KK 3: Apel folgt im Sommer auf Jäger

"Es ging nicht mehr um Fußball": Laubendorfs Trainer ist bedient

5.1.2022, 14:18 Uhr
Bernd Jäger (vorne) hat an der Seitenlinie viel von seinem Wissen an Assistent Daniel Apel weitergegeben. Nun übernimmt der Jüngere das Ruder.

Bernd Jäger (vorne) hat an der Seitenlinie viel von seinem Wissen an Assistent Daniel Apel weitergegeben. Nun übernimmt der Jüngere das Ruder. © Foto: Hans-Peter König/Sportfreunde Laubendorf

Ein gewichtiger Grund für den Abschied als Trainer waren für Bernd Jäger die vielen Unwägbarkeiten, die seit Beginn der Coronakrise zum Tagesgeschäft der Vereine gehören. Auch in Laubendorf.


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In seinem vorgezogenen Rückblick erinnert sich Jäger an den Anfang im Sommer 2019. "Nach einem Umbruch in der Mannschaft mit zahlreichen Akteuren aus der A-Jugend und einem siebten Tabellenplatz in der Vorsaison konnten wir zusammen mit meinem Co-Trainer nach Startschwierigkeiten das Team wieder zurück in die Spitzengruppe der Kreisklasse führen."

Doch dann kam Corona und die Mannschaft, die bis dato ihre Stärke aus der Einheit auf als auch neben dem Platz bezog, musste plötzlich individuell und einzeln trainieren. "Das ist uns auch ganz gut gelungen, aber insgesamt hat Corona viele nachdenklich gemacht, auch mich als Trainer", sagt Jäger. Die Unsicherheit nach dem Motto "rein in die Schuhe, raus aus den Schuhen" beschreibt er als zermürbend.

Auch das Drumherum hinsichtlich der Hygienekonzepte stellt aus Jägers Sicht einen enormen Aufwand für die Vereine, Spieler und Trainer dar: "Wir mussten als Trainerteam ständig darauf achten, dass Masken getragen werden, dass die Duschen entsprechend der Vorgaben benutzt werden et cetera. Das geht weit über das Kerngeschäft eines Trainers hinaus – es ging nicht mehr um Fußball, sondern um so viele andere Dinge."

Jäger: "Im Profifußball wird vor vollen Rängen gespielt"

Im Endeffekt sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass ihm unter den gegebenen Bedingungen seine persönliche Lebensqualität und die Zeit mit seiner Familie wichtiger ist als ein Traineramt.

"Es kann nicht sein, dass ich als Verantwortlicher an vorderster Front, etwas überspitzt gesagt, die Schichten für den Toilettengang meiner Spieler kontrollieren muss, wenn andererseits im Profifußball mancherorts vor vollen Rängen gespielt wird", ärgert sich der scheidende Übungsleiter über diesen Aspekt der Corona-Politik.

Dem Verein wird er als Mitglied auf jeden Fall erhalten bleiben und "sicher auch mal an der einen oder anderen Stelle unterstützen, wenn es darum geht, im Jugendbereich die Spieler bei der Stange zu halten und auch außerhalb des Vereinstrainings etwas zu koordinieren".

Vereinsvorsitzender Christian Gall will ebenfalls, dass Jäger im Verein bleibt: "Von einer Trennung kann man nicht sprechen. Wir freuen uns, dass Bernd dem Verein weiter als Mitglied verbunden bleibt und wir sind natürlich sehr dankbar dafür, was er den Spielern in den letzten drei Jahren mit seiner Erfahrung vermitteln konnte."

Verletzung als Spieler

Er und sein Co-Trainer Daniel Apel haben in Galls Augen sehr gut harmoniert. Als Jäger mit dem Wunsch einer Auszeit auf den Vorstand zugekommen war, lag die Lösung mit Apel für die kommende Saison daher nahe. "Dani kennt den Verein, Spieler und das ganze Umfeld bestens und hat unser volles Vertrauen", erklärt Gall.

Auch Abteilungsleiter Jan Körber freut sich über die Lösung zur Nachfolge: "In der täglichen Fußballpresse wird sehr viel über talentierte Spieler berichtet. Heute sind wir froh, auch einem Trainertalent die Chance zu geben, unsere erste Mannschaft von Saisonbeginn als Cheftrainer zu übernehmen."


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Apel sei nach seinem verletzungsbedingten Laufbahnende als Spieler nach und nach in die Trainerrolle geschlüpft. Deshalb freut sich Körber über ein echtes "Trainer-Eigengewächs".

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