Erweiterte Corona-Testpflicht

Neumarkt: Was Eltern von Kita- und Schulkindern nun wissen müssen

Christine Anneser
Redaktion Neumarkt
Christine Anneser

Neumarkter Nachrichten

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11.1.2022, 10:32 Uhr
Auch Kita-Kinder müssen nun in Bayern regelmäßig auf Corona getestet werden. 

Auch Kita-Kinder müssen nun in Bayern regelmäßig auf Corona getestet werden.  © imago images/photothek/Ute Grabowsky, NN

Seit Montag gilt auch in den Kindertagesstätten des Landkreises eine Corona-Testpflicht für Kinder ab einem Jahr. Eltern von Kita-Kindern müssen dann für ihren Nachwuchs dreimal die Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Ansonsten darf ihr Kind nicht in die Betreuungseinrichtung. Ausgenommen von der Testpflicht sind vollständig geimpfte und von Corona genesene Kita-Kinder.

Die Kitas beziehungsweise das Landratsamt entscheiden, wie die Testnachweispflicht vor Ort konkret umgesetzt wird. So hat das Landratsamt festgelegt, dass in den Kitas im Landkreis keine PCR-Gurgeltests durchgeführt werden, sondern dreimal in der Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) verpflichtend Schnelltests.

Zwei Optionen

Die Kitas können zwei Optionen anbieten: Die Eltern zeigen drei Mal pro Woche die Testkassette eines Schnelltests vor oder tragen nach jeder Testung in ein von der Kita zur Verfügung gestelltes Formular das Testdatum sowie das Ergebnis ein und zeigen das unterschriebene Formular vor Beginn der Betreuung vor. Alternativ können die Eltern selbstverständlich auch den Nachweis über einen durchgeführten PoC-Antigen-Schnelltest (Bürgertest) oder PCR-Test vorlegen. Ist ein Kind an einem der festgelegten Testtage nicht anwesend, so wird der Test nachgeholt, sobald das Kind wieder betreut wird.

"Auf unsere Eltern kann man sich verlassen, die sind fit", freut sich Susanne John, Geschäftsführerin von der Neumarkter KlinikKinder GmbH, zu der die beiden Kinderhäuser Sonnenschein und Regenbogen gehören, über den guten Start mit der neuen Testpflicht am Montag. "Alle Eltern wurden von uns vorab genau informiert, alle Kinder waren getestet und alle durften somit rein", berichtet John. Der Testnachweis wird in den beiden Kinderhäusern mit dem ausgefüllten und unterschriebenen Formular erbracht.

Stress beim Testen

Auch beim Rot-Kreuz Kindergarten Kohlenbrunnermühle verlief am Montag laut Kita-Leiterin Birgit Gärtner alles reibungslos. Alle Eltern hatten das Formular dabei, manche zeigten zusätzlich noch die Testkassette vor. Allerdings, so hätten manche Eltern erzählt, hätten einige Kinder daheim beim Nasenabstrich etwas "rumgezickt", berichtet Gärtner. Das stresst natürlich Mütter, Väter und die Kinder.

Gärtner rät deshalb vor allem bei Kleinkindern dazu, sich in den Apotheken lieber die sogenannten Lolli-Tests zu holen, bei denen die Kinder am Teststäbchen lutschen können wie an einem Lolli. Bereits seit dem Sommer können sich die Eltern hierfür Berechtigungsscheine von der Kita mitgeben lassen, mit denen sie sich in den Apotheken kostenlose Selbsttests abholen können.

Wesentlich mehr Arbeit

Gärtner weist darauf hin, dass die Kontrolle der Testpflicht für die Kindergärten natürlich wesentlich mehr Arbeit bedeutet. Statt in der Gruppe bei den Kindern zu sein, müsse nun montags, mittwochs und freitags morgens immer eine Betreuungskraft am Eingang stehen und bei jedem Kind den Nachweis einsehen.

Auch an den Schulen des Landkreises gibt es nach den Weihnachtsferien eine Neuerung in Sachen Testpflicht: Hier ist seit dem 10. Januar für Schülerinnen und Schüler grundsätzlich ein negativer Testnachweis die Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht, und zwar unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Das heißt, dass auch geimpfte und genesene Kinder und Jugendliche sich nun regelmäßig an der Schule testen müssen.

Verkürzte Quarantäne

Die Quarantäne in den bayerischen Bildungseinrichtungen ist ebenfalls neu geregelt. Alle Schülerinnen und Schüler haben nun die Möglichkeit, sich bereits nach fünf Tagen freitesten zu können. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek begründete die neue, deutlich verkürzte Quarantäne auch damit, dass in Schulen sowieso durch reihenweise Pooltests dafür gesorgt wird, dass mögliche Infektionsgefahren so früh wie nur möglich erkannt werden können.

Das bayerische Kultus- und das Gesundheitsministerium hatten bereits in den Ferien an die Eltern appelliert, die Kinder vorab zu testen, bevor sie am Montag in die Schule gehen. "Wenn nach zwei Wochen ohne schulische Tests nur nachweislich negativ getestete Personen sich auf den Weg in die Schulen machen, werden vermeidbare Ansteckungen reduziert und die Sicherheit für alle erhöht", schrieben Kultusminister Michael Piazolo und Gesundheitsminister Klaus Holetschek am 6. Januar in einer Pressemitteilung.

Im Landkreis Neumarkt scheinen das viele Eltern beherzigt zu haben. So gab es laut Landkreissprecher Michael Gottschalk am Montag nur zwei positive Schnelltestmeldungen aus den Kitas und zwölf positive Schnelltestmeldungen aus den Schulen. Bestätigungen durch PCR-Tests stehen allerdings noch aus.

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