TSV in Lauerstellung auf Rang vier

A-Klasse 3: Ammerndorf liegt noch im Rennen

29.12.2021, 17:24 Uhr
So jubelte der TSV Ammerndorf am 11. Spieltag im Oktober: Ammerndorfs Goalgetter Florian Müller lässt Torschütze Jonas Weiß hochleben, Mehmet Menekse stürmt herbei. Am Ende hieß es 3:0 gegen die Sporcher Zweite.

So jubelte der TSV Ammerndorf am 11. Spieltag im Oktober: Ammerndorfs Goalgetter Florian Müller lässt Torschütze Jonas Weiß hochleben, Mehmet Menekse stürmt herbei. Am Ende hieß es 3:0 gegen die Sporcher Zweite.

"Wir waren in Bürglein einfach personell nicht komplett und hatten quasi keine Ersatzspieler auf der Bank", erzählt Co-Trainer Florian Kerle über die Hintergründe für das 1:4 in einem, aus seiner Sicht, hektischen und emotionsgeladenen Match.


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Der 35-jährige Kerle, der im Hauptberuf als Regionalleiter einer Bank fungiert, ist seit 2019 bei den Ammerndorfern und kümmert sich seitdem auch um die Sponsorensuche und viele andere Belange im Umfeld der Mannschaft. "Vielleicht trifft die Bezeichnung Sportlicher Leiter eher zu als mein offizielles Amt als Co-Trainer", sagt Kerle, der sich ohnehin nicht viel aus Titeln und Ämtern macht.

Prunkstück des Teams ist der Sturm, der zu den Besten der Liga gehört. Die Defensive wiederum ist die drittstärkste der aktuellen A-Klassensaison, der TSV überwintert mit dieser Qualität auf Tabellenplatz vier. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir zu Saisonbeginn ein komplett neues Team geformt haben", erinnert Kerle daran, dass man nicht erwarten konnte, dass alles sofort perfekt läuft.

Kein Effizienzproblem

Vielmehr befinde man sich in einem laufenden Prozess, in dem vieles, aber eben noch nicht alles gelinge. "In puncto Effizienz macht uns, denke ich, nur Tabellenführer Stadeln III etwas vor. Aber diese Jungs spielen einfach schon sehr lange zusammen und kennen sich gut. Das merkt man auch im Spiel."

Von den 76 Treffern der Ammerndorfer zeichnet Goalgetter Florian Müller alleine für 30 verantwortlich. Trotz dieses Topwertes sieht der Co-Trainer bei ihm noch Luft nach oben: "Florian ist ein fantastischer Fußballer und genialer Torjäger, aber auch er muss erst mit seinen Mitspielern weiter zu einer Einheit zusammenwachsen, dann wird er sicher noch häufiger ins Schwarze treffen." Müller kommt dabei sicher auch entgegen, dass das Ammerndorfer Spiel sehr offensiv ausgerichtet ist. Kerle geht davon aus, dass die allesamt aus technisch versierten Kickern bestehende Mannschaft nach der Winterpause noch stärker auftreten wird. Hierfür werde man auch noch Neuzugänge holen, um in der Breite besser aufgestellt zu sein und entscheidende Spiele gegen direkte Konkurrenten dann auch für sich zu entscheiden.

Kerles Fazit nach der Vorrunde fällt durchaus positiv aus: "Die vielen tollen Siege, die wir gemeinsam einfahren konnten, haben den Teamgeist gestärkt." Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Torhüter Elias Samt hatte sich Mitte Oktober im Training ohne Fremdeinwirkung schwer verletzt. "Das war vor allem schade für Elias selbst, da er einen enormen Leistungssprung gemacht hatte. Als Team konnten wir seinen Ausfall, denke ich, ganz gut kompensieren."

Der Keeper selbst weiß noch genau, wie es passiert ist: "Wir haben ein Trainingsspiel auf E-Jugend-Tore gemacht, ohne Torhüter. Gegen Ende habe ich nochmal versucht, mit vollem Einsatz einen Ball ins Tor zu köpfen und bin bei der Landung umgeknickt – das Schnalzen hat man über den gesamten Platz gehört."

Bänderriss und Knöchelbruch

Im Krankenhaus angekommen, stellte sich heraus, dass der 20-Jährige sich die Bänder gerissen und den Knöchel gebrochen hatte. "Eine Woche später wurde mir eine Platte eingesetzt und mit Schrauben fixiert, damit alles wieder sauber zusammenwachsen konnte."

Danach musste er erst einmal Geduld haben und sich schonen. Inzwischen geht es für den chemisch-technischen Assistenten mit der Physiotherapie sehr gut voran und er ist zuversichtlich, schon bald wieder ein wenig Fußball spielen zu können. "Am Anfang werde ich nach dieser schweren Verletzung zwar sicher noch etwas vorsichtig und gehemmt sein, aber mit der Zeit kommt das schon wieder ins Lot", sagt Samt mit Blick auf die Zukunft.


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Stichwort Zukunft: Einen Platz in der Aufstiegsrelegation fände CoTrainer Kerle zwar toll, will sich aber nicht auf eine Prognose festnageln lassen: "Wir tun gut daran, uns auf uns selbst zu konzentrieren und dann schauen wir mal, was am Ende dabei rumkommt", bemerkt er mit einem Augenzwinkern. "Selbstverständlich hat der TSV Ammerndorf sportlich bessere Tage erlebt und unser Streben muss dahin gehen, irgendwann vielleicht wieder daran anzuknüpfen. Aber aktuell ist die AKlasse gar nicht so verkehrt für uns, um hier wieder etwas aufzubauen."

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