Jahresbilanz des ASB Jura

Voll im Einsatz: Helfer-vor-Ort und First Responder hatten 2021 gut zu tun

12.1.2022, 16:33 Uhr
Mit 286 Einsätzen waren die Helfer-vor-Ort aus Neuhaus im vergangenen Jahr ausgelastet.

Mit 286 Einsätzen waren die Helfer-vor-Ort aus Neuhaus im vergangenen Jahr ausgelastet. © ASB

Denn sie haben sich stattdessen im großen Umfang im Kampf gegen das Virus bei den Bürgertestungen an den ASB-Schnellteststationen eingebracht, berichtet Roland Löb vom ASB.

Die Ersthelfer von ASB und Feuerwehren waren zum Teil im Einsatzdienst ausgebremst. Entweder mussten sie auf Anordnung, wie in Betzenstein, den Betrieb zeitweise einstellen oder sie wurden, wie in Königstein und Edelsfeld, auf bestimmte Zeit von der Leitstelle nur auf bestimmte Meldebilder reduziert alarmiert. Dies habe sich in der Anzahl der Hilfeleistungen im abgelaufenen Jahr an diesen Orten bemerkbar gemacht und die Betroffenen Personen mussten länger warten, bis die Hilfe in Form des Rettungsdienstes eingetroffen war.

Furcht vor der Ansteckung

So waren die ASB-Ersthelfer Betzenstein nur 55 Mal im Einsatz, weil sie erst im Mai wieder „ans Netz gingen“. Auch wollten Freiwillige unter den gegebenen Umständen in den heißen Phasen für sich das Ansteckungsrisiko nicht eingehen. Andere wiederum übernahmen Dienste an der Schnellteststation in Plech, schreibt Löb.

In gleicher Art taten es die „First Responder“ in Edelsfeld. Sie konnten im Jahr 2021 zwar nur 44 Mal ausrücken, testeten dafür aber Woche für Woche in ihrem Heimatort und halfen somit auf dieser Weise der Bevölkerung. Die Kooperation zwischen Feuerwehr und ASB war damit auch in diesem Bereich erfolgreich.

Steigerung trotz Einschränkungen

Mehr Einsätze gegenüber dem Vorjahr weisen die Statistiken dagegen an den anderen drei Standorten aus. „Florian Königstein 79/1“ rollte 93 Mal zu erkrankten oder verletzten Personen und damit 18 Mal mehr als im Vorjahr – und das, obwohl auch hier der Dienstbetrieb eingeschränkt war. Auf 130 Alarmierungen kamen die „Firstis“ in Vorra, die in früheren Jahren in der Regel unter der Hundertermarke geblieben waren. Auch hier hatten die Freiwilligen sich bei ihrer Corona-Schnellteststation engagiert.

Für diese Ersatztätigkeit hatten die ASB-Ersthelfer in Neuhaus kaum Zeit. Mit 286 Einsätzen, die von der Integrierten Leitstelle und der Hausnotrufzentrale angefordert wurden, waren sie ausgelastet. Und hier habe es mehrmals lange Zeiten zu überbrücken gegeben, bis der Rettungsdienst eingetroffen war. Sogar aus Gräfenberg, Eschenbach/Opf. und Waischenfeld kamen die Rettungswagen ins Pegnitztal, weil alle näher gelegenen nicht verfügbar waren. Von der Kopfplatzwunde bis zum Herz-Kreislaufstillstand, Notarztzubringer, Einsätze in unwegsamem Gelände, Verkehrsunfälle, Feuerwehreinsätze oder Tragehilfen – die Szenarien waren vielseitig, so Löb weiter. Manche Geschehnisse hätten für die ersteintreffenden Kräfte das ganze Können oder besondere Umsicht gefordert.

Fortbildungen lohnen sich

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Rettungsorganisationen (ADAC Luftrettung, Bergwacht, BRK, DRF, Malteser, Feuerwehren) sei dabei Standard und immer reibungslos verlaufen, was auch ein Effekt der regelmäßigen Fortbildungen und Schulungen sei. Hin und wieder rückten die Ersthelfer auch in andere Leitstellengebiete aus, um zu unterstützen. Königstein fuhr einmal nach Velden, Vorra immer wieder nach Hirschbach und Neuhaus mehrmals Richtung Plech, Betzenstein oder Ranna.

Belastende Einsätze seien auch 2021 nicht ausgeblieben. Hierfür standen die Ansprechpartner der PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) innerhalb und außerhalb des ASB zur Verfügung. Auch wurde wieder in die Ausrüstung investiert. So wurden unter anderem digitale Funkmeldeempfänger beschafft.