Wrack wird untersucht

Zwei Tote nach Flugzeugabsturz: Augenzeugin beschreibt Moment, als Maschine in Acker krachte

Tobi Lang
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19.6.2022, 16:06 Uhr
Dieses Foto zeigt das Flugzeugwrack, das in einem Acker bei Schwabach liegt. 

© ToMa Dieses Foto zeigt das Flugzeugwrack, das in einem Acker bei Schwabach liegt. 

Von dem Ultraleichtflugzeug ist nur noch ein Wrack übrig. Eine Tragfläche ist abgebrochen, das Cockpit, in dem der Pilot saß, schwer zerstört. Nach einem Flugzeugabsturz bei Schwabach ist noch vieles unklar. Was gesichert ist: Zwei Menschen verloren bei dem Unglück ihr Leben.

Wie es zu dem schweren Unfall gegen 11.30 Uhr kommen konnte, ist noch unklar. Experten der Bundesstellte für Flugunfalluntersuchung (BFU) sind zum Flugplatz bei Gauchsdorf im Landkreis Roth ausgerückt - sie sollen die genaue Ursache klären. Nach ersten Erkenntnissen verfehlte die motorbetriebene Maschine beim Anflug die Landebahn und stürzte mehrere hundert Meter weiter vorne in einen Acker.

Augenzeugin: "Wusste sofort, dass etwas nicht stimmt"

Augenzeugen haben die dramatischen Minuten beobachtet - etwa die Inhaberin der Direktvermarktung Weiß, deren Hof nur wenige hundert Meter vom Flugplatz Gauchsdorf entfernt ist. "Ich kenne Motorengeräusche", sagt die Frau, die in der Einflugschneise wohnt. "Aber es war lauter als sonst - da wusste ich sofort, dass etwas nicht stimmt."

Weiß stand in der Küche und kochte Marmelade ein, als der Flieger auf den Acker krachte. "Er flog nur knapp über unserem Hausdach." Den Augenzeugenberichten zufolge näherte sich das Ultraleichtflugzeug im 90-Grad-Winkel dem Flugplatz, was eigentlich verboten ist. "Das war absolut nicht typisch." Weiß alarmierte sofort den Notruf, wenig später war ein Hubschrauber der Polizei vor Ort. "Ich habe meine Kinder zurückgehalten und alles weitere eingeleitet."

Kampfmittelexperten müssen Flugzeug begutachten

"Möglicherweise kam das Flugzeug aus Düsseldorf", erklärt Polizeisprecher Rainer Seebauer. "Die genauen Ermittlungen laufen aber noch." Auch die beiden Insassen, bei denen es sich wohl um Männer handelt, konnten noch nicht identifiziert werden.

Die Arbeit an der Unglücksstelle gestaltet sich schwierig, denn: Niemand darf sich dem Wrack nähern. "Diese Ultraleichtflugzeuge haben einen sogenannten Treibsatz an Bord", erklärt Seebauer. "Er kann im Ernstfall einen Fallschirm abwerfen." Ob die kleine Rakete beschädigt wurde, ist unklar, ebenso, ob von ihr eine Gefahr ausgeht. Deshalb müssen zuerst Kampfmittelexperten anrücken und das Flugzeug begutachten. Die Feuerwehr riegelte den Absturzort weiträumig ab.

Erst dann können die BFU-Experten ihre Arbeit aufnehmen und die Leichen geborgen werden. Der Einsatz, davon geht die Polizei aus, wird sich noch über Stunden ziehen.


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