Kein "Spaßkandidat"

Bürgermeisterwahl: Florian Weber (Die Partei) will ins Rother Rathaus

Motiv: Portrait - Carola Scherbel  Foto: Martin Regner, gesp.29.08.2019
Carola Scherbel

RHV

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11.11.2021, 09:04 Uhr
Florian Weber - hier mit seiner Hündin Pucci - will für Die Partei als Bürgermeister-Kandidat in Roth antreten.

Florian Weber - hier mit seiner Hündin Pucci - will für Die Partei als Bürgermeister-Kandidat in Roth antreten. © privat, NN

Ganz offiziell ist es noch nicht. Denn die Nominierungsveranstaltung findet erst am Samstag, 13. November, statt. Aber für seine Partei, nämlich "Die Partei", ist er bisher der einzige Kandidat. Also wird die Wahl am Samstag höchstwahrscheinlich auch auf ihn zusteuern.

Wie kommt der junge Mann - er ist 34 Jahre alt, gebürtiger und wohnhafter Rother und seit elf Jahren bei der Rother Stadtgärtnerei als Gärtner beschäftigt - auf die Idee, sich für das höchste Amt in der Kreisstadt zu bewerben? Macht Die Partei da nur Spaß?

"Ernsthafte Kandidatur"

"Das ist durchaus eine ernsthafte Kandidatur", widerspricht Weber sofort. Die Partei, der er seit 2019 angehört und für die er schon für den Stadtrat kandidiert hat, habe zwar auch Spaß bei der Sache, aber immer ernsthafte Anliegen. Sein Motiv für die Kandidatur: "Die beiden 'Großen' sollen das nicht nur unter sich ausmachen." Er wirft seinen Hut in den Ring, um den bisher gesetzten Herren von CSU und SPD "ein bisschen auf die Sprünge zu helfen". Und ihnen dabei "definitiv ein paar Prozentpunkte abzunehmen".

Das Bild vom Hut im Ring passt bei den drei Bewerbern aber nicht so recht. Eher läuft da noch einer auf dem Feld auf. Denn auch Florian Weber kommt vom Sport: Als langjähriger Kicker führt er die Fußballabteilung des TSV Bernlohe an - sowohl SPD-Kandidat Andreas Buckreus als auch Hans-Günter Kraetsch (CSU) sind Vorsitzende von zwei Rother Sportvereinen. Buckreus führt die TSG und Kraetsch die Spielvereinigung.

Stärken als Sportstadt ausbauen

Um Sport geht es auch, wenn Weber inhaltliche Schwerpunkte nennt. "Die Stärken von Roth als Sportstadt ausbauen", nennt er als wichtiges Ziel und den Freizeitwert erhöhen - indem man zum Beispiel wieder einen Trimm-Dich-Pfad ausweist. Auch die Kulturfabrik noch stärker zu fördern, hält er für wichtig. Um mehr Künstler UND mehr Besucher anzulocken. In Erinnerung an lange Diskussionen der vergangenen Monate bringt er es auf den Punkt: "Ich versteh nicht, warum man nach neuen Leitsätzen sucht statt das auszubauen, was wir haben."

Für die Jugend müsse dringend mehr getan werden, fordert Weber und ärgert sich, dass sein 2020 in den Stadtrat gewählter Partei-Genosse Martin Winkler nicht zum Jugendbeauftragten des Stadtrats gewählt wurde, "obwohl der schon jahrelang im Jugendhaus gearbeitet hat". Da würden die Parteien zu wenig zusammenarbeiten. "Wenn man immer nur auf die eigene Fraktion schaut, kann nicht viel vorangehen.".

Die Partei dagegen habe nicht so altbackene Strukturen wie die anderen und "haut auch mal was auf die Zwölf", lacht er. Das habe ihn fasziniert. So kam er 2019 dazu, stand 2020 schon auf Platz 8 der Stadtratsliste und wurde immerhin bis auf den dritten Platz vorgewählt - einen Vertreter stellt Die Partei seither. Ob sie demnächst auch den Bürgermeister stellt? "Zumindest", lacht er, "wird der Wahlkampf spannender."

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