Beamte sprechen von "Amtsanmaßung"

Spaziergang-Verbot wegen Corona? Unbekannte hängen in Franken Schilder auf - Polizei ermittelt

14.1.2022, 15:54 Uhr
Auch im Winter immer einen Spaziergang wert: Der Untreusee in Hof.

Auch im Winter immer einen Spaziergang wert: Der Untreusee in Hof. © Stefan Blank

Liegewiesen, ruhiges Gewässer und ein etwa sechs Kilometer langer Rundwanderweg - diese Vorzüge machen den Untreusee im Süden der oberfränkischen Stadt Hof zu einem beliebten Ausflugsziel. Wer in den vergangenen Tagen aber eine Runde um den Stausee spazieren wollte, staunte nicht schlecht: Im Bereich rund um den See waren Plakate zu sehen, auf denen von einem "Spaziergangs-Verbot gemäß Corona-Infektionsschutzverordnung" die Rede war.

Doch weder die Infektionsschutzverordnung noch die Stadt Hof haben ein solches Verbot verhängt. Eine "Irreführung der Untreusee-Besucher" sei diese Behauptung, wie die Polizeiinspektion Hof erklärt. Deshalb machten die Beamten am Donnerstagnachmittag kurzen Prozess und entfernten die Plakate, die neben dem genannten Text auch eine Abbildung eines Stoppschilds enthielten. Über die Beweggründe des oder der Unbekannten, diese Zettel zu drucken und aufzuhängen, könne bestenfalls spekuliert werden, sagt die Polizei.

In Rücksprache mit der Stadt Hof stellt die Polizei deshalb klar: Es gibt für Besucher des Untreusees keine Einschränkungen, die über die allgemein gültigen Kontaktbeschränkungen hinaus gehen. Das Naherholungsgebiet dürfe und solle zu Spaziergängen genutzt werden.

Und die Person, die diese Plakate gedruckt und aufgehängt hatte? Der droht nun eine Strafe. Die Polizei ermittelt wegen Amtsanmaßung und bitten unter der Rufnummer 09281/704-0 um Zeugenhinweise.


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