Sonntag im Ronhof

"Freie Fankurve": Hertha-Ultras kündigen vor Spiel in Fürth weitere Proteste gegen DFL-Investor an

Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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9.2.2024, 12:01 Uhr
Mit Tennisbällen hatten die Fans von Hertha BSC zuletzt für eine 32-minütige Spielunterbrechung gesorgt.

© Soeren Stache, dpa Mit Tennisbällen hatten die Fans von Hertha BSC zuletzt für eine 32-minütige Spielunterbrechung gesorgt.

Die Aufregung war groß am vergangenen Wochenende. Beim Heimspiel ihrer Hertha gegen den Hamburger SV sorgten die Berliner Ultras für eine 32-minütige Spielunterbrechung. Immer wieder flogen Tennisbälle auf den Rasen des Olympiastadions, während in der Ostkurve Plakate gegen den geplanten Einstieg eines Investoren bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gezeigt wurden. Die Zweitliga-Partie stand deshalb kurz vor dem Abbruch.

Ihre Aktion erklärten die Hertha-Ultras mit der mangelnden Wirkung kürzerer Unterbrechungen, wie es sie deutschlandweit seit Wochen gibt. Deshalb habe man sich "für die besonders lange, besonders bohrende und besonders anstrengende Protestform entschieden". Man habe "den Protest einer freien und lebendigen Fankurve gesehen", schreiben sie. "Wir bestimmen selber, wie lange ein Protest dauern darf und wir werden uns hierbei auch künftig nicht an die Vorstellungen von Redakteuren, Vereinsoffiziellen oder DFL-Vertretern gebunden fühlen."

Hertha BSC spielt am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth

Die "Fanszenen Deutschlands", zu denen auch die Ultras von Club und Kleeblatt gehören, befürchten eine weitere Zerstückelung der Spieltage, die Austragung von Partien im Ausland, steigenden Einfluss von Investoren und eine Schwächung der 50+1-Regel. Zudem fordern sie eine erneute und transparente Abstimmung innerhalb der DFL - die letzte war geheim abgehalten worden.

Für diese hatten sich zuletzt mehrere Vereinsvertreter, unter anderem auch von Hertha BSC, offen gezeigt. Die DFL lud als Reaktion auf die Proteste Fanvertreter zu einem Austausch ein, in einer Stellungnahme mehrerer Fanorganisationen machten diese am Freitag aber deutlich, dass es "ohne Verhandlungsmasse keinen Dialog mit der DFL" gebe. "Wir – alle bundesweiten Fanorganisationen – fordern die DFL-Führung auf, endlich die Proteste in den deutschen Stadien ernst zu nehmen und in daraus folgender Konsequenz umgehend eine offene und damit transparente Neuabstimmung zum DFL-Investoren-Deal einzuleiten."

Für das Wochenende werden weitere Proteste erwartet - unter anderem im Ronhof, wo das Kleeblatt am Sonntag Hertha BSC inklusive seiner protestfreudigen Anhänger empfängt.

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