Oberpfälzer Schnellstarter

Nicht zufällig Spitzenreiter: Was Club-Trainer Klauß an Jahn Regensburg imponiert

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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4.8.2022, 05:55 Uhr
Beim letzten Gastspiel in Regensburg zählte Lino Tempelmann zu den Torschützen. Ob er am Samstag sein Comeback geben kann, erscheint fraglich.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Beim letzten Gastspiel in Regensburg zählte Lino Tempelmann zu den Torschützen. Ob er am Samstag sein Comeback geben kann, erscheint fraglich.

Wenn die Spielplangestalter der DFL im Sommer in ihren Büros zusammensitzen und konspirativ die Paarungen der neuen Saison austüfteln, scheinen sich gewisse Rituale oder Automatismen eingeschlichen zu haben. So ist es offenbar Gebot, dass der 1. FC Nürnberg möglichst frühzeitig auf den SSV Jahn Regensburg treffen muss. In den letzten vier gemeinsamen Zweitliga-Spielzeiten jedenfalls fanden drei der ersten Duelle an einem zweiten, ersten und sechsten Spieltag statt, diesmal ist es der dritte.

Das Problem bei der Sache: Gerade zu Saisonbeginn erweisen sich die Oberpfälzer als relativ renitent. „Gefühlt sind die immer Tabellenführer, wenn wir gegen die spielen“, sagt Trainer Robert Klauß. Zumindest diesmal trifft das wie schon im Vorjahr nicht nur gefühlt zu: Nach einem 2:0-Heimauftakt gegen die letztjährige Spitzenmannschaft SV Darmstadt 98 und einem beeindruckend souveränen 3:0-Sieg beim Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld empfängt der Jahn den Club am Samstag (13 Uhr) tatsächlich als offizieller Zweitliga-Spitzenreiter. Nebenbei warf die Elf von Trainer Mersad Selimbegovic auch noch den klassenhöheren 1. FC Köln mal eben per Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal.

Kontinuität und Mentalität

Kein Zufall, glaubt Klauß. Regensburgs Starterqualitäten erklärt er damit, „dass die jedes Jahr den gleichen Trainer und eine gestandene Mannschaft haben und die Art des Fußballs gleich ist“. Den Verein zeichne die Kontinuität in der Spielanlage, aber auch in der Auswahl seiner Profis aus: „Die Neuen passen wieder richtig rein“, hat Klauß festgestellt und auch eine ganz besondere Mentalität entdeckt: „Sie wissen bereits von der ersten Minute des ersten Spiels an, dass sie sofort zu hundert Prozent auf dem Platz sein müssen und jeden Punkt brauchen, damit sie eine ruhige Saison haben.“

Und damit drohende Einbrüche in der Rückrunde kompensiert werden können: In der vergangenen Saison war der Jahn nach der Vorrunde mit 28 Punkten Tabellenfünfter, rutschte mit nur zwölf weiteren Zählern aber noch bis auf Rang 15 ab. „Am Ende geht es dann eben auch um Qualität, viel Geld schlägt wenig Geld“, weiß Klauß.

In Nürnberg hofft man, dass das mit der Qualität und dem Geld diesmal vielleicht schon etwas eher zum Tragen kommt, vorausgesetzt, auch die Einstellung stimmt. „Die Spieler, die schon länger da sind, wissen genau, was uns in Regensburg erwartet“, sagt Klauß, die anderen werde man sicher noch einmal höflich darauf hinweisen. Unter der Regie des 37-Jährigen gerieten die Dienstreisen an die Franz-Josef-Strauß-Allee bislang immer recht ordentlich: Im September 2020 startete der Club im Jahnstadion vor 3011 Zuschauern mit einem 1:1 in die komplizierte Corona-Saison, ein Jahr später gab es vor leeren Rängen ein 2:2. Die beiden Torschützen von damals: Nikola Dovedan und Lino Tempelmann.

Für Tempelmann wird es eng

Dovedan hat den Verein inzwischen verlassen, Tempelmann dürfte ebenfalls kaum zur Verfügung stehen: Während der Ex-Regensburger Erik Wekesser (Bänderdehnung) und Fabian Nürnberger (grippaler Infekt) bei der Doppeleinheit am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnten, musste der Mittelfeldmotor nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk weiter individuell mit Athletik-Coach Gerald Stürzenhofecker arbeiten. Das Kräftemessen mit dem Tabellenführer kommt für ihn wohl etwas zu früh.

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