Brutsaison hat begonnen

Knigge für den Osterspaziergang: Der LBV zeigt richtige Umgangsformen mit Kiebitz und Co auf

30.3.2024, 15:00 Uhr
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) appelliert an alle Spaziergänger, in der nun starteten Brutsaison Rücksicht auf die Vögel zu nehmen. Dazu gehört, Hunde an die Leine zu nehmen.      

© Christophe Gateau, NN Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) appelliert an alle Spaziergänger, in der nun starteten Brutsaison Rücksicht auf die Vögel zu nehmen. Dazu gehört, Hunde an die Leine zu nehmen.    

Das kommende Osterwochenende ist ideal für einen ausgedehnten Spaziergang in der Natur. Dort lässt sich aktuell viel Spannendes beobachten: Viele Vögel bescheren Bayern jetzt täglich ein kostenloses Live-Konzert und einige haben bereits die ersten Eier gelegt. Auch der amtierende Vogel des Jahres, der Kiebitz, hat wegen des warmen Frühlings schon mit der Brut begonnen. Damit der tierische Nachwuchs möglichst sicher durch die erste Zeit kommt, appelliert der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in einer Pressemitteilung an Spazierende, Freizeitsportlerinnen und Hundehalter, von März bis Ende Juli für Brutvögel und andere Wildtiere auf Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.

Empfindlich gegenüber Störungen

Gerade jetzt sei von den Menschen besondere Rücksicht gefragt. "Wir freuen uns sehr, dass viele die Natur bei uns in Bayern genießen wollen. Doch unser Outdoor ist das Zuhause von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, in das der Mensch bei seinen Urlaubs- und Freizeitaktivitäten eindringt. Gerade in der startenden Brutsaison sind viele unserer bayerischen Vögel besonders empfindlich gegenüber Störungen", sagt Lisa Schenk, die LBV-Regionalkoordinatorin für den Kiebitz im Knoblauchsland.

Besondere Rücksicht sei bei Feld- und Wiesenvögeln geboten, die ihre Eier auf dem Boden ausbrüten. Da Nester und Küken oft gut getarnt sind, sei den meisten Spaziergängern nicht bewusst, dass ihre Störungen eine Gefahr für die Vögel sind. "Freilaufende Hunde mit ihren feinen Spürnasen sind für Vogeleltern bereits stressig, wenn sie nur zufällig nahe am oder übers Nest laufen. Wiederholte Störungen können dazu führen, dass die Elternvögel die Nester aufgeben oder Jungvögel weniger Zeit für die Nahrungssuche haben und dadurch verhungern", sagt die LBV-Biologin.

In Naturschutzgebieten sei es in den meisten Fällen verboten, querfeldein zu spazieren oder Hunde frei umher laufen zu lassen. "Nur wenn wir rücksichtsvoll mit der Natur umgehen, können wir auch in Zukunft diese besonderen Orte erleben und genießen", so Lisa Schenk. Zu einem respektvollen Umgang mit der Natur zähle auch, keinen Abfall zu hinterlassen und nicht zu zündeln. Rauchen, Grillen und offenes Feuer können sonst schnell zu einer großen Gefahr werden.

Hundebesitzer ansprechen

"Sollten Sie in der Brutsaison jemanden mit freilaufendem Hund begegnen, weisen Sie ihn freundlich auf die brütenden Vögel in den umliegenden Wiesen und Feldern hin.", sagt die LBV-Biologin. Der LBV empfiehlt beim Ansprechen von unbedarften Verhaltensweisen in der Natur, Person von Sache stets zu trennen. "Unterstellungen lösen oft nur Widerstand und Ärger aus und bewirken zumeist das Gegenteil. Ein wertschätzender Umgang mit der Natur geht mit einem wertschätzenden Umgang mit den Menschen einher", betont Schenk.

Tipps für den Spaziergang mit Hund finden sich unter: www.lbv.de/hunde.

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