Ein Kandidat für Peking?

Treutle gelingt auch ohne Verletzung ein Comeback bei den Ice Tigers

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

10.1.2022, 13:29 Uhr
No way: An den Verteidigern der Ice Tigers hatte es Kevin Clark vorbeigeschafft, nicht aber an Niklas Treutle.

No way: An den Verteidigern der Ice Tigers hatte es Kevin Clark vorbeigeschafft, nicht aber an Niklas Treutle. © nordphoto GmbH / Engler via www.imago-images.de

Mathias Niederberger will sich einsperren, zwei Wochen lang. Um dann, negativ getestet, nach Peking fliegen zu können. Der Eishockeytorhüter ist sich also offenbar sicher, dass sein Name auf einer langen Liste steht, die in den letzten Wochen immer kürzer wurde. Zunächst musste Bundestrainer Toni Söderholm die prominenten deutschen NHL-Profis streichen, weil die nordamerikanische Profiliga ihre Angestellten nicht für die Olympischen Spiele in Peking freigibt. In diesen Tagen werden jene wenigen durchgestrichen, die nicht geimpft sind, nach und nach jene, die nach Infektionen nicht mehr rechtzeitig negativ getestet werden können und jene, die könnten, aber nicht wollen.

Der Berliner Niederberger will. Es war aber eher Zufall als Vorsicht, dass er am Sonntagnachmittag auf der Bank saß. Das Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers bekam sein Ersatzmann Tobias Ancicka, was wiederum kein Grund dafür war, dass der Deutsche Meister und Tabellenführer den Gästen aus Nürnberg mit 3:4 unterlag. Ein guter Grund stand Ancicka gegenüber und sehr wahrscheinlich auch auf der langen Liste von Toni Söderholm.

Kontakt zum Torhüter-Coach

37 Schüsse wehrte Niklas Treutle in Berlin ab. Der 30-Jährige hatte beim Spitzenreiter etwas mehr zu tun als noch drei Tage zuvor gegen Augsburg. Aber auch beim 5:1 war Treutle ein entscheidender Spieler, der in entscheidenden Phasen den Augsburger Stürmern keine Chance ließ. Eine ganz normales Wochenende im Berufsleben des Mannes, den sie im amerikanisch geprägten Eishockey seit langem „Turtle“ nennen?

Nein. „Die gute Nachricht“, stellte Tom Rowe nach dem vermeintlich souveränen 5:1 fest: „Nik ist wieder da. Das ist seine Geschichte. Wenn er nicht so gut war, kommt er umso besser zurück.“ Der Cheftrainer der Ice Tigers hatte das nicht wissen können, so lange ist er ja noch nicht in Nürnberg. In seinem Adressbuch aber hat Rowe offenbar die Namen aller wichtigen Akteure stehen, zum Beispiel die von Pierre Groulx. Der Kanadier coacht Torhüter. In München hat er einst mit Treutle gearbeitet und maßgeblich dafür gesorgt, dass sich der gebürtige Nürnberger in der NHL hat beweisen dürfen. Der Kontakt zwischen den beiden ist seitdem nicht abgebrochen. Nun hat auch Rowe mit Groulx telefoniert.

Oder doch Dubeau?

Das Ergebnis sind zwei starke Spiele in Folge von Treutle nach einem schwächeren Auftritt beim 3:6 gegen Schwenningen (Rowe: „Nik ist der Erste, der das zugibt“). Und vielleicht wird sich Treutle doch noch mit einer Reise nach Peking auseinandersetzen müssen.

Ob er am Dienstag (18.30 Uhr/MagentaSport) weitere Argumente für ein Olympiaticket sammeln kann, entscheidet wiederum Rowe. Vielleicht gönnt der Cheftrainer Treutle eine Pause und Alex Dubeau einen Start. Der Vertrag dieses Ersatzmannes läuft schließlich Mitte Januar aus.

2 Kommentare