Bayernliga

"Co" Karim Farhan steigt beim ATSV Erlangen zum Chefcoach auf

27.12.2021, 10:38 Uhr
Zuletzt noch Assistent, nun Chefcoach beim ATSV Erlangen: Karim Fahrin (Mitte) mit Abteilungsleiter Jörg Markert (links) und dem ehemaligen Trainer Fabian Adelmann.

Zuletzt noch Assistent, nun Chefcoach beim ATSV Erlangen: Karim Fahrin (Mitte) mit Abteilungsleiter Jörg Markert (links) und dem ehemaligen Trainer Fabian Adelmann. © Sportfoto Zink / Melanie Zink, NN

"Ich mache mir überhaupt keine Sorgen", sagt Jörg Markert knapp einen Monat nach dem überraschenden Abgang von Fabian Adelmann in Richtung Memmingen. Und das, obwohl der Trainer der Erfolgsgarant für den ATSV Erlangen zu sein schien.

Unter Adelmanns Regie hatte der Bayernligist nach einem durchwachsenen Saisonstart und der Trennung von Trainer Shqipran Skeraj eine beeindruckende Serie gestartet, die die Mannschaft nach zehn Siegen aus zwölf Spielen an der Tabellenspitze überwintern lässt. Als Regionalligist Memmingen anklopfte, war das erfolgreiche Kapitel aber schnell Geschichte.

Doch Markert, der als Abteilungsleiter Fußball die Verantwortung für die Entwicklung trägt, blickt gelassen in die Zukunft und ist "absolut überzeugt" davon, dass der ATSV eine gute Restsaison spielen wird. Das liegt neben einem Grundvertrauen in die Qualität der Mannschaft vor allem an einem Mann: Karim Farhan. Der 31-Jährige, der an Adelmanns Seite die Co-Trainer-Position bekleidet hatte, rückt nun ins erste Glied.

Dieser Schritt scheint nicht nur der naheliegendste, sondern auch erfolgsversprechend zu sein. Schließlich kennt Farhan die Mannschaft bereits und kann damit für die gewünschte Kontinuität sorgen. Außerdem verfolgt der Coach, der schon in der FCN-Jugend an der Seite von Adelmann gewirkt hatte, sportlich eine sehr ähnliche Philosophie wie sein Vorgänger.

Die Mannschaft muss sich also nicht umgewöhnen und kann dort weitermachen, wo sie aufgehört hat. Nicht zuletzt deshalb war die Freude im Team groß, als die Verantwortlichen bekannt gaben, dass Farhan auf die Cheftrainerposition aufrückt.

Die Freude der Mannschaft hat aber noch einen weiteren Grund. Bei allen Ähnlichkeiten zu Adelmann, der sich vor allem durch seine Akribie auszeichnet, ist Farhan ein äußerst kommunikativer Trainer, der einen außergewöhnlich guten Draht zur Mannschaft besitzt. Farhan selbst blickt mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen Wochen zurück.

"Einerseits", so sagt er, "ist es schade, den Weg nicht gemeinsam fortzuführen" und verweist auf die Corona-bedingt abgebrochene Saison 2020, als das Trainer-Gespann mit der FCN-Jugend die Saison nicht beenden konnte und am grünen Tisch aufstieg. Nun war die Zusammenarbeit der beiden also wieder von kurzer Dauer.

Andererseits aber bietet sich Farhan, der als Cheftrainer bisher nur eine Station aufweisen kann - beim SV Tennenlohe - nun eine tolle Gelegenheit. Und so ist es mittlerweile auch die Freude, die überwiegt. "Ich fühle mich unheimlich wohl im Verein", schwärmt Farhan. "Ich freue mich extrem, in der neuen Rolle mit der Mannschaft arbeiten zu können."

Die sportliche Situation ist überaus reizvoll. Nachdem der Verein den Kader vor der Saison mit Regionalliga-erfahrenen Spielern wie Philip Messingschlager und Christopher Kracun prominent ergänzt hatte, übernimmt der Trainer das Team auf Tabellenplatz eins. An den Weihnachtstagen gab der ATSV zudem die Verpflichtung von Mustafa Jasarevic bekannt. Der 30-jährige offensive Mittelfeldspieler kommt von Türkspor Nürnberg und hat in der bisherigen Landesliga-Saison zehn Tore in 16 Partien erzielt.

Und doch bewahren alle an der Paul-Gossen-Straße einen kühlen Kopf. "Wir haben ja schon mehr Spiele absolviert als beispielsweise Eintracht Bamberg", ordnet Jörg Markert ein. "Es erwartet also keiner im Verein den Aufstieg."

Der neue Trainer pflichtet ihm bei und betont, dass es sechs Mannschaften gäbe, die auf einem ähnlichen Niveau agieren - und alle ein Wort um den Aufstieg mitreden würden. Nichtsdestotrotz ist einen Monat nach Adelmanns Abschied beim ATSV keinerlei Frust mehr zu spüren.

Der Verein blickt positiv in die Zukunft, wozu auch die Verpflichtung des neuen Co-Trainers Christopher Hofbauer beiträgt. Der Assistent soll das Trainerteam mit seiner besonnenen Art ergänzen und war laut Farhan der Wunschkandidat. Im Idealfall kommt es kommende Saison dann zum Regionalliga-Duell zwischen dem alten Trainer und seinem Nachfolger.

Der Artikel wurde am 27. Dezember 2021 um 10:38 aktualisiert.

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