Vor dem Amtsgericht

Sturzbetrunken gestürzt: Kurze Rollerfahrt im Landkreis Neumarkt hat weitreichende Folgen

12.1.2022, 10:14 Uhr
Eine volltrunkene Rollerfahrt und ihre Folgen waren Gegenstand vor dem Neumarkter Amtsgericht.

Eine volltrunkene Rollerfahrt und ihre Folgen waren Gegenstand vor dem Neumarkter Amtsgericht. © imago images/Thomas Müller

Ein paar Meter sturzbetrunken auf einem schmalbrüstigen Roller gefährden finanziell die Zukunftspläne eines jungen Handwerkers, der gerade begonnen hat, für den Meisterbrief zu büffeln.

Mitte Juli war er auf eine Hochzeitsfeier geladen und machte durch bis morgens um 6 Uhr. Erst dann reichte es ihm, und er wollte mit einem Freund auf dem Sozius das Bettstadl ansteuern, um den Rausch auszuschlafen. Die Fahrtstrecke ging von der Hausnummer 5 der Hauptstraße des Dorfes zur Hausnummer 8, Zu weit für einen Fahrer, der 2,28 Promille Alkohol im Blut hatte.

Sprunggelenk gebrochen

Auf der Straße fiel das Mofa einfach um. Dabei brach sich der 23-Jährige ein Sprunggelenk. Mehrere Wochen war er krank geschrieben. Die Verletzung ist zwar ausgeheilt, aber die Schrauben und Metallplatten müssen noch entfernt werden. Der Kumpel auf dem Sozius wurde ebenfalls verletzt, allerdings ohne bleibende Schäden. Als Zeuge bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Neumarkt zeigte er nicht den geringsten Groll, bestätigte vielmehr auf Nachfrage, dass es eher Zufall gewesen sei, wer an diesem verhängnisvollen Morgen vorne oder hinten auf dem Roller Platz nahm.

Eine zufällig vorbei kommende Frau rief wegen der Verletzungen den Krankenwagen und so kam auch schnell die Polizei ins Spiel. Der 23-Jährige bekam einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung über 70 Tagessätze zu je 40 Euro zugeschickt. Sein Führerschein wurde sichergestellt und eine Sperre von 16 Monaten ausgesprochen, innerhalb derer er keinen neuen erwerben könne.

Amtsrichter setzt auf Lerneffekt

Gegen diese Rechtsfolgen hatte er über seinen Anwalt Helmut Mörtl Einspruch eingelegt. Am Tatbestand selbst gab es ja nichts zu deuteln.

In einer kurzen Unterbrechung einigen sich Verteidiger und Gericht auf eine Reduzierung der Geldstrafe auf 60 Tagessätze zu jeweils 30 Euro und eine Verkürzung der Sperrfrist auf jetzt nur noch zehn Monate. Ausschlaggebend war die kurze Fahrtstrecke und dass die finanziellen Möglichkeiten des jungen Mannes etwas zu hoch eingeschätzt worden waren.

Mit dem Führerscheinverlust kam und kommt auf den jungen Mann noch einiges an Ungemach zu. Und alles nur, weil er und sein Freund zu faul waren, ein paar Meter zu Fuß zu gehen. Richter Rainer Würth geht ausdrücklich von einem einmaligen Ausrutscher des eigentlich tüchtigen jungen Mannes aus und setzt auf den Lerneffekt.

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