0:3 in Kiel sorgt für Ärger

Trainer Klauß genervt: Nun droht dem Club noch der Absturz bis auf Rang acht

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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8.5.2022, 18:15 Uhr
Trainer Robert Klauß war nach der 0:3-Klatsche in Kiel sichtlich bedient.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Trainer Robert Klauß war nach der 0:3-Klatsche in Kiel sichtlich bedient.

Noch zwei Tage zuvor hatte Robert Klauß anlässlich seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung betont, wie viel Spaß ihm die Arbeit bei diesem 1. FC Nürnberg mache. Am Sonntagnachmittag schien dem Trainer die Jobzufriedenheit dann vorübergehend etwas abhanden gekommen zu sein. Was kaum verwundern durfte angesichts des indiskutablen Auftritts, den seine Mannschaft bei der klaren 0:3-Niederlage in Kiel defensiv wie offensiv über weite Strecken hingelegt hatte.

"Das ärgert mich enorm. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war in der ersten Halbzeit okay, in der zweiten dann nicht mehr", resümierte Klauß, wobei genau betrachtet auch in der ersten Halbzeit eigentlich nicht sonderlich viel o.k. war. Immerhin stand es nach 45 Minuten bereits 2:0 für eine KSV Holstein, deren Saison ebenfalls gelaufen ist, die aber offenbar noch ein bisschen Lust auf professionellen Fußball verspürte. "Ohne Druck spielt es sich natürlich ein bisschen leichter", befand Trainer Marcel Rapp.

Bei den Club-Profis, zu deren Unterstützung rund 1200 Fans die über 700 Kilometer weite Reise an die Ostsee auf sich genommen hatten, war von dieser Leichtigkeit des Seins hingegen nichts zu merken. Der fehlende sportliche Anreiz nach den geplatzten Aufstiegsträumen schien Kopf und Beine zu lähmen, die Luft war irgendwie raus. Selbst die Aussicht auf einen Bonus von rund einer Million Euro, die dem Verein bei einer entsprechenden Tabellenplatzierung samt Verbesserung im Fernsehgelder-Ranking gewunken hätte, taugte offenbar nicht als Motivationsspitze für Nürnbergs lethargische Sommerfußballer.

Die Grundtugenden fehlten

"Es spricht Bände, wenn der gegnerische Torwart keinen einzigen Ball halten muss", gestand Christian Mathenia, der einen weniger entspannten Arbeitstag als Ioannis Gelios erlebte und zudem drei Bälle aus dem Netz holen musste: "Es ist mir unerklärlich, wie wir dieses Spiel hier heute bestritten haben.“ Die Mannschaft habe es nicht geschafft, ihre "Grundtugenden auf den Platz zu bringen", kritisierte der Kapitän, "und dann wird es für uns schwer, Spiele zu gewinnen“. Beliebe keine neue Erkenntnis in einer von Höhen und Tiefen geprägten Zweitliga-Saison, deren insgesamt positiven Eindrücke der Club auf der Zielgeraden mit solchen Auftritten zu konterkarieren droht.

Dabei hatte Klauß angekündigt, sich in den letzten beiden Partien Schwung und "ein gutes Gefühl" für die kommende Spielzeit holen zu wollen. Diese Chance habe man am Sonntag "leider liegengelassen", sagte der 37-Jährige und gab sich auch gar keine große Mühe, den Frust zu verbergen. "Ich halte nichts davon, die Saison austrudeln zu lassen. Wir wollen Punkte holen. Wir haben nichts zu verschenken." Womit er nicht nur die TV-Gelder gemeint haben dürfte, sondern vor allem auch die Sympathiewerte.

Durch die Niederlage ist der Club auf den siebten Tabellenplatz abgerutscht, am letzten Spieltag könnte nun sogar noch der 1. FC Heidenheim vorbeiziehen, sofern er sein Heimspiel gegen den Karlsruher SC gewinnt und Nürnberg auch im Duell mit dem bereits als Aufsteiger feststehenden FC Schalke 04 leer ausgehen sollte. Rang acht in der Endabrechnung läge dann zwar gerade noch innerhalb der als offizielles Saisonziel ausgegebenen Tabellenregion, wäre inzwischen aber doch als kleine Enttäuschung zu werten.

"Es geht jetzt darum, dass wir uns sammeln und nächste Woche gegen Schalke nochmal ein gutes Spiel machen. Das ist wichtig", mahnte Klauß auch mit Blick auf die kollektive Stimmungslage vor der kommenden Spielzeit - die dann sowohl dem Trainer als auch den Fans wieder richtig Spaß machen soll.

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