunzenhausen eine Fläche von 298 Quadratmetern in der Grünanlage Richtung Bismarckstraße (was kein Problem darstellt) und ein stattlicher Baum bleibt erhalten, weil der Neubau etwas nach Osten wandert. Einzig ein kleinerer Baum würde der Baumaßnahme zum Opfer fallen. Die neue Wegeführung in der Grünanlage lässt sich leicht realisieren, hier wird man im Rathaus auch bedenken, ob man im Umfeld einiges zugunsten der Radfahrer verändern will.

Die Anlieferung zum Kühlraum erfolgt nicht über die Grünanlage, sondern der Landkreis baut auf seinem Grund im nördlichen Teil einen Weg aus. Das reicht für einen Kleintransporter, der sogar einen Unterstellplatz erhält. Für die Hauswirtschaft wird es einen großzügigen Essensbereich geben, bisher waren zwei vorgesehen. Die Architektin schlägt teilweise Lichtkuppeln vor, damit die Fachräume mehr Licht bekommen.

Kosten belaufen sich auf 9,32 Millionen Euro

Um die Haustechnik hat sich das Fachbüro IPG weitere Gedanken gemacht, sei es Wasser, Strom, Anschluss an die Heizzentrale sowie Lüftungs- und Kälteanlagen. Walter Schröder empfahl dezentrale Lüftungsgeräte, die für einen wirkungsvollen Luftaustausch und einen niedrigen CO2-Gehalt sorgen. Schröder wie Mark sprachen sich dafür aus, im „alten“ Obergeschoss Sanierungsarbeiten in Sachen Haustechnik (etwa Heizung) miterledigen zu lassen. Das biete sich an, sei aber nicht zwingend erforderlich. Es gingen auch rein „kosmetische“ Arbeiten oder gar nichts zu machen.

Die neue Kostenschätzung beläuft sich auf 9,32 Millionen Euro. Darin sind 355000 Euro für die Außenanlagen enthalten. Hinzu kämen 80000 Euro für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Neubaus. Wie hoch die staatliche Förderung des Landkreises durch den Freistaat ausfallen wird, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Von 3 bis 3,5 Millionen Euro war im Schulausschuss die Rede.

Landrat Westphal nannte das Konzept der Planer einen „gelungenen Entwurf“ und einen „kompakten Vorschlag“. Er plädierte für die Variante 1. Das bedeute, sämtliche in der Kostenschätzung aufgeführten Bereiche für die verschiedenen genannten Berufsbereiche umzusetzen. Ihm sei es wichtig, mit dem Projekt den regionalen Charakter des Lebensmittelhandwerks zu stärken und einen zukunftsfähigen Standort zu schaffen, mit dem auch der benachbarte Landkreis Ansbach bei der Beschulung von Auszubildenden (Bäcker) gut leben und mit Weißenburg-Gunzenhausen langfristig kooperieren könne.

Mehrheit für "große Lösung"

Schon bald zeigte sich, dass auch die Mehrheit des Ausschusses der „großen Lösung“ zuneigte. Dr. Werner Winter (Freie Wähler) meinte, die Sanierungsarbeiten im Altbau seien aus technischer Sicht gerechtfertigt, das Ergebnis wäre sicherer und effizienter. Alexander Höhn (CSU) stellte sich ohne Wenn und Aber hinter die Linie des Landrats. Die Vorlagen von Verwaltung und Planern seien gut und schlüssig. So äußerte sich auch Manfred Pappler (CSU). Auf lange Sicht sei die Gesamtmaßnahmen, einschließlich der erwähnten Sanierungsarbeiten, „auch die ökologisch günstigere Lösung“.

Fritz Hörner (Grüne) betonte, die skizzierte Konzentration auf Gunzenhausen habe Charme, da seien – ähnlich wie bei den Kliniken – Synergieeffekte zu erwarten. Es freue ihn persönlich sehr, wenn nun in Gunzenhausen die traditionellen Handwerksberufe fokussiert würden. Überhaupt mache die zum Großteil schon ältere Schule in Gunzenhausen, was Ausbildung wie Räumlichkeiten angeht, einen sehr guten Eindruck. Hörner wies darauf hin, dass in Weißenburg die technischen und industriellen Ausbildungsberufe auf einem hohen Stand gehalten werden müssten.

Einzug im Jahr 2024

Die Zustimmung zur „großen Lösung“ fiel Hörner umso leichter, als klar mitgeteilt wurde, dass rein kosmetische Maßnahmen im Obergeschoss nicht förderfähig wären, „echte“ Sanierungsarbeiten dagegen schon. Allein Reinhard Ebert (ÖDP) scherte aus dieser Festlegung der anderen Fraktionen aus, und zwar massiv. Beim Ortstermin in der Berufsschule habe sich herausgestellt, dass das Obergeschoss in einem sehr guten Zustand sei. Man könne es problemlos und guten Gewissens „so belassen, wie es ist“. Und falls doch ein Wasserschaden auftreten sollte, wäre der Landkreis ja versichert. Das bedeute, sich für eine kostengünstigere Variante zu entscheiden, argumentierte Ebert. Insgesamt gesehen sei die Zusammenlegung der Ernährungsberufe sinnvoll, und auch Photovoltaik auf dem Dach solle sein.

Der entscheidende Beschluss fiel damit mit 12:1 Stimmen für die „große Lösung“ aus. Das weitere Verfahren wird zeigen, wer für die weiteren Planungsarbeiten zuständig sein wird. Bis zum Baubeginn und zur Einweihung wird jedenfalls noch geraume Zeit vergehen. In der Juli-Sitzung war von einem Einzug im Jahr 2024 die Rede.

Am Rande dieser Diskussion lieferten sich der Landrat und Reinhard Ebert noch ein ziemlich hartes Wortgefecht. Der ÖDP-Vertreter erwähnte Äußerungen Westphals in der Vergangenheit, die den Eindruck erweckt hätten, die ÖDP habe keine Ahnung in der Sache und deshalb Probleme, die andere Fraktionen eben nicht hätten. So könne man sinngemäß Westphals Aussagen verstehen. Der so Kritisierte verwahrte sich energisch dagegen und sprach von einer Unterstellung. Er habe solche Aussagen nicht gemacht, weder tatsächlich noch sinngemäß, und er lasse sich solche Vorwürfe nicht bieten.