Tausende in Oberbayern betroffen

Noch mehr abgelaufene Impfdosen in Bayern verimpft? Das sagt das Gesundheitsministerium

Tobi Lang
Tobi Lang

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14.1.2022, 20:05 Uhr
In Oberbayern wurde in über tausend Fällen abgelaufener Impfstoff verimpft.

© Daniel Reinhardt, dpa In Oberbayern wurde in über tausend Fällen abgelaufener Impfstoff verimpft.

Es begann in Ebersberg. Dort wurden, wie mittlerweile klar ist, Anfang Januar bis zu 1800 Menschen mit abgelaufenen Dosen des Biontec-Vakzins gegen das Coronavirus geimpft. Nur wenige Tage später wurde bekannt, dass auch 200 Oberbayern aus dem Raum Ingolstadt betroffen sind - und jetzt meldet auch die Impfstelle in Herrsching Probleme, diesmal mit abgelaufenen Moderna-Dosen. Sind auch weitere Städte im Freistaat betroffen? Ausgeschlossen ist das nicht.

Wie der Business Insider berichtet, soll es in einem zentralen Impfstofflager im niedersächsischen Quakenbrück zu einer Panne gekommen sein. Dort sei das Vakzin, das eigentlich tiefgefroren in die ganze Republik verschickt wird, versehentlich aufgebaut worden sein. Die Folge: Auch in Bayern kamen wohl tausende Dosen mit deutlich verkürzter Haltbarkeit an. Ob es sich dabei um die Dosen handelt, die in Ebersberg, Ingolstadt und Herrsching verimpft wurden, ist zwar unklar - der Verdacht liegt jedoch nahe.

"Konkrete Zahl ist nicht bekannt"

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt das bayerische Gesundheitsministerium die Probleme. Man habe "in der Tat Rückmeldungen aus Impfzentren und Arztpraxen erhalten, dass es vermehrt zur Auslieferung von Impfstoff mit verkürzter Haltbarkeit gekommen" sei, sagt eine Sprecherin des Ressorts von Klaus Holetschek. "Eine konkrete Zahl der davon betroffenen Impfdosen insgesamt ist nicht bekannt." Dazu verweist das Ministerium auf die jeweiligen Impfzentren.

Auch dass die Panne bereits politisch aufgearbeitet wird, bestätigt das Gesundheitsministerium. Bayern habe "dieses Thema in der Bund-Länder-Runde aktiv angesprochen", so die Sprecherin. Der Business Insider berichtet von einer Beschwerde an das Bundesgesundheitsministerium, dem sich mehrere Länder angeschlossen hätten. Wo der Impfstoff aufgetaut wurde, bleibt aber unklar.

Folgen, das betonen die Impfzentren, hat die Verabreichung des abgelaufenen Vakzins wohl nicht. Für Herrsching etwa beruhigt das zuständige Landratsamt die Betroffenen. "Die bisherigen Erfahrungen andernorts zeigen, dass auch hinsichtlich der Wirksamkeit des so kurzzeitig über die Herstellerempfehlung eingesetzten Impfstoffs ein guter Impfschutz besteht", sagt Richard Aulehner, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, in dem es zu der Verabreichung kam. "Keiner der Geimpften braucht sich daher Sorgen zu machen."

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