4:3 in Augsburg nach Verlängerung

Irre Schlussphase: Ice Tigers gewinnen das Derby bei den Panthern

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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6.1.2023, 21:27 Uhr
Zwischendurch nur selten zu sehen: Ein Nürnberger (hier: Daniel Schmölz) vor Augsburgs Torhüter Markus Keller. 

© IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg Zwischendurch nur selten zu sehen: Ein Nürnberger (hier: Daniel Schmölz) vor Augsburgs Torhüter Markus Keller. 

Die Fans waren sauer. Es blieb dann aber bei der Androhung eines Stimmungsboykotts. Zu wichtig war dieses Derby gegen die Ice Tigers. Die Augsburger Panther werden in der Tabelle seit Wochen auf Platz 14 notiert. Bleibt das so, steigt das Gründungsmitglied am Ende der Saison ab.

Weil der Abstand auf Platz 13 inzwischen besorgniserregend angewachsen ist und am Freitag eine Mannschaft aus dem selben Tabellendrittel zu Gast war, wurde es voll im Curt-Frenzel-Stadion. Das kennt man von dieser Paarung, 1999 oder 2018 waren sich Panther und Ice Tigers noch im Playoff-Viertelfinale gegenübergestanden. Für Nürnberg war es eine gute Gelegenheit, sich jeglicher Abstiegssorgen zu entledigen, zumal es am Sonntag (15.15 Uhr) in eigener Arena gegen die Berliner Eisbären geht, den Meister, der sich kurioserweise auf Platz 13 einfindet.

Umso wichtiger war das kuriose 4:3 (1:1, 1:1, 1:1, 1:0), das Daniel Schmölz und Rick Schofield nach lediglich fünf Sekunden in der Verlängerung sicherten und den Ice Tigers somit zwei Punkte. Nur 26 Spielsekunden zuvor war es Tyler Sheehy, der den ersten Punkt und den Abend gerettet hatte.

Bodnarchuk fällt auf

In jedem Spiel darf sich Tom Rowe in dieser Woche über einen Spieler freuen, der es aus dem Behandlungszimmer wieder zurück aufs Eis geschafft hat. In Augsburg gab Blake Parlett sein Comeback. Im Tor stand nach starken Leistungen zuletzt wieder Niklas Treutle. Wirklich gefährden können den Nürnberger Torhüter derzeit nur die eigenen Kollegen. Nachdem Andrew Bodnarchuk an der gegnerischen blauen Linie den Puck verloren hatte, versuchte Verteidigerkollege Julius Karrer den enteilten Matt Puempel noch zu stoppen. Es war aber Karrers Schläger von dem die Scheibe ins Tor glitt (8. Minute).

Nürnberg fehlt es zunächst an Konzentration, um zu reagieren. Dane Fox und Gregor MacLeod gelang dann aber ein vielversprechender Angriff, den Bodnarchuk gekonnt abschloss (15.). Danach gelang es den Ice Tigers nicht, zumindest eine ihrer vielen Chancen zu nutzen. Es war die stärkste Phase der Gäste. Nach dem ersten Seitenwechsel versuchten sich offensiv nur die Gastgeber. Daniel Schmölz gab hinter dem Augsburger Tor das erste Nürnberger Lebenszeichen ab, Tim Fleischer sorgte für das 2:1. David Stieler glich nach einem Abpraller wieder aus (34.).

Verheerende Bilanz, dann schießt Sheehy

Ein sorgloser Aufbauversuch (Bodnarchuk) führte zur erneuten Augsburger Führung, Ryan Kuffner überwand Treutle nachdem er ums Tor herum Anlauf genommen hatte (43.). Nicht zum ersten Mal hatte es Nürnberg verpasst, läuferische und spielerische Vorteile zu nutzen. So schien es wenigstens. Schon die ersten beiden Saisonspiele hatten die Ice Tigers gegen den Tabellenletzten verloren. Im Schlussdrittel fanden die Ice Tigers nicht mehr zu ihrem Offensivspiel, auch mit sechs Feldspielern nicht - bis der traf, der zuletzt überhaupt nicht mehr getroffen hatte. Tyler Sheehy zog von der blauen Linie ab (60.) und schickte dieses Derby in die Verlängerung. Da dauerte es dank der Hartnäckigkeit von Schmölz nur fünf Sekunden, ehe Schofield frei zum Abschluss kam (61.), weshalb der Abend doch noch mit einem Stimmungsboykott endete - zumindest außerhalb des Gästefanblocks.

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