Zu jeder Jahreszeit

Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft über Waldpflege: Es gibt das ganze Jahr etwas zu tun

11.1.2022, 14:49 Uhr
Im Winter wird bei der Waldpflege agiert, sagt Werner Lautner, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft. Es werden längerfristig die Weichen gestellt.

Im Winter wird bei der Waldpflege agiert, sagt Werner Lautner, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft. Es werden längerfristig die Weichen gestellt. © Foto: Klaus Trenz

Da seien zum einen die Jungbestandspflege und Jungdurchforstung, sagt Lautner. Ebenso wie die Altdurchforstung, dabei würden die großen und älteren Bäume nach Schädigungen durchgeschaut, erklärt er. "Bei der Waldpflege geht es darum, was der Besitzer haben will." Hier seien die Schlagworte Misch- und Blenderwald. Beim Mischwald müsse man länger warten, bis etwas geerntet werden kann. Beim Blenderwald hingegen können mehrere Schichten genutzt werden, weil es mehrere Altersstufen gibt.

Zu tun gibt es im Wald eigentlich zu jeder Jahreszeit etwas, so Lautner weiter. Während im Frühjahr und im Herbst mehr gepflanzt werde, müsse im Sommer eher reagiert werden, das heißt, auf Witterungsereignisse zum Beispiel eingegangen werden. "Im Winter wird agiert", sagt er, "das bedeutet, dass längerfristig Weichen gestellt werden." Von Januar bis März könne man etwas machen, kontrollieren, ob Sturmereignisse oder Borkenkäferbefall aufgearbeitet werden müssen. Oder bei der Durchforstung, ob Zukunftsbäume freigestellt werden müssen.

Weichen muss auch dieser Baum, ein sogenannter Zwiesel: Aus ursprünglich einem Stamm haben sich zwei Stämme entwickelt.

Weichen muss auch dieser Baum, ein sogenannter Zwiesel: Aus ursprünglich einem Stamm haben sich zwei Stämme entwickelt. © Foto: Klaus Trenz

Den Waldbesitzern komme es bei der Waldpflege vor allem auf die Nachhaltigkeit an, sagt Lautner. "Es geht hier nicht in erster Linie ums Abholzen und den krassen Gewinn." Bei der Jungdurchforstung werde der Wald stabiler gemacht, sodass er künftige Schadensereignisse leichter verkraften kann. Das dabei anfallende Holz werde zu Brennholz oder Hackschnitzeln gemacht, aber auch zu Industrieholz. Die Forstbetriebsgemeinschaft biete den Waldbesitzern bei Bedarf einen Waldbegang mit dem Förster oder staatlichen Revierleiter an.

Holzpreis ist wieder stabil

Wie hat sich der Holzpreis inzwischen entwickelt? Nachdem er vergangenes Jahr Corona-bedingt massiv gefallen war, habe er sich mittlerweile wieder auf das Niveau von 2019 eingependelt und bleibe stabil. Für die Mittelstärke bei der Fichte gebe es momentan zwischen 70 und 90 Euro je Festmeter, für die Kiefer 50 bis 70 Euro. Vergangenes Jahr lag der Preis im Keller, zwischen 20 und 30 Euro. Das lag daran, dass viel Holz aus der Tschechischen Republik importiert wurde, aber auch aus Deutschland viel da war. "Die Sägewerke konnten das gar nicht aufarbeiten", sagt Lautner. Inzwischen hätten die Importe wieder nachgelassen und es gehe auch wieder mehr in die Industrie.

Bei der Jungdurchforstung werden Bäume markiert, die dann gefällt werden.

Bei der Jungdurchforstung werden Bäume markiert, die dann gefällt werden. © Foto: Klaus Trenz

Was passiert mit dem durch den Borkenkäfer geschädigten Holz? "Das gehe in Langholz und Fixlängen in Bau- und Konstruktionsholz. "Der Stabilität macht das da aber nichts aus, da der Borkenkäferbefall ja in der Rinde ist", sagt der FBG-Vorsitzende, "die Holzstruktur wird aber nicht geschwächt." Bei Sturmholz müsse entschieden werden, ob es Brenn- oder Bauholz werde. Beim Waldumbau – also von reinen Nadelwäldern zu Mischbeständen – sei der Grund, die Farbpalette beim Holz und Laub durchzumachen. Geeignet seien Buchen, Eichen und Pappeln. Dafür müssten Standorterkundungen und eine Untersuchung der Bodenbeschaffenheit gemacht werden.

INFO: Kontakt: Forstbetriebsgemeinschaft, (0 92 44) 98 25 16.

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