Resolution findet viele Unterstützer

Ein klares Zeichen gegen die Corona-Demos

Miriam Zöllich
Miriam Zöllich

Weißenburger Tagblatt

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10.1.2022, 12:00 Uhr
Die überzeugten Corona-Gegner gehen auch im Landkreis auf die Straße und sind sichtbar. Eine Resolution will nun zeigen, dass die Kritiker in der Minderheit sind. Über 2500 Menschen haben schon unterschrieben. 
 

Die überzeugten Corona-Gegner gehen auch im Landkreis auf die Straße und sind sichtbar. Eine Resolution will nun zeigen, dass die Kritiker in der Minderheit sind. Über 2500 Menschen haben schon unterschrieben.    © Simon Kirsch, NN

In Gunzenhausen kamen zuletzt über 1000 Menschen zusammen, um ihren Protest gegen die Corona-Maßnahmen öffentlichkeitswirksam vorzubringen. Unterwandert oder gar im Vorfeld massiv mit mobilisiert werden diese Demonstrationen aber auch von Verschwörungsideologen oder Neonazi-Gruppierungen.

Die "Erklärung für Vernunft und Solidarität in der Corona-Pandemie im Landkreis Weißenburg-Guzenhausen" will dagegen nun ein Zeichen setzen. Initiiert wurde die Aktion von den beiden SPD-Kreisvorsitzenden Anette Pappler und Harald Dösel sowie dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Mathias Hertlein.

Sie möchten mit der Resolution "von Coronaleugnern und Verschwörungsideologen gesteuerten Aktionen entgegentreten". Auf der eigens von Mathias Hertlein eingerichteten Online-Plattform sollen möglichst viele Unterschriften gesammelt werden, "um deutlich zu machen, dass die sich dort (bei den Demos, Anm. d. Redaktion) zeigende, von Verschwörungsmythen, Wissenschaftsfeindlichkeit und Demokratieverachtung geprägte Gedankenwelt keineswegs von einer Mehrheit der Bevölkerung geteilt wird", heißt es in einer Pressemitteilung.

Man erinnert noch einmal an die enorme Belastung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Auch Gastwirtschaften, Hotels, Handel und Kultureinrichtungen müssen ihren Betrieb stark einschränken. Gleiches gelte für die öffentliche Verwaltung, Hochschulen, Schulen und Kindertageseinrichtungen. Dem entgegen stünden die Demonstrationen, auf denen "Tausende ohne Mund-Nasen-Schutz und Abstand auf der Straße ihren egoistischen Befindlichkeiten nachgehen", heißt es in der Resolution.

Die Initiatoren rufen zu einer Distanzierung von Verschwörungsideologien, antisemitischen und antidemokratischen Inhalten auf und positionieren sich klar für eine Covid-Impfung. Schon 1700 Unterstützer Die Website ging am Freitag offiziell online, und schon nach einem Tag hatte man die 1000er-Marke bei den Unterstützerinnen und Unterstützern geknackt. Bis Montagmittag war die Marke von 2500 schon genommen. "Das ist der absolute Wahnsinn", freut sich Mathias Hertlein.

Auch wurde ihm schon von mehreren Seiten persönliche Unterstützung für mögliche weitere Aktionen zugesagt. "Wir haben offenbar einen Nerv getroffen."

Beschimpfungen von der anderen Seite

Allerdings auch bei den Gegnern der Corona-Maßnahmen, die sich im Internet erbost über die Aktion äußern. "Der letzte dreckigste politische Abschaum", schreibt jemand. Als "Demokratieverachter" werden die Initiatoren beschimpft. Auch wird häufig behauptet, die Initiative wolle das Demonstrationsrecht einschränken. "Das ist eine laute Minderheit", sind sich Mathias Hertlein und seine Mitstreiter sicher.

Um für ihre Initiative eine möglichst breite, überparteiliche Basis zu schaffen, sind Pappler, Dösel und Hertlein vorab auf Unterstützer zugegangen. "Wir freuen uns sehr, dass wir zahlreiche bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten im Landkreis als Erstunterzeichner gewinnen konnten", betonen die Initiatoren. Insgesamt konnten sie 37 Kommunalpolitiker und -politikerinnen sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens gewinnen.

Auch der Weißenburger Landtagsabgeordneter Wolfgang Hauber (FW) unterstützt die Resolution und betont, dass die Versammlungsfreiheit und das Recht zu demonstrieren zwar ein hohes Verfassungsrecht darstellen und selbstverständlich Menschen auf die Straße gehen können, um auf ihre Ängste vor einer Impfung hinzuweisen. Die Politik nehme diese Sorgen und Ängste natürlich auch wahr und berücksichtige sie bei der Abwägung ihrer Entscheidungen.

"Wenn aber Coronaleugner, Verschwörungstheoretiker, Feinde unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung, extremistische Parteien und Gruppierungen versuchen, die vorhandenen Ängste für ihre Zwecke zu nutzen und die Versammlungsteilnehmer missbrauchen, um ihre kruden Ideen salonfähig zu machen, sage ich ein deutliches und lautes Nein und unterstütze deshalb gerne diese Resolution", so Hauber.

Auf Wunsch auch anonym

Weitere Erstunterzeichner der Resolution sind Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel, Gunzenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Treuchtlingens Bürgermeisterin und CSU-Kreisvorsitzende Dr. Dr. Kristina Becker, die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Christa Naaß, CSU-Bundestagsabgeordneter Artur Auernhammer sowie etliche weitere Bürgermeister, Mitglieder der kommunalen Parlamente, Vereine und Organisationen. Wer die Erklärung unterstützen möchte, kann sich auf der Website mit Namen und Wohnort eintragen – oder auf Wunsch auch anonym bleiben. Etwa zehn Prozent der Unterzeichner tun dies, der Großteil zeigt jedoch trotz der aufgeheizten Stimmung klar Gesicht.

Die Resolution ist unter www.erklärung-für-vernunft-und-solidarität.de zu finden.