"Für das Leben und die Hoffnung"

Waischenfelder Ehepaar beteiligt sich seit 35 Jahren an Balkan-Hilfsaktion

13.1.2022, 14:11 Uhr
Das Ehepaar Knörl unterstützt seit 35 Jahren die von Hans Karl aus Kirchenthumbach ins Leben gerufene Hilfsaktion „Für das Leben und die Hoffnung“.

Das Ehepaar Knörl unterstützt seit 35 Jahren die von Hans Karl aus Kirchenthumbach ins Leben gerufene Hilfsaktion „Für das Leben und die Hoffnung“. © Foto: Rosi Thiem

"Baptist Knörl und Ehefrau Leni unterstützen schon seit 35 Jahren und koordinieren die Annahmestellen rund um Waischenfeld und dem Ahorntal. Hierbei wurden unzählige Bananenkartons mit Kleidung, Wäsche, Betten, Spielzeug und Haushaltswaren von Waischenfeld über Kirchenthumbach nach Osteuropa – vor allem in die Balkanländer – transportiert. Dabei unterstützen die Pfarrei und der Kindergarten Waischenfeld in all den Jahren in verschiedenen Aktionen. "Weil die Not bei den Kindern in diesen Ländern besonders groß ist, sammeln wir jetzt in der letzten Januarwoche besonders saubere Kinderkleidung bis Größe 164, Spielzeug, Kinderschuhe, Kindersocken, Strumpfhosen sowie Mützen und Schals", erklärt Baptist Knörl. "Diese Sachen werden anschließend sofort verpackt und mit dem Lkw direkt auf den Balkan weitertransportiert.

Die jetzige Aktion geht nach Rumänien", erklärt der frühere Handwerksmeister der Landtechnik und ehemalige Jugendsozialarbeiter. Für diese Aktion wird auch in Österreich mitgesammelt. Wir sind immer noch in Europa, doch so weit klafft die Schere auseinander. Beim Verteilen der Hilfsgüter sehen die Helfer vor Ort immer wieder, dass sich viele Kinder die Hilfspakete barfuß abholen, selbst bei Minusgraden und Schnee im Winter. "Die Kinder sind dankbar um jedes Teil und wir können ein bisschen Freude schenken", sagt Leni Knörl. Die ehemalige Kindergärtnerin war 2019 das letzte Mal selbst mit ihrem Ehemann auf dem Balkan dabei und konnte sich über die korrekte Verwendung der gesammelten Hilfsgüter überzeugen. "Hier wurden genaue Listen geführt, welche Familie welchen Karton bekam. Unterstützt werden einzelne Familien, Kinderheime, aber auch Behinderteneinrichtungen, soziale Stationen und Krankenhäuser", zählt die engagierte Helferin auf.

Die Rinder verkauft

Das Ehepaar kennt eine ärmere Familie mit drei Kindern aus dem Kosovo, das lebenswichtige Dinge verkaufen musste, um ihren talentierten Kindern eine höhere Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. "Zuerst verkauften sie die Rinder, dann die Bienenstöcke", schildert Leni Knörl die Not in anderen Ländern, die gar nicht so weit entfernt sind. Durch Spenden konnte der Familie geholfen werden.

Es gibt so viele Schicksale. "In das Krankenhaus muss das eigene Bettzeug mitgebracht werden", nennt die engagierte Frau als Beispiel zum Gegensatz für den Luxus, den wir als selbstverständlich sehen. "Wir haben Frauen im Kosovo kennengelernt, die in Gastwirtschaften an sieben Tagen in der Woche arbeiten. Sie bekommen nur sechs Tage bezahlt und erhalten zwischen 200 und 220 Euro im Monat. Das kleine Volk hat nichts", stellt Leni Knörl traurig fest. "Wenn wir anderen Menschen Freude machen können, dann ist es genau richtig. Der Bedarf ist riesig und wir können alle dazu beitragen. Unsere Spender geben gerne, weil sie wissen, dass die Gaben ankommen, wo sie dringend gebraucht werden", führt das Ehepaar Knörl aus und fügt hinzu: "Wir sind allen Spendern dankbar." Der Keller der Familie Knörl besteht derzeit aus vielen Bananenkartons. "Hier sind wir besonders Christa Wickles und Lothar Huppmann dankbar, die uns immer wieder damit versorgen."

Unzählige Bananenkartons mit Kleidung, Wäsche, Betten, Spielzeug und Haushaltswaren wurden schon auf den Weg gebracht.

Unzählige Bananenkartons mit Kleidung, Wäsche, Betten, Spielzeug und Haushaltswaren wurden schon auf den Weg gebracht. © Foto: Rosi Thiem

Die Knörls weisen auch auf die Sammelstellen für die nächste Rumänien-Kinderaktion hin. Die Spenden können im Waischenfelder Raum bei folgenden Annahmestellen abgegeben werden: Samstag, 22. Januar, von 10 bis 13 Uhr im Pfarrheim Waischenfeld, vom 24. bis 28. Januar in der Kindertagesstätte Waischenfeld, vom 22. bis 28. Januar bei Leni und Baptist Knörl, Waischenfeld, Heroldsberg 18, am 22. und am 29. Januar bei Andrea Bauernschmitt in Adlitz 38. Bei Rückfragen steht das Ehepaar Knörl unter Telefon (0 92 02) 15 32 zur Verfügung. Auch Hans Karl, Kirchenthumbach kann unter Telefon (0 96 47) 4 92 weierhelfen.

Im Februar geht es dann weiter mit einer Sammelaktion und einem Transport in den Kosovo. Hier sammeln die Knörls dann wieder Erwachsenenkleidung, Fahrräder, Bettwäsche und alle Gaben, die sie von der spendenfreudigen Bevölkerung bekommen.

Eines ist ihnen wichtig – sich auch weiterhin für die Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" von Hans Karl einzusetzen. "Wir können nicht anders", winken sie beim Pressebesuch bescheiden ab.

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