Weiterhin Forderung nach Aufzügen

Bahnhof Weißenburg: Freie Wähler unterstützen die CSU nicht

15.1.2022, 08:36 Uhr
Die Freien Wähler im Stadtrat lehnen den CSU-Vorschlag eines Reisendenübergangs  über Gleis 4 am Weißenburger Bahnhof ab. Sie favorisieren weiterhin einen  Ausbau mit Aufzügen und bringen erneut die Idee eines Aufzuges von der  Bahnbrücke hinab auf den Bahnsteig ins Spiel.

© Robert Renner, WT Die Freien Wähler im Stadtrat lehnen den CSU-Vorschlag eines Reisendenübergangs über Gleis 4 am Weißenburger Bahnhof ab. Sie favorisieren weiterhin einen Ausbau mit Aufzügen und bringen erneut die Idee eines Aufzuges von der Bahnbrücke hinab auf den Bahnsteig ins Spiel.

Die Christsozialen und speziell ihr früherer Stadtrat Bernhard Amend hatten einen solchen als Zwischenlösung ins Spiel gebracht, um früher zumindest eine gewisse Barrierefreiheit am Bahnhof zu erreichen, denn aktuell kann nach dem nationalen Umsetzungsplan frühestens 2032 mit einem Ausbau mit Aufzügen gerechnet werden.

„Selbstverständlich unterstützen die Freien Wähler alle Versuche die Barrierefreiheit überall und vor allem am Bahnhof herzustellen“, heißt es in einer Presseerklärung der FW-Stadtratsfraktion. Nur überzeuge die Freien Wähler „der CSU Vorschlag nicht“. Im Namen der Fraktion begründet Heinz Gruber: „Abgesehen davon, dass wir die Bahn so erlebt haben, dass da sehr schwer etwas zu bewegen ist und sie auch jetzt vom CSU Vorschlag wenig Realisierungswillen zeigt, ziehen wir auch die Sinnhaftigkeit in Zweifel.“

Würde diese vorläufige Lösung erreicht, gäbe es „eine notdürftige, keine wirkliche Barrierefreiheit“ und die Bahn könne sagen, dass sie doch was gemacht habe. In der Folge würde sie „über Jahrzehnte keine gute Dauerlösung, sprich Aufzüge, verwirklichen“, befürchten die vier FW-Stadträte.

Wie kommt man vom Parkplatz zum Bahnsteig?

Selbst wenn ein ebenerdiger, fußläufiger Übergang über Gleis 4 geschaffen würde, bliebe „das Problem, wie kommt ein behinderter Mensch vom hochgelegenen Parkplatz Kohlstraße runter auf Gleisebene?“ Mit einer Rampe sei „das wohl kaum zu lösen, die würde sehr steil oder sehr lang“. Gruber: „Da müsste dann wohl die Stadt einen Aufzug bauen, wenn die Bahn das zuließe."

Und auch das Problem, wie kommen behinderte Menschen vom Bahnsteig in den Zug, bliebe. Derzeit seien Waggons verschiedener Hersteller mit verschiedenen Einstiegshöhen in Betrieb. Es werde noch Jahre dauern, bis alle Waggons nach dem gleichen Standard gebaut würden. Die Bahn müsse alle Bahnsteige in der Höhe angleichen. „Mit dem Übergang über Gleis 4 wäre also nur eine unzureichende Teillösung geschaffen, die Behinderten wenig nützt“, meinen die Freien Wähler.

Und der Reisendenübergang löse auch nicht das Problem, das die CSU als „Mobilitätslücke“ beschrieb: Wenn jemand vom Gleis 2 nach Nürnberg fährt, parkt er auf der Ostseite. Kommt er zurück, steigt er auf der Westseite aus. „Dann müsste dieser gehbehinderte Mensch, der ohnehin schwer gehen kann oder Rollstuhl fährt, über die Bahnbrücke zurück zum Auto“, macht Gruber deutlich.

„Wenn wir den Vorschlag der CSU zu Ende denken, kommen wir zu dem Schluss, dass er die Problematik nicht löst. Deshalb können wir ihm nicht zustimmen“, heißt es im FW-Pressetext weiter. Die Freien Wähler „sehen als echte Lösung nur drei Aufzüge in den Bahnsteigen, Mitte und beidseitig außen und die Erhöhung der Bahnsteige“.

Alternativ, weil schneller möglich, wäre ein Aufzug vom Bahnsteig 3 / 4 zur Bahnbrücke. Diesen Vorschlag habe Landtagsabgeordneter Wolfgang Hauber schon vor Jahren eingebracht. „Dies könnte im Rahmen der Sanierung der Bahnbrücke verwirklicht werden“, meint die FW-Fraktion. Nach neuesten Aussagen von Fachleuten sei „das technisch möglich und kostengünstiger“. Die Bahn würde zugleich die Bahnsteige erhöhen müssen.

Die schwingende Brücke

Die Idee mit dem Aufzug von der Gunzenhausener Straße hinab zum Bahnsteig schlug schon mehrfach im Stadtrat auf, doch weil die Brücke schwingt, müsste ein frei stehender Aufzug gebaut werden. Das mache die Sache teuer, hieß es seinerzeit.

Außerdem laufen im entsprechenden Bereich Oberleitungen für die Züge, was die Arbeiten erschweren würde und in der Bauzeit Auswirkungen auf den Zugverkehr zwischen Treuchtlingen und Nürnberg hätte. Und Kreisbaumeister Markus Gläser – der Landkreis ist für die Bahnbrücke zuständig – hatte vor einigen Monaten im Kreisausschuss schon Bedenken geäußert. Es würde ein Fixpunkt geschaffen, der die weiteren Planungen behindern könnte, wenn ein Aufzug gebaut werde, bevor die Brücke ersetzt werde.